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Bericht: Meet the Fellows

Veröffentlicht am 2. Mai 2018, 10:23 Uhr

Visiting Fellow Rodrigo Mota bei der Präsentation seiner Forschungsarbeit.
Foto: Thomas Abel

Am 24. April haben sich die diesjährigen Visiting Fellows im Rahmen der Veranstaltung Meet the Fellows offiziell an der BGHS vorgestellt und ihre Promotionsprojekte präsentiert. Dieses Jahr sind es drei Fellows: Zwei klassische Visiting Fellows, Rodrigo Mota und Anastasia Zaplatina, und ein Researcher in Residence, Gabriel Ferreira da Fonseca.

 

Der Soziologe Rodrigo Mota aus Brasilien, der an der Universidade Federal de Pernambuco, Recife (Brasilien) zum Begriff des Individuums forscht, stellte seine Arbeit „Individualisms and Individuations: Georg Simmel and the Sciology of the Individual“ vor.

Auf Basis von Georg Simmels Ideen zum Individuum, und eigenen Schlüssen über unterschiedliche Begriffe des Individuums in verschiedenen Gesellschaften, will Rodrigo Mota unter anderem untersuchen, welche Bedeutung eine unterschiedliche Auffassung vom Begriff des Individuums für Betrachtungen und Annahmen des Globalen Nordens über den Süden spielen.

In Bielefeld will Rodrigo Mota die Zeit nutzen, um sich die hier stark repräsentierten systemtheoretischen Theorien auf für ihn nutzbare Ansätze zum Individuum zu untersuchen.

Visiting Fellow Anastasia Zaplatina beschreibt, wie sie über die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten in der Roten Armee forschen will.
Foto: Thomas Abel

Anastasia Zaplatina aus Russland, ist Historikerin und arbeitet an der National Research University Higher Schoolf of Economics (Moskau) an ihrer Forschungsarbeit „Veneral Diseases in the Red Army in 1941-45: Gender and Epidemiological Aspects“.

Die Bedeutung von Geschlechtskrankheiten für die Rote Armee ist nach Zaplatinas Beschreibungen in vielen Bereichen noch nicht erforscht. Dass es sich hier aber um ein lohnenswertes Thema handelt, leitet sie unter anderem von den Thesen des Historikers Franz Seidler ab, demzufolge im Zweiten Weltkrieg mehr Menschen an Krankheiten als an unmittelbaren Kriegswirkungen starben.

Eine ihrer Hauptfragen ist dabei, wie sich während des Krieges das Bild von Maskulinität innerhalb der Sowjetunion verschoben hat. Ihren Aufenthalt in Deutschland will Anastasia Zaplatina dafür nutzen, um sich mit der Forschung über die Wehrmacht zu beschäftigen und vergleichende Ansätze für ihre eigene Arbeit zu finden.

Gabriel Ferreira da Fonseca über seine Forschung zum Wohnprogramm der brasilianischen Regierung.Foto: Thomas Abel

Gabriel Ferreira da Fonseca, Soziologe von der University of Sao Paulo, Brasilien, forscht an der Schnittstelle zwischen Recht und Soziologie. Dabei nutzt er einen systemtheoretischen Ansatz, um die Spannungen zwischen dem Rechts- und dem Wirtschaftssystem zu untersuchen, die beim brasilianischen Hausbauprogramm auftreten.

Sein Anspruch ist es auf lange Sicht, „den Menschen zu helfen, Häuser zu haben“, und seine Zeit in Bielefeld will er nutzen, um hier in die systemtheoretische Perspektive tiefer einzusteigen.

Die drei Research Fellows sind noch bis Ende Juli an der BGHS zu Gast. Sie nutzen die Zeit an der Uni Bielefeld, um in Ruhe weiter an ihren Promotionsprojekten zu arbeiten.

Darüber hinaus möchten sie während ihres Aufenthalts die einmalige Chance ergreifen, sich mit Promovierenden an der BGHS über ihre Arbeiten auszutauschen und sich vor Ort mit anderen Forschenden zu vernetzen.

Weitere Informationen zu den diesjährigen Visiting Fellows, zu den Visiting Fellows seit 2009 und allgemein zum Visiting Fellow Programm:
www.uni-bielefeld.de/bghs/Personen/Fellows/visiting_fellows

Weitere Informationen zum Ausschreibungsverfahren:
www.uni-bielefeld.de/bghs/Ausschreibungen/visiting_fellowships

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