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Bericht: 3. Interdisciplinary Dialogue

Veröffentlicht am 17. Juli 2018, 15:31 Uhr

Beginn des Interdisciplinary Dialogue. Fotos: Thomas Abel

Am Mittwoch, den 4. Juli, fand an der BGHS der 3. Interdisciplinary Dialogue statt. Das Thema lautete: Inclusion & Exclusion: Historical and Sociological Perspectives on Premodern Societies, the Law, and Organizations. Nach einer Einführung in das Thema und einer Vorstellungsrunde durch den stellvertetenden BGHS Direktor Prof. Dr. Thomas Welskopp, skizzierten die Teilnehmenden der Diskussion, welche Bedeutung Inklusion/Exklusion in ihrem Gebiet hat.

Der stellvertetende BGHS Direktor Prof. Dr. Thomas Welskopp stellt die Teilnehmenden der Diskussion vor.

Für die Soziologie nahmen Stefan Kühl, als Professor für Organisationssoziologie, und Alfons Bora, als Professor der Rechtssoziologie, am Dialog teil. Antje Flüchter, Professorin für das Mittelalter und die Frühe Zeit und Franz-Josef Arlinghaus, als Professor für die Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters vertraten Perspektiven der Disziplin Geschichte.

Prof. Dr. Franz-Josef Arlinghaus, Professor für die Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters (links).

Prof. Dr. Franz-Josef Arlinghaus beschrieb die Bedeutung von Inklusion und Exklusion in mittelalterlichen Gesellschaften. Unter anderem stellte er dar, dass eine Exklusion aus der Gesellschaft manchmal nicht mal durch den Tod des Menschen erreicht wurde – etwa wenn in einem Mordfall die Witwe des Getöteten nicht für sich selbst, sondern nur im Namen des Opfers sprechen durfte.

Prof. Dr. Stefan Kühl, Organisationssoziologie.

Prof. Dr. Stefan Kühl erklärte in seinem Statement, dass sein Interesse für den Inklusion/Exklusion-Mechanismus besonders im Hinblick auf verschiedene soziale Systeme der modernen Gesellschaft besteht. Als soziale Systeme betrachtet er Bewegungen, Familien, Gruppen und Organisationen. Jedes System würde einen anderen Mechanismus nutzen, der entscheidend für die Systemeigenschaften sei.

Prof. Dr. Antje Flüchter, Mittelalter und Frühe Neuzeit.

Prof. Dr. Antje Flüchter gab mit ihrem Statement einen Einblick in die Rolle von Inklusion/Exklusion bei historischen Phänomenen in der Frühen Neuzeit: Unter anderem beschrieb sie, wie es in einer französischen Kolonie in Indien zu besonderen Fragen der Inklusion/Exklusion kam, weil französische und indische Bürger unterschiedlichen Rechtssystemen zugeordnet waren.

Prof. Dr. Alfons Bora, Rechtssoziologie.

Ebenfalls mit Fragen des Rechts beschäftigt sich Prof. Dr. Alfons Bora, allerdings aus soziologischer Perspektive. Für sein Gebiet spielt der Inklusion/Exklusion-Mechanismus eine Rolle im Rahmen der „Verrechtlichung“, dem Prozess, wenn mehr gesellschaftliche Fragen vor einem Gericht verhandelbar werden. Etwa die Frage, ob und wie sich Künstliche Intelligenz gerichtlich verantworten soll, wäre eine Inklusion/Exklusions-Frage aus seinem Feld.

An die Eingangsstatements schloss sich eine offene interdisziplinäre Diskussion über das Thema Inklusion/Exklusion an. Am Schluss der Veranstaltung wurde das Podium für Fragen aus dem Publikum geöffnet.

Prof. Dr. Thomas Welskopp in Diskussion mit Prof. Dr. Alfons Bora.

Der Interdisciplinary Dialogue dient dazu, den für die BGHS prägenden interdisziplinären Austausch zwischen Forschenden der Geschichtswissenschaft und der Soziologie nicht nur weiter zu intensivieren sondern, auch stärker zu reflektieren.

Mehr Informationen über den Interdisciplinary Dialogue finden Sie unter:

www.uni-bielefeld.de/bghs/Programm/BGHS_spezifische_Formate/dialog

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