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Porträt - Giuseppe Lorentini

Veröffentlicht am 10. Mai 2012, 22:43 Uhr

Giuseppe Lorentini
Von Myriam Goupille

Lieber Giuseppe, woher kommst du genau?
Ich komme aus den Abruzzen, einer der grünsten Regionen nicht nur Italiens, sondern auch Europas. Mein kleines Dorf, Casoli, liegt im Herzen des Majella Gebirges, das zu einem Drittel aus einem Nationalpark besteht.

Wie und wann kamst du nach Bielefeld?
Seit drei Jahren wohne ich in Bielefeld und Bielefeld ist die erste deutsche Stadt, die ich kennen gelernt habe. Damals war dies mein erster Kontakt mit dem „Deutsche Vita“. Warum bin ich nach Deutschland gekommen? Wegen Amore, natürlich. Amore für die Universität Bielefeld und für eine neue Erfahrung mit dieser so interessanten und zugleich für mich seltsamen Kultur; aber wenig Amore für die Sprache, die ich noch nicht gelernt hatte zu deren Schönheit und Bilderreichtum aber der Poet in mir inzwischen einen Zugang gefunden hat, also auch hier Amore.

Gibt es etwas aus Italien, was du hier vermisst? Und etwas, was du hier in Deutschland schön findest?
Ja, ich vermisse die italienische Atmosphäre beim Essen und die wunderschöne Aussicht auf mein Majella Gebirge, das Vertrautheit für mich bedeutet. Natürlich fehlen mir auch die Adria, die Sonne, meine Familie und meine Freunde.

Hier in Deutschland habe ich meine Heimat gefunden im Herzen einer deutschen Frau, die seit eineinhalb Jahren meine große Liebe ist. Durch sie habe ich nicht nur Ostwestfalen sondern auch andere schöne Ecken Deutschlands kennen und lieben gelernt, vor allem Berlin. Ich würde sagen: „Ich bin glücklich“.

Hast du immer unterrichtet? Wenn nicht, was hast du vorher gemacht?
In Italien habe ich Kulturanthropologie und Archäologie studiert. Während des Studiums habe ich mit meinem Professor zusammen gearbeitet und habe von ihm viel gelernt und meine ersten Kontakte mit „der Welt der Didaktik und der Forschung“ geknüpft. Ich habe auch viele Nebenjobs gehabt, zum Beispiel war ich Promoter, Art Director eines Verlags, Kameramann und auch Olivenpflücker! Das ist genau unser Dolce vita...

Mit Unterrichten hatte ich noch nichts zu tun. Mein Ziel war es, in Bielefeld weiter zu studieren (Geschichte und Soziologie). Nebenbei fing ich mein Aufbaustudium Italienisch als Fremdsprache an. Seit dem Wintersemester 2009 bin ich Lehrbeauftragter für Italienisch des Fachsprachenzentrums der Universität Bielefeld.

Kannst du uns eine Anekdote über deine (ehemaligen) Studenten des FSZ erzählen? Es kann etwas Lustiges oder leicht Peinliches sein, das jedem von uns passieren kann.
Ich habe immer viel Spaß und Motivation im Unterricht. Jeder weiß, dass es zwischen Italien und Deutschland Liebe und Hass gibt. Und das birgt immer Überraschungen! Im Anfängerkurs, während des Zahlenlernens, sollten die Studentinnen sich gegenseitig nach Telefonnummern fragen. Eine Studentin weigerte sich zu antworten und sagte: „Scusi, das ist aber eine private Frage!“. Das konnte ich mir nicht vorstellen, weil die Übung darin bestand, die Zahlen zu lernen mithilfe der Fantasie, also ausgedachten Nummern. Das war ein sehr lustiges Erlebnis für alle und so haben wir auch ein Beispiel für die kulturellen Unterschiede gesehen! Viele andere Anekdoten hätte ich zu erzählen, aber dafür könnten wir uns noch einmal treffen!

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