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Fachsprachenzentrum BLOG NEU

Programm der Deutsch-Französischen Gesellschaft

Veröffentlicht am 11. September 2018

Die Deutsch-Französische Gesellschaft Bielefeld e.V. hat ihr Programm für die zweite Jahreshälfte 2018 und einen Ausblick auf den Januar 2019 veröffentlicht.

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehören wieder Filmabende mit französischsprachigen Originalfassungen, der Table Ronde, der Cercle Littéraire, sowie Kochabende in der Lehrküche Cuisine Francaise.

Die genauen Termine und weitere Informationen finden Sie unter: http://www.dfgbielefeld.de/

Außerdem finden Sie dort den aktuellen Programmflyer.


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C-Tests für Kurse des WiSe 18/19

Veröffentlicht am 11. September 2018
Das neue Semester beginnt gut einem Monat. Grund genug sich auch schon einmal Gedanken zu machen, ob man nicht in diesem Semester einen Sprachkurs am FSZ belegen möchte. Unsere Kurse sind bereits online im ekvv einsehbar. Für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch ist es auch das kommende Semester wieder notwendig einen C-Test zur Einstufung des Kursniveaus zu absolvieren. Dieser findet zu folgenden Terminen in C01-289 stattt:

Mittwoch, 12.09. | 12:00, 12:45 Uhr
Dienstag, 18.09. | 14:00, 14:45 Uhr
Donnerstag, 20.09. | 10:00, 10:45 Uhr
Montag, 24.09. | 16:00, 16:45 Uhr
Mittwoch, 26.09. | 10:00, 10:45 Uhr
Donnerstag, 27.09. | 14:00, 14:45 Uhr
Freitag, 28.09. | 12:00, 12:45 Uhr
Dienstag, 02.10. | 12:00, 13:00 Uhr
Donnerstag, 04.10. | 14:00, 15:00 Uhr
Freitag, 05.10. | 10:00, 11:00 Uhr

Beginn der Vorlesungszeit
Dienstag, 09.10. | 18:00, 19:00 Uhr
Mittwoch, 10.10. | 18:00, 19:00 Uhr
Donnerstag, 11.10. | 18:00, 19:00 Uhr
Freitag, 12.10. | 16:00, 16:45 Uhr

Aus zeitökonomischen Gründen findet der Test im 45/60-Minuten-Takt statt. Die Maximalteilnehmerzahl ist zu jeder Startzeit auf 20 Personen begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Es wird empfohlen, den C-Test so früh wie möglich zu absolvieren. Weitere Informationen finden Sie auf: http://www.uni-bielefeld.de/fachsprachenzentrum/tests_and_certs/placement.html

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Bibliobus: Termine ab August 2018

Veröffentlicht am 2. August 2018

Lust auf die neuesten französischen Romane? Aktuelle Filme? Auf aktuelle französische Musik?

Schön, dass der Bücherbus des Institut Français Düsseldorf  Station an der Uni Bielefeld macht!

Einfach zum Schnuppern vorbeischauen. Und ausleihen, was gefällt!

Wo? - Zwischen den Zähnen D und E


Wann? - Wieder ab August, jeden letzten Dienstag des Monats, von 15.00 bis 17.00.

Die Planung ab August 2018 ist wie folgt (Änderungen vorbehalten):

-> 28. August 2018
-> 25. September 2018
-> Oktober: Pause
-> 27. November 2018
-> Dezember: Pause

Weitere Informationen unter



oder bei Sylvie Richard (srichard@uni-bielefeld.de)

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Zu den Ursachen des syrischen Aufstands - 15. Juni

Veröffentlicht am 11. Juni 2018

Zum Vortrag "Die Ursachen des syrischen Aufstands" von Abdulkader Irabi laden das Fachsprachenzentrum (FSZ), das International Office und das Zentrum für Ästhetik herzlich ein.

Wann: Freitag, den 15.06.2018, 18 Uhr (s.t.) - 19.30

Wo: In der Language Lounge des Fachsprachenzentrums im Universitätshauptgebäude C01-244

Der arabische Soziologe Abdulkader Irabi promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und lehrte Soziologie in Libyen, Bahrein, Mauretanien und Saudi-Arabien. In zahlreichen Veröffentlichungen dokumentierte er seine Forschungen mit dem Fokus auf die arabischen Gesellschaften und die arabische Soziologie. Seine letzte Station vor dem Ruhestand war eine Professur für Soziologie an der Imam Mohammed-Universität in Riyad. Der gebürtige Syrer hat seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland.

Eingeladen sind alle, die an der Thematik interessiert sind. Der Eintritt ist frei.

Foto: Aufnahme eines assyrischen Hochreliefs aus dem British Museum, London,
von Susanne Hecht. 


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The U.S. Constitution in the Age of Trump - 5. Juni, 18 Uhr

Veröffentlicht am 5. Juni 2018

Vortrag von Matt Lemieux, Coordinator of the Foreign Law Program, University of Osnabrück, former Executive Director of the American Civil Liberties Union Offices in Nebraska and Missouri

Wann: 05. Juni 2018, 18 Uhr

Wo: Language Lounge C01 - 244

Vortrag in englischer Sprache - Eintritt frei für alle, die Interesse haben

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Porträt Harun Kocatas

Veröffentlicht am 4. Mai 2018
Nach einem Interview-Leitfaden von Miriam Goupille

Lieber Harun, woher kommst du genau?

Ich komme aus der Türkei, aus Van in der Osttürkei. Die Stadt liegt an der Grenze zum Iran. Bis zur Gymnasialzeit habe ich in Van gelebt. Danach bin ich mit meiner Familie nach Istanbul umgezogen. Da habe ich mein Abitur gemacht und auch den Bachelor. Es sind jetzt 11 Jahre, die wir in Istanbul leben. Istanbul bietet sehr viel mehr Arbeitsmöglichkeiten und kulturelle Angebote als Van. Van ist eine Millionenstadt, antik und sehr schön. Van ist die Hauptstadt des altorientalischen Urartu-Reiches gewesen. Auch viele armenische Spuren gibt es wie die Insel Akdamar im Van-See. Es gibt diesen riesigen See (wir nennen ihn Meer) mit einem Ungehheuer wie Loch Ness und die weiße Van-Katze, die ein grünes und ein blaues Auge hat. Istanbul mag schön sein, aber Van ist für mich die attraktivere Stadt. Schade, dass das Existieren dort so schwer fällt.

Wie bist du nach Bielefeld gekommen?

In der Türkei habe ich Lehramt für Türkisch an der Marmara-Universität in Istanbul studiert. 2013 und 14 war ich als Erasmus-Student in Essen. Da habe ich angefangen, Deutsch zu lernen. Als ich in Essen war, habe ich beschlossen, meinen Master in Deutschland zu machen. Ich habe noch ein Jahr als Türkischlehrer in der Türkei gearbeitet und nebenbei mein Deutsch verbessert. Danach habe ich mich an deutschen Universitäten beworben und mache nun einen Master hier in Bielefeld in Linguistik: Kommunikation, Kognition und Sprachtechnologie. Die Stadt kannte ich vor meiner Bewerbung nicht, wusste aber, dass es eine kleine Stadt ist. Aus der Hektik, der Anstrengung, die man in einer Weltstadt täglich lebt, wollte ich weg.

Gibt es etwas aus deiner Gegend/deinem Land, was du hier vermisst? Und/oder etwas, was du hier in Bielefeld schön findest?

Das Meer vermisse ich sehr. Meine Familie und Istanbul mit seinem Wetter, seinem Essen.

Bielefeld ist eine Unistadt, eine kleine Stadt - und trotzdem hat man viele Möglichkeiten in allen Lebensbereichen. Ob Kultur, Freizeit, Uni, Natur ... überall gibt es viele Angebote. Das Verkehrsnetz ist phantastisch ausgebaut, man kommt auf viele Arten und Weisen schnell überall hin. Und an der Uni erlebe ich, wie interessant interdisziplinäre Begegnungen sind.

Hast du immer unterrichtet? Wenn nicht, was hast du vorher gemacht?

Ich unterrichte seit 2015 Türkisch. Davor habe ich Praktika gemacht. Zum Beispiel am Junus Emre-Institut. Das ist das türkische Äquivalent zum Goethe-Institut.

Kannst du uns eine Anekdote über deine (ehemaligen) Studenten erzählen? Es kann etwas Lustiges oder leicht Peinliches sein, das jedem von uns passieren kann.

Das Türkische besitzt zum Beispiel viele arabische Lehnwörter. Als ich Flüchtlinge in der Türkei unterrichtet habe, benutzte ich Lehnwörter aus dem Arabischen im Türkischen, die aber einen Bedeutungswandel erfahren haben. Das hat zu lustigen Missverständnissen geführt. Das Wort medrese, zum Beispiel, hatte ich als Bezeichnung für die Universität benutzt. Im Arabischen heißt das aber heute einfach nur Schule. Für die Uni gibt es ein anderes Wort. Anstatt also zu fragen: "Willst du später an die Uni gehen?", ist das bei den Teilnehmern angekommen als: "Willst du mal zur Schule gehen?"
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Porträt Eliana Mastrantuono

Veröffentlicht am 3. Mai 2018
Nach einem Interview-Leitfaden von Miriam Goupille

Liebe Eliana, woher kommst du genau?

Ich komme aus Mailand. Wirklich mitten aus Mailand. Das von Mal zu Mal schöner wird, wann immer ich hinreise. Wir hatten vor einigen Jahren die Expo da, und man hat viel Geld in die Stadt investiert. Milano ist grün, es gibt viele Parks, trotz allem, was so geredet wird. Auch wenn es eine große Stadt ist, ist man schnell in der Natur.

Wie bist du nach Bielefeld gekommen?

Am  Anfang, es war vor zwei Jahren, war ich während meiner Doktorarbeit zu einem Besuch am CITEC. Ich habe in Spanien promoviert: Über Sprache und Perzeption von gehörlosen Jugendlichen. Bei diesem ersten Besuch in Bielefeld hatte ich eine schicksalhafte Begegnung. Ich habe nämlich meinen jetzigen Partner kennengelernt. Einen Italiener, der in Bielefeld lebt.

Gibt es etwas aus deiner Gegend/deinem Land, was du hier vermisst? Und/oder etwas, was du hier in Bielefeld schön findest?

Mir fehlt vieles aus Italien. Seit mehr als sechs Jahren lebe ich nicht mehr dort, und vor allem fehlt mir die Art und Weise, wie man dort zusammen mit Freunden lebt. Vielleicht liegt es nur an der gemeinsamen Muttersprache. Vielleicht aber auch nicht. Es scheint mir dort viel einfacher zu sein, mit anderen Menschen in einen vertrauten Kontakt zu kommen. Außer in Italien und Deutschland habe ich länger in England und Spanien gelebt. In Spanien ist man sofort sehr informell, aber es kommt nach meiner Erfahrung nicht zu intensiven, wirklich vertrauten Kontakten. In England war es das Gegenteil. Sehr formal alles am Anfang, aber dann entstehen tiefe Freundschaften. Mit den Deutschen habe ich noch nicht so viele Erfahrungen gemacht. Es ist ein gutes Jahr, dass ich hier lebe, und ich habe mich zuerst in meine neue Beziehung finden müssen, die beruflichen Angelegenheiten regeln, die Sprache lernen. Ich brauche noch Zeit und habe noch kein rechtes Bild von den Deutschen.

In Bielefeld gefällt mir, dass es so eingetaucht ins Grüne ist. Außerdem scheint mir hier alles in geordneten Bahnen zu verlaufen. Aber, wie gesagt, noch habe ich wenige Erfahrungen gesammelt.

Hast du immer unterrichtet? Wenn nicht, was hast du vorher gemacht?

In den letzten Jahren habe ich mich mehr der Forschung gewidmet. Davor aber habe ich Gehörlose unterrichtet, Italienischunterricht gegeben und auch Philosophie gelehrt. In der Philosophie habe ich mich mit Sprachphilosophie beschäftigt und mich auf Gebärdensprache spezialisiert.

Kannst du uns eine Anekdote über deine (ehemaligen) Studenten erzählen? Es kann etwas Lustiges oder leicht Peinliches sein, das jedem von uns passieren kann.

Mit fällt gerade der Unterricht mit den Gehörlosen ein, und was mir in den Sinn kommt, ist gar nicht anekdotisch. Es sind doch oft sehr schwere Situationen. Ich denke an einen Jungen, der 15 war, als ich anfing, ihn für zwei Jahre zu unterrichten. Als Kind hörender Eltern hatte er gar keine Sprache gelernt, auch keine Gebärdensprache. Es fiel ihm so schwer, Gesten zu erinnern, und die Sprachlosigkeit brachte ihn in eine so traurige Isolation... Ich muss wirklich  nach etwas Komischem in meiner Erinnerung kramen.

Da fällt mir ein lustiger "Kulturschock" ein. Mit chinesischsprachigen Studenten hatten wir nach dem Unterricht einen chinesischen Restaurantbesuch geplant und davor einen italienischen Aperitiv. Die Studenten hatten das beste chinesische Lokal ausgesucht, ich die beste Mailänder Enothek. Nachdem wir einige erlesene und sündhaft teure Weine gekostet hatten, führten die Studenten mich in das Restaurant und wählten für mich aus, was an lukullischen Highlights auf keinen Fall zu verpassen war. Es startete mit dem Getränk. Ein ganz exquisiter Soja-Drink!

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Sprache im Tandem

Veröffentlicht am 30. April 2018

Kennen Sie schon unsere Tandem-Pinnwand?

All jene, die ihre Sprachkenntnisse auch außerhalb unseres Seminarangebots noch weiter ausbauen möchten, können die Möglichkeit nutzen, über unsere Tandem-Pinnwand einen Partner/ eine Partnerin für ein Sprachtandem zu finden.

Wegen der Bauarbeiten am Seiteneingang C01 befindet sich die übergangsweise mobile Pinnwand momentan direkt im Eingangsbereich unserer Lounge in C01-244.

Wer sich auf die Suche begeben möchte hat zwei Möglichkeiten: Entweder Sie hängen ein ausgefülltes Formular, auf dem Sie die gewünschte Sprachkombination und ihre Kontaktdaten eintragen, an die Pinnwand, oder Sie suchen unter den bereits angepinnten Formularen eine Person aus, mit der Sie lernen möchten und kontaktieren diese.


Das FSZ wünscht viel Erfolg bei der Suche und beim gemeinsamen Lernen.

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Do you know our tandem pinboard?

Everbody who wants to train their language skills beyond our seminars, has the possibility to use our tandem pinboard to look for a tandem partner.

Due to the construction work at the side entrance in C01, our pinboard is currently mobile and can be found in our lounge in C01-244.

If you are interested, you have two possibilities: Either you fill out the form and leave behind information about yourself, your wished language combination and your contact, or your select one of the forms already pinned on the board and contact the person of your choice.

The language centre wished good luck finding a Partner and learning together.

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Meet & Speak am 24.04.

Veröffentlicht am 16. April 2018

Es ist wieder so weit! 

Am 24.04. findet das erste Meet & Speak des Sommersemesters statt.

Du möchtest fernab von den üblichen Seminaren deine Fremdsprachenkenntnisse verbessern? Du hast Lust in entspannter Atmosphäre mit Menschen aus der ganzen Welt zu sprechen? Vielleicht studierst du auch DAF und möchtest anwenden, was du im Studium gelernt hast, und internationalen Studierenden helfen ihr Deutsch zu verbessern?

Bei uns seid ihr alle herzlich willkommen!

Also schaut einfach vorbei, es ist keine Anmeldung notwendig.
24.04. | ab 18 Uhr | Lounge des Fachsprachenzentrums (C01-244)

 


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C-Test-Termine SoSe 2018

Veröffentlicht am 16. April 2018

Wer in den Sprachen Englisch, Spanisch oder Französisch zu ersten Mal einen Sprachkurs des FSZ besuchen möchte, muss auch vor dem kommenden Wintersemester 18/19 sein Niveau einstufen lassen. Es ist zu empfehlen, die Einstufung so früh wie möglich abzuschließen. Daher bieten wir schon während des laufenden Semesters zu folgenden Terminen den C-Test in Raum C01-242 an:

Donnerstag, 19.04. | 14:00 und 14:45 Uhr

Donnerstag, 03.05. | 14:00 und 14:45 Uhr

Donnerstag, 17.05. | 14:00 und 14:45 Uhr

Donnerstag, 07.06. | 14:00 und 14:45 Uhr

Donnerstag, 21.06. | 14:00 und 14: 45 Uhr

Bitte seien Sie jeweils rechtzeitig einige Minuten vor der gewünschten Startzeit am Raum.

ACHTUNG: Wer noch eine Einstufung für einen Kurs des laufenden Sommersemesters 2018 nachweisen muss, kann dazu nur noch den Termin am 19.04. nutzen!

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Niveaueinstufung-Placement test

Veröffentlicht am 9. April 2018

Falls Sie in den Sprachen Spanisch, Französisch oder Englisch bereits Vorkenntnisse haben, müssen Sie einen C-Test zur Einstufung ablegen, um in den für Sie richtigen Kurs zu kommen.  Ohne Test kein Kurs.

Auch nach der einmaligen Abfrage der Daten aus Ihren Stundenplänen im ekvv am 28. Februar können Sie noch Plätze in teilnehmerbegrenzten Kursen des Sommersemesters 2018 erhalten, wenn Sie einen C-Test zu einem der unten genannten Termine absolvieren. 

Aus organisatorischen Gründen findet der Test im 45/60-Minuten-Takt statt. Die Maximalteilnehmerzahl ist zu jeder Startzeit auf 20 Personen begrenzt. Ein vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Montag, 9. April: 18:00 und 19:00 Uhr

Dienstag, 10. April: 18:00 und 19:00 Uhr

Mittwoch, 11. April: 18:00 und 19:00 Uhr

Donnerstag, 12. April: 18:00 und 19:00 Uhr

 

Der C-Test findet in Raum C01-289 statt. Bitte seien Sie zur Einweisung einige Minuten vor ihrer gewünschten Startzeit da. 

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Kein Kursplatz - Was nun?

Veröffentlicht am 5. April 2018

Viele Studierende haben keine Zulassung zu ihrem Wunsch-Sprachkurs bekommen. Warum das so ist, lesen Sie weiter unten.

Zuerst aber, was Sie tun können:

Gehen Sie, wenn Sie die Voraussetzungen zum Kursbesuch erfüllen, in die erste Kursstunde und stellen Sie sich der Lehrkraft vor. Gar nicht so selten nehmen zugelassene TeilnehmerInnen ihren Platz nicht in Anspruch. Diesen Platz können Sie dann ausfüllen.

Warum Sie keinen Platz erhalten haben:

Grund 1: mehr Anmeldungen als Plätze

Grund 2: Sie haben sich nach dem Stichtag der Zulassung angemeldet und konnten nicht mehr berücksichtigt werden

Grund 3: Sie haben keine C-Test-Ergebnisse (Einstufungstest obligatorisch bei Englisch, Französisch und Spanisch) abgeliefert.

Ab Kursbeginn haben die Lehrkräfte Zugriff auf das Teilnehmermanagement und können Studierende dann selbst zulassen. Zuvor macht das eine dafür beauftragte Person, die ein starres Regelwerk für die Zulassung befolgen muss.
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Porträt Marie Farge

Veröffentlicht am 5. April 2018

Nach einem Interview-Leitfaden von Myriam Goupille

Liebe Marie, woher kommst du genau?
Geboren bin ich an der Elfenbeinküste. Aber eigentlich komme ich aus Frankreich, denn ich war etwa eineinhalb, als ich die Elfenbeinküste verließ. Meine Eltern leben in einer kleinen Stadt mit Namen Chateauroux, in der ich aufgewachsen bin bis zum Abitur. Mit 17 bin ich dann zum Studium nach Limoges, wo ich zwei Jahre lang Wirtschaft studiert habe. Die nächste Station mit 19 war Spanien  Ein Jahr lang habe ich als Erasmus-Studentin in Valencia gelebt. Nach der wundervollen Erasmus-Erfahrung bin ich zum weiteren Studium nach Orleans, wo ich meine Licence in Wirtschaft und Sprachen (Englisch und Spanisch) bekommen habe. Die Licence ist der französische Name für den Bachelor.

Wie bist du nach Bielefeld gekommen?
Durch meinen Mann. Eine Bielefelder Firma hatte ihn angeworben. Er hat mich gefragt: Würdest du mitkommen? Ich habe 'Ja' gesagt. Ohne jede Deutschkenntnis. 2011 sind wir hier angekommen, und ich habe erst einmal Deutsch gelernt. Sowohl in einer Sprachschule als auch als Kellnerin in einem Café. Das kann ich jedem nur empfehlen, der eine Sprache lernen will. Geh ins Land, mach einen Sprachkurs und such dir parallel eine Arbeit mit Kollegen- und Publikumskontakt! Wenn es irgend geht.

Gibt es etwas aus deiner Gegend/deinem Land, was du hier vermisst? Und/oder etwas, was du hier in Bielefeld schön findest?
Oh ja. Gastronomisch zum Beispiel vermisse ich die wunderbaren pâtes aus Frankreich, die saucisson, eine getrocknete französische Salami, die ich so lecker finde. Ich bin der herzhafte Typ, und man sieht, das Essen steht an erster Stelle…
Durch die neuen Technologien vermisse ich Frankreich ansonsten nicht so sehr. Der einfache Zugang zu den audiovisuellen Medien erlaubt mir eine tägliche Verbindung mit dem Land. Manchmal vermisse ich allerdigs ein bisschen Chaos. Es ist doch alles sehr reglementiert und geordnet in Deutschland. Chaos entsteht durch Spontaneität, und das bedeutet, dass jederzeit etwas Überraschendes passieren kann. Hier in Bielefeld läuft alles gleichmäßig und vorhersehbar ab. Das beruhigt, und man fühlt sich vor bösen Überraschungen geschützt. Allerdings gibt es auch die schönen nicht oder sehr selten.
In Bielefeld schätze ich das Praktische. Auch die Sicherheit der Stadt, insbesondere für mich als Frau. In Frankreich liegt mehr Verführung in der Luft, die zuweilen in Aggression oder Belästigung übergeht. Hier in Bielefeld fühle ich mich freier als Frau. Ich muss nicht ständig eine Hab-Acht-Haltung haben. Ich glaube auch, dass die Leute einen anderen Blick auf den Körper haben. Nacktheit zum Beispiel ist etwas Selbstverständliches. Nackte Kinder im Freibad etwa oder im Park hielte ich in Frankreich für undenkbar. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Franzosen ständig andere Leute beurteilen. Der ist so und die so. Und wie sieht das denn aus! Und das kann man doch nicht tun oder tragen und dies. Auch ich war ein bisschen so. Jetzt finde ich das nicht mehr relevant. Ein Beispiel: In Frankreich fragen mich Leute häufig, ob sie meine Haare anfassen dürfen. Das passiert in Bielefeld wirklich selten.

Hast du immer unterrichtet? Wenn nicht, was hast du vorher gemacht?
In Frankreich habe ich etwa zwei Jahre lang Immobilien verwaltet. Danach war ich in Bielefeld und habe nach dem erwähnten Spracherwerb eine Ausbildung als Visagistin in Berlin gemacht. Bin ein bisschen hier und dort gewesen mit meiner Arbeit. Dann kam meine Tochter, und ich brauchte eine Tätigkeit mit Planungssicherheit. Damit fing meine Arbeit als Sprachlehrerin an. Zunächst mit Privatschülern. Dann weitete sich das aus auf alle möglichen Sektoren des Sprachunterrichts.

Kannst du uns eine Anekdote über deine (ehemaligen) Studenten erzählen? Es kann etwas Lustiges oder leicht Peinliches sein, das jedem von uns passieren kann.
Mir fällt eine Nettigkeit aus einer Gruppe an der Volkshochschule ein. Unser Thema war La Vallée de la Loire. Wir haben über die dortige Spezialität der Tarte Tatin, einen Apfelkuchen, gesprochen. Zwei Schwestern hatten einmal ein Restaurant - in Lamotte-Beuvron, glaube ich. Eine war in der Küche, die andere im Service. Eines Tages war es so voll und stressig, dass die Köchin den Teig vergessen hat beim Apfelkuchen. Sie holte die Tarte aus dem Backofen - sieht mit Schrecken, dass der Teig noch draußen steht, legt ihn auf die gebratenen Äpfel und schiebt alles noch einmal in den Ofen. So entstand ein neues Rezept, das zur lokalen Spezialität geworden ist.
Die Überraschung: In der nächsten Woche brachte eine Studentin eine selbst gebackene Tarte Tatin mit. Das hat mich sehr berührt und gefreut. Der Unterricht ist ins Leben übergegangen.

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Decamerone 09.03.

Veröffentlicht am 8. März 2018

Cari amici e amici della letteratura italiana,
 
nach dem großen Erfolg des Leseabends zu Umberto Eco im letzten Jahr nimmt die Deutsch-Italienische Gesellschaft Bielefeld – in Kooperation mit der Stadtbibliothek
und unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Italienischen Republik – wieder an einem bundesweiten „Lesemarathon“ teil. Im Mittelpunkt steht diesmal ein weltberühmter Klassiker der italienischen Literatur: Das Decameron von Giovanni Boccaccio.

Vielleicht haben Sie / habt Ihr Lust, am Freitag, 09.03.2018, 19:00 Uhr in die Stadtbibliothek zu kommen? Ich würde mich sehr freuen.

Es werden einige der wunderbaren Novellen aus dem Decameron  vorgelesen – auf Deutsch, zwei auf Italienisch. Das Blockflötentrio „tricorder“ wird für die musikalischen Intermezzi sorgen, mit thematisch passender Musik aus dem 14. Jahrhundert. Außerdem wird für alle Gelegenheit und Zeit sein, bei einem guten Glas italienischen Weins (Weinbar: vinotoni, Gütersloh) miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen!

Cordiali saluti, a presto!

Maddalena Agliati, 2. Vorsitzende der DIG Bielefeld

 

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Erasmus-Winter in Florenz

Veröffentlicht am 9. Februar 2018

Januar 2018


Ciao a tutti,
Der Januar neigt sich dem Ende mit einem Super-Blue-Moon, den ich leider weder vom dritten Stock auf meinem Balkon bei Nieselregen und bedecktem Himmel, noch durch meine 3 Dachfenster leuchten sehen konnte – wie schade. Wäre irgendwie ein geeigneter Abschluss für diesen anstrengenden und studienintensiven Monat gewesen, denn mir steht der Sinn danach, den Mond in allen mir zur Verfügung stehenden Tonlagen anzuheulen


- aus Erleichterung über den Abschluss meiner internationalen Gruppenarbeit
- aus Freude darüber, dass sich der milde, aber regengeschwängerte Winter sich verabschiedet und die ersten warmen Sonnentage ein angenehmes Wonnegefühl von Frühling im Januar aufkommen lassen. Was mich dazu inspiriert hat, meinen als Weihnachtsbaum dienenden Weihnachtsstern über den Balkon zu kicken und gegen Primeln (natürlich in Rosé) auszutauschen.


Nachtrag zu weihnachtlichen Fundstücken


Dieser Entenladen bietet ausschließlich eine Gummiente an, die wohl jeder von uns kennt, jedoch in hundert verschiedenen Ausführungen. Darunter Darth Vader oder Superman. Dieses Weihnachtskrippenmodell findet bestimmt auch seine Liebhaber.


6. Januar - Dreikönigstag

... in Italien Befana oder Epifania genannt. In Florenz wird dieser Feiertag mit einer festlichen Prozession begangen, die die Reise der heiligen 3 Könige zur Krippe nachstellt – „La cavalcata dei Re Magi“. Hunderte Teilnehmer_innen in historischen Gewändern, Fahnenschwenker, die aus vielen Städten der Umgebung kommen und mit Trommeln und Fanfaren in gemächlichem Wiegeschritttempo zur Krippe vor dem Dom schreiten. Die Terrakottafiguren wurden zu diesem Anlass durch ein lebendes Ensemble Maria, Josef und Baby, einschließlich Ochs und Esel ausgetauscht.
Bei der Aufnahme unten sieht es so aus, als ob die Könige sich gar nicht sicher waren, ob sie den richtigen Weg genommen haben…


Studienerlebnisse, Hürden, Lorbeer und Dante

Da ich wegen eines Studiums hier in Florenz weile, ist es an der Zeit, dass ich ein wenig über Studierkram und Besonderheiten der Uni berichte. Meine Fakultät in der Via Laura befindet sich in einem älteren, nicht sonderlich aufregenden Gebäude, aber dafür mitten im Centro Storico. In der engen Straße reihen sich die zahlreichen Mopeds und Fahrräder, es gibt eine Copisteria (Kopierladen), einen Imbiss, in dem die in der Toscana typischen Panini – belegte Brote – verkauft werden.


Außerdem eine Universitätsbuchhandlung, die ihresgleichen sucht. Hier gibt es alles, was ein Schüler/Studentenherz begehrt und davon offensichtlich so viel, dass vor dem Laden stapelweise ausgediente Bücher zur Mitnahme oder für den Papiermüll angehäuft werden. Bei schönem, sonnigen Wetter stellt der Buchhändler auf der gegenüberliegende Seite der Gasse Klappstühle im Kinostil auf, je nach Sonnenintensität auch einen Sonnenschirm. Dort sitzen dann die Wartenden mit Abholnummer gemütlich, bis ihr Buch in den Untiefen des Lagers des ziemlich chaotisch aussehenden Ladens ausgegraben wurde. Wenn ich im Frühjahr die Truppe wieder dort hocken sehe, mache ich euch ein Foto – es ist einfach zu schön anzusehen.

Wie komme ich hier rein?

Aufgrund der traditionsreichen italienischen „Laurea“ Feierlichkeiten, die nicht an einem bestimmten Tag, sondern jederzeit zum Prüfungsabschluss (gefühlt täglich) in der Zeit von September bis Dezember stattfanden, musste ich mir den Zutritt zur Uni quasi erkämpfen, denn der Eingang war nicht passierbar. Dort lagerten munter und festlich gekleidete Menschen, die mit Konfettikanonen, Blumen und Prosecco bewaffnet, die frisch ausgezeichneten „Laureat_innen“ erwarteten. Was hat es damit auf sich?

Die Laurea Triennale oder Laurea Magistrale

sind Hochschulabschlüsse an Italiens Universitäten, obwohl in Bologna die europäische Studienreform zur Verbesserung der Einheitlichkeit und Anerkennung aller Studienabschlüsse das Bachelor- und Mastersystem verabschiedet wurde. Habe keinen Schimmer, wieso dies dann in Italien, oder zumindest hier in Florenz nicht bekannt und angewendet wird. Aber das
nur als Randnotiz. Allora, nachdem die Student_innen1 in der Aula Magna, im Beisein des ganzen Hofstaates - tutta la famiglia – (der Rest wartet draußen im Eingang) ihre Tesi (Abschlussarbeit) verteidigt haben, wird ihnen feierlich ihr Titel verliehen und zum krönenden Abschluss ein gewundener Lorbeerkranz aufs Haupt gesetzt. Das Ganze wird dann natürlich mit ordentlich Konfettigewitter und Geböller, Blumen, Antipasti und Sekt gefeiert. So geschah es denn ein ums andere Mal, dass ich, die sowieso immer mit leichter bis minderschwerer Verspätung über das Pflaster angehoppelt kam, um das Ziel meiner Tagesetappe zu erreichen, gleich zu Beginn meines Vorhabens ausgebremst wurde.
Der Ursprung des Lorbeerkränzens führt zurück in der Antike, wo den siegreichen Kämpfern (denkt an Cäsar, Asterix und Obelix…) und später auch den großen Dichtern (Poeta laureatus), wie Dante als Zeichen der Ehre ein Lorbeerkranz „lauro“ aufs Haupt gestülpt wurde.
Ich stelle mir im Vorübergehen immer vor, ebenfalls solchermaßen gekrönt und gekränzt aus der Uni zu tanzen……eine wirklich schöne Tradition, oder?
Von den fünf Seminaren, die ich anfangs besuchte, sind letztendlich drei übriggeblieben, weil die Kurse mit 4-6 Zeitstunden pro Woche angelegt sind und damit mein Zeitpensum sprengen. Das Semester und die ersten Wochen zeichnete sich durch nervenzehrende Anmeldeprozeduren und Formularsammelaktionen und einem Gerenne zwischen den an verschiedenen Stellen in Florenz verteilten Institutionen aus. Hinzu kam die Suche nach einer Aufschlüsselung des Studienablaufs und Vorlesungsverzeichnisses. Wer bisher davon überzeugt war, dass die deutsche Bürokratie weltweit führend im Korinthen-kacken-ABC, Formularwettstreit und Freundlichkeit ist, dem kann ich versichern – es geht immer noch schlimmer!
Die Seminare finden in Hörsälen – Aulen – statt, was schon ein Anzeichen dafür ist, dass es sich hierbei eher um Vorlesungen handelt. Die mir bisher bekannten dort dozierenden Professor_innen frönen dort den altmodischen didaktischen Methoden des Frontallehrens. Man stelle sich das folgendermaßen vor: Der Schwarm von Studierwilligen, findet sich – außer mir - pünktlich ein und zückt zwecks Aufzeichnung und Vorfreude ob des inhaltsgewichtigen Vortrags eine Schulkladde für die Mitschrift.
An dieser Stelle füge ich gleich einige gewichtige Gründe (Ausreden) zur Erklärung meiner notorischen Unpünktlichkeit an:


1. Unkenntnis über die Aufdröselung des Vorlesungsverzeichnisses, des Onlinedschungels, darüber, wann, wo, was stattfindet und wie hier die akademische Viertelstunde vollstreckt wird, die zwar existiert, aber unterschiedliche Auslegungen erfährt. Insofern habe ich bis zum heutigen Tag nicht begriffen, warum das Seminar einmal um 10 oder 10.30 stattfindet, aber selten um 10.15 c.t. Diese im Vorlesungsverzeichnis üblich verwendeten Zusätze cum tempore oder sine tempore2 sind in den hiesigen Stundenplänen nicht vorhanden, sollen aber anscheinend dann und wann mitgedacht und sogar angewendet werden. Es scheint jedem Studierenden selbst überlassen zu sein, dies herauszufinden bzw. den wechselnden Gewohnheiten der Professor_innen anzupassen. Man könnte auch sagen: Heute so – morgen so……mit dem Zusatz – „siamo in Italia…“


2. Die Anreise. Habe mich zur Anfahrt mit dem Bus entschlossen, nachdem ich den Weg zum passenden Bus an wechselnder Haltestelle ziemlich zielsicher finde. Aber, auch hier gilt das Motto – heute vielleicht ja, morgen ein bisschen anders, was z. B. die Abfahrtszeiten angeht. Es kann gut passieren, dass ich im Halbschlaf vor mich hindämmernd erst merke, dass ich schon 20 Minuten warte, wenn die Mitwartenden an der Haltestelle auf der gegenüberliegenen Straßenseite, hin- und her tigern um vom dortigen Beobachtungsstandort einen frühen Blick auf den vielleicht herannahenden Bus zu erhaschen. Man kann sich demnach nie der Busfahrsache sicher sein, denn es findet möglicherweise an diesem Tag irgendwo auf der Strecke eine wichtige Manifestazione (Veranstaltung, Demonstration) statt, die die Durchfahrt für den Straßenverkehr blockiert. Oder eine der zahlreichen Straßenbaustellen macht eine Streckenänderung erforderlich. Oder es ist einfach viel Verkehr, oder was weiß ich, etc.!. Leider informiert man mich nicht über etwaige Änderungen, sondern ich muss irgendwie verstehen, was vielleicht gerade im Gange ist. Im schlimmsten Fall nimmt man mir einfach die Haltestelle weg und stellt sie provisorisch an einer anderen Stelle auf, die ich nicht kenne….Mit viel Fleiß und Glück habe ich einen Zettel entziffert, der dort klebt, wo einmal das liebgewonnene Bus-Halte-Zeichen Sicherheit auf Transport signalisierte, aber kann beim besten Willen nicht herauslesen, wo denn nun die neue Stele der Bus-Fahr-Leidgenossen aufgestellt worden ist. Ganz zu schweigen von dem Problem, dass sowieso kein Bus auf der gleichen Straße für Hin- und Rückweg anzutreffen ist. Nun, wenn die Erkenntnis irgendwann zu mir durchgesickert ist oder auch nicht – und ich muss ohne Erklärung mit dem mir widerfahrenen Missgeschick umgehen, dann hätte ich meist mein angestrebtes Ziel zu Fuß längst erreichen können. Diese Erkenntnis wiederum trifft mich leider zu spät – und verhagelt mir den angestrebten pünktlichen Studienantritt….


3. Müdigkeit, aufgrund von dauerhaftem massivem Schlafmangel von September bis November, verursacht durch zzzsssssssummende blutsaugende Mückenmonster in der Wohnung. Seit Dezember genieße ich Schonzeit und bin meist ausgeschlafen, aber es ist tatsächlich schon eine Frührückkehrerin in der letzten Woche des Januars aufgetaucht und aktiv stechend aufgefallen, das heißt, die Mitgenoss_innen stehen schon in den Startlöchern um erneut über mich herzufallen. AAAAAAAAAAAAAAhhhhhhhgrrrrrrrrrrrrrrrr……..


4. Oder, ich bin eben einfach zu spät dran, weil ich ein leicht unpünktlicher Mensch bin.


Quindi, anfangs glücklich über den Fund eines Zeitplans, den ich in den Untiefen der homepage der Uni gefunden hatte, fand ich mich zeitlich und punktgenau zum Startdatum eines Kurses ein. Nach einer Stunde Wartezeit beschloss ich und eine ebenfalls verwirrte Studentin, den ersten Seminartag zu beenden mit der Schlussfolgerung, dass Angaben im Seminarverzeichnis nicht unbedingt identisch sind mit der idealerweise gleichzeitigen Anwesenheit von Studierenden und Professor_innen.
Aufgrund der Größe der Aulen nutzen die Professor_innen Mikrofone, um ihren Monolog in die Zuhörergemeinschaft zu tragen, der bis zu vier Stunden am Stück dauern kann und nur von einer 20minütigen Pause unterbrochen wird. Jedesmal gibt das Mikrofon zwischendurch den Geist auf, weil es die Zeit nicht durchhält oder nichts mehr hören mag… Ich fühle mit diesem Mikrofon eine innere Verwandschaft….
Unwägbarkeiten gibt es also – bezüglich des wirklichen Beginns und Ende einer Veranstaltung, ob und wie lange eine Pause stattfindet, der schwankenden Teilnehmerzahl, denn es kann sein, dass man nur zu zehnt im Hörsaal sitzt. Angesichts des schönen Wetters, dass vor den Fenstern lockt, kann ich das gut nachvollziehen, aber als Ausgleich für meine Unpünktlichkeit bin ich sehr diszipliniert und erscheine unpünktlich aber regelmäßig. Da es sich immer um Zeitstunden handelt und nicht, wie bei uns üblich um 45 Minuten, gilt, wo 3 oder 4 Stunden draufsteht, sind auch 3 oder 4 volle Stunden drin.
Wenn ich montags erst mein dreistündiges Forschungsmethodenseminar abgehört, mich in einer 2stündigen Mittagspause regeneriert, um dann anschließend den Tag mit einer vier Stunden Genderpädagogik oder Kulturanthropologie getoppt habe, bin ich regelmäßig eingeschlummert.

Zur Sprache

Auch wenn ich mir manchmal selbst zurufe „Fall doch endlich, du Groschen“, verstehe ich von Anfang an erstaunlich viel. Nicht wortwörtlich, aber inhaltlich kann ich alles nachvollziehen. Das liegt zum einen daran, dass die Florentiner eine ausgesprochen klare Aussprache haben und sich sozusagen der original italienischen Sprache, die der Dichter Dante Alighieri im 14 Jhdt. mit seiner „Göttlichen Komödie“ geschaffen hat, bedienen.


Das Bild von Dante – mit Lorbeerkranz und la divina commedia in seiner Hand vor den Mauern von Florenz - hängt im Dom.


Außerdem sprechen die Dozent_innen in einem gemäßigtem Tempo, so dass man nicht das Gefühl hat, auf der Jagd nach Worten zu sein. Die Wortbeiträge der Student_innen gleichen jedoch einem Wortwasserfall und ich kann dem Wildwasserboot nur fassungslos hinterherschauen und -rufen: „Piano, piano“.
In der Regel sitze ich also stundenlang in einem ungemütlichen Raum mit wenig Frischluftzufuhr auf harten Stühlen und engen Tischreihen und versuche mich so gut wie möglich wachzuhalten, wenn die winzige ältere aber energiegeladene Genderprofessorin ohne Punkt und Komma über ihr Thema plaudert oder die Anthropologin leise und monoton Seite für Seite aus einem Buch abarbeitet.
Man kann sich in der Passivrolle jedoch leider niemals sicher wähnen, wie ich erschreckenderweise realisierte, als Professoressa Uliveri ausgerechnet mich anvisierte um eine Rückbestätigung des vorher Gesagten zu bekommen! Pulverisierung oder Beamen alla Raumschiff Enterprise wäre die Wunschlösung meiner Wahl gewesen, denn ich konnte mich in dem Moment noch nicht mal an meinen Namen erinnern, geschweige denn eine sachkundige Antwort auf Italienisch geben. Ich habe es überlebt, weil sie sich auf „la donna chinese“ stürzte, die wach und des Italienischen schon mächtiger als ich war. Buona fortuna!

Straßenkunst

Jetzt gibt es was fürs Auge nach diesem trockenen Ausflug in den Studienalltag. Es folgt ein kleiner Einblick in die Florentiner Straßenkunst, die ich fleißig aufspüre und fotografiere. Da sind zunächst die besonderen Verkehrsschilder, die seit einigen Jahren das alltägliche Verkehrsbild der Stadt prägen und Florenz abseits von den großartigen Renaissance Kunstwerken auf witzige Weise in aller Welt bekannt gemacht haben. Der französische Künstler namens Clet, der in Florenz lebt, ist irgendwann mehr aus Verzweiflung auf diese Idee gekommen, nachdem er feststellen musste, dass er von Restauration und Malkunst nicht leben konnte. Er wollte seine Kunst zu den Leuten, auf die Straße bringen und erkor deshalb Straßenschilder zu seiner neuen Leinwand. Diese verwandelt er einfallsreich mit seinen Aufklebern, die das Schild jedoch weiterhin verkehrstauglich lassen. Ich habe in einem Artikel im MERIAN über ihn gelesen und demnach herrscht wohl in Paris, Hongkong, Japan, Berlin große Nachfrage. Seine „Kunstwerke“ werden inzwischen auch von den italienischen Carabinieri toleriert, insofern scheint Florenz verstanden zu haben, dass ein
anderes Straßenbild publikumswirksam sein kann. Seine erste Tat, denn theoretisch handelt sich ja um ein Delikt beging er mit einem Aufkleber mit dem Titel – Jesus in der Sackgasse.



Wer die folgenden Straßenbilder fabriziert hat, kann ich leider nichts sagen. Die Bilder machen auf jeden Fall manche langweilige und hässliche Wand ansehnlicher, finde ich.

 
Dann gibt es noch die Kunst, die aufrüttelt, anstößt, nervt und über die man sich trefflich streiten kann. Von September bis Januar konfrontierte der Schweizer Künstler Urs Fischer mit mit einer 12 Meter hohen Aluminiumskulptur mitten auf der schönen Piazza della Signoria das zahlreiche Publikum, das eigentlich nur die Piazza, die Loggia dei Lanzi oder den Palazzo Vecchio besuchen wollte. Das Teil hört auf den Namen “Big Clay#4”. Egal um welche Ecke ich in die Piazza bog, ich war jedes einzelne Mal aufs Neue schockiert und genervt von diesem Riesen Haufen Scheiße, und der in meinen Augen sozusagen – Scheißkunst. Bildet euch eure eigene Meinung. Ich bin in dieser Hinsicht eine Kunstbanausin.


Seit der letzten Januarwoche kann der Blick wieder über die wunderschöne Piazza schweifen, ohne an “Big Clay#4” hängenzubleiben. Damit dieser Haufen nicht auch den Abschluss meiner Kleinkunstsause darstellt, erzähle ich euch noch was von einem der zahlreichen figurativen Kunstwerke aus Marmor oder Bronze, die in der Loggia dei Lanza und vor dem Palazzo Vecchio zu sehen sind. Eine Auffälligkeit trifft die Betrachter auf den ersten Blick: Die übergroßen

Statuen stellen berühmte Personen der Antike dar und sind neben ihrer Nacktheit immer in einer kämpferischen Pose zu sehen, noch dazu in sehr blutrünstigen Szenen. Ich habe noch nie so viel Mord und Totschlag in Kombination mit so vielen künstlerisch wertvollen nackten Hintern, Brüsten und Penissen auf einem öffentlichen Platz gesehen.

Benvenuto Cellini war Goldschmied, Bildhauer, Schriftsteller der Renaissance und hat mit seinem Perseus und der Medusa eine Bronzefigur geschaffen, die wohl nicht so einfach in der Herstellung war. Es gibt eine Legende, dass die Bronze für den Perseus bereits fast erkaltet war und der Kopf der Medusa aber noch fehlte. Um alles in einen Guss zu bekommen, entfachte er wohl von neuem das Feuer um die Bronze flüssig zu halten und schmiss aufgrund mangelndem Gussmaterials alles, was die Küche hergab, – Töpfe, Gefäße und Besteck – mit in die Form. Dies scheint ihm gelungen zu sein, denn wie man sehen kann, hält sein Perseus den Kopf der Medusa in seiner ausgestreckten Hand. Soweit der Stadtführer berichtete, konnte man später bei wissenschaftlichen Untersuchungen des Materials eine unterschiedliche Legierung der beiden Teile – Perseus und Medusakopf – feststellen, was darauf schließen lässt, dass an diesem Gerücht vielleicht etwas dran ist.


Mit diesem sehr meditativen Naturkunstwerk verabschiede ich mich von Euch.



Arrivederci e ci sentiam,

U.

Gesendet von FPolkowski in Archived

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