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Porträt - Simone Pimentel Lechthoff

Veröffentlicht am 28. Juni 2012, 16:54 Uhr
Simone Pimentel Lechthoff
Von Myriam Goupille

Liebe Simone, woher kommst du genau?
Ich komme aus Brasilien, aus São Paulo. Ich habe dort bis 1989 gelebt.

Ich habe meinen Mann in Brasilien kennengelernt. Wir haben dort geheiratet. Er hat ein Jahr gewartet, bis ich mein Studium abgeschlossen habe und dann sind wir nach Berlin gezogen.

Dort habe ich meine erste Tochter bekommen. Wir waren auf einem Rolling Stones Konzert, als ich die ersten Wehe bekam. Meine Tochter kam dann in die Zeitung als das „Rolling Stones Baby“.

Wie und wann kamst du nach Bielefeld?
Wir sind erst später nach Bielefeld gekommen. Denn drei Jahre nach der Geburt meiner Tochter sind wir nach São Paulo zurück gekehrt und zehn Jahre geblieben. Dort ist meine zweite Tochter zur Welt gekommen. Ich dachte damals, dass es sicherer wäre, die Kinder in Deutschland groß zu ziehen. Deshalb sind wir nach Steinhagen gezogen, in der Nähe von Bielefeld, wo mein Mann herkommt.

Ich lebe dort seit 2002.

Gibt es etwas aus Brasilien, was du hier vermisst? Und etwas, was du hier in Deutschland schön findest?
Ich vermisse das Wetter, die Familie, die Freunde und am meisten die Strände, wo ich jedes Wochenende zum Abschalten war.

Was mir hier besonders gefällt, ist die Ruhe, das heißt, dass es keine Gewalt gibt. Und auch die Gelegenheit haben, Musik zu machen.

Hast du immer unterrichtet? Wenn nicht, was hast du vorher gemacht?
In Brasilien habe ich Sozialwissenschaften studiert und davor eine Ausbildung als OP Schwester gemacht. Den Beruf habe ich auch ausgeübt.

in Berlin habe ich Straßenmusik gemacht.

Als ich in São Paulo zurückgekommen bin, habe ich als bilinguale Sekretärin bei der deutschen Handelskammer und als Exportassistentin in einer deutschen Firma sowie als Sekretärin bei einem Segelvermittlungsbüro gearbeitet. Ich bin auch Veranstaltungsassistentin gewesen.

Ich unterrichte an der Universität Portugiesisch seit 2003. Und seit 2008 unterrichte ich Step Aerobic und auch Spinning beim Hochschulsport.

Außerhalb der Universität engagiere ich mich als Sängerin und Musikerin in neun Bands, die sich mit verschiedenen Musikrichtungen aus Brasilien beschäftigen. Ich sang bereits im Bauch meiner Mutter!

Kannst du uns eine Anekdote über deine (ehemaligen) Studenten des FSZ erzählen? Es kann etwas Lustiges oder leicht Peinliches sein, das jedem von uns passieren kann.
Ein Freund von mir, der Capoeira macht, hatte seinen Besuch bei mir angekündigt. Ich habe mir überlegt, dass er in meinen Kurs kommen könnte, um über diesen Sport zu erzählen. Und so haben meine Studenten zuerst Fragen vorbereitet, um Interviews auf Portugiesisch (natürlich!) mit ihm führen zu können. Wir warteten schon auf ihn und ich fragte mich schon, was wir machen würden, wenn er nicht auftauchen würde. Er kam aber endlich und alles lief so gut und die Stimmung war so schön, dass er spontan eine Capoeira Vorführung machte. Meine Studenten waren begeistert! Manchmal passieren wunderschöne Sachen in einem Kurs, die man vorher nicht geplant hätte!

Simone singt bei den folgenden Konzerten:
am Freitag, 29.06. in Herzebrock im Cafe Nilza um 20:30 Uhr
am 15.09. in der Weltnachtfestival in Bielefeld
am 21. und 22.09. im botanischen Garten der Stadt Gütersloh

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