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Neue Ausgabe: InterDisciplines

Veröffentlicht am 2. November 2018, 18:49 Uhr

Die neue InterDisciplines The Body and its Multiple Dimensions ist erschienen. Im Fokus der neuen Ausgabe stehen verschiedene Perspektiven auf Definition, Hervorbringung und Beschreibung von "Körper" - von physisch bis metaphysisch, sozial konstruierten, politisch durchzogenen und ökonomisierten Körpern. Zum ersten Mal tauchte das Thema bei der Vortragsreihe Linie 4 in 2016 auf und auch bei der Konferenz Lund/York/Bielefeld, ebenfalls in 2016, griffen Mitglieder der BGHS das Thema erneut auf. Ein Ergebnis dieser Auseinandersetzungen ist die neue InterDisciplines mit fünf Artikeln internationaler Forschender.

Gastherausgeber*innen sind Cleovi C. Mosuela, Alumna der BGHS im Bereich Soziologie, und Britta Dostert, Promovierende der Geschichtswissenschaft.

Über das Thema

Eine geteilte Annahme der Artikel ist das Verständnis von "Körper" als soziologische und historische Kategorie, die in den Mittelpunkt der Analyse von Machtverhältnissen, Diskursen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen gesetzt wurde.

Davon ausgehend wirft Michelle G. Ong die Frage auf, wie Bürger*innenschaft über die Idee eines "gesunden Körpers" entlang der Kategorien Alter und Race kostruiert wird und so soziale Ungleichheiten stabilisiert. Gegenstand ihrer Forschung ist dabei die Situation philippinischer Migrant*innen in Neuseeland.

Auch Oleksandra Tarkhanova legt den Schwerpunkt auf staatliche Diskurse und wirft einen kritischen Blick auf das gegenwärtige ukrainische Wohlfahrtssystem, indem sie reproduktive Rechte von Frauen untersucht. Tarkhanova analysiert, wie weibliche* Körper durch biologistische Diskurse dahingehend essentialisiert werden, dass sie durch einen diskursiven "höheren Zweck des Gebärens" patriarchal überformt sind.

Misogynie als zentrale Struktur vergeschlechtlichter Körper ist auch Teil des Beitrags von Susan Lindholms, die gegenderte Körper in der Hip-Hop-Sphäre analysiert. In ihrem Artikel diskutiert Lindholm die Widersprüche und Potenziale verschiedener, framender Zugehörigkeiten, wie etwa nationale, transnationale und popkulturelle Bezüge.

An dem Beispiel europäischer Fußballspieler argumentiert Katarzyna Herd , dass der Körper eine Plattform eingeschriebener Narrative sei. Herds Analyse illustriert, wie Fußballspieler in bedeutsamer Verbindung zu den Fans interagieren und Handlungsfähigkeit in Bezug auf Geschichtsschreibung und Anerkennung des Teams herstellen und gestalten.

Auch Cleovi C. Mosuela arbeitet mit einem Konzept von Agency in Bezug auf "Körper". Mosuelas beforschte Krankenschwestern, die den Philipinen ausgebildet wurden und nun in Deutschland arbeiten. Dabei stellt sie die zentrale Bedeutung von "body work", körperlicher Arbeit und "care work", fürsorgenden Tätigkeiten heraus, die eine eigene Ethik im Umgang mit Patient*innen hervorbringen.

Über die InterDisciplines

Die InterDisciplines, ein peer-reviewed Online-Journal, das an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) redaktionell betreut wird, erscheint zweimal jährlich zu verschiedenen, die Geschichtswissenschaft und die Soziologie betreffende Themen. Jedes Themenheft wird von anderen Gastherausgebern betreut.

Link zur aktuellen Ausgabe:
http://www.inter-disciplines.org/index.php/indi/issue/view/24

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