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Berichte aus der Praxis #2

Veröffentlicht am 7. Januar 2021

:: Außeruniversitäre Karrieren ::

Berichte aus der Praxis #Teil 2


„Berichte aus der Praxis“ werden von Promovierenden geschrieben, die in Kooperation mit einer außeruniversitären Organisation ein Praxisprojekt konzipiert und durchgeführt haben. Die BGHS fördert diese Vorhaben seit 2020 mit Stipendien. Im zweiten Teil der Reihe berichtet Daniele Toro über sein Ausstellungsprojekt zur NS-Zwangsarbeit im südlichen Westfalen.


NS-Zwangsarbeit in Südwestfalen 1939–1945

In meinem Praxisprojekt habe ich mit der Organisation einer kleinformatigen Wanderausstellung begonnen, die einen Beitrag leistet zur regionalen Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex der NS-Zwangsarbeit. Der Hintergrund meines Projekts ist, dass die im Frühjahr 2019 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Raum Warstein-Meschede begonnene wissenschaftlichen Aufarbeitung von Massenerschießungen an sowjetischen und polnischen Zwangsarbeiter*innen im März 1945 und insbesondere die archäologischen Funde dazu in der südwestfälischen Lokalgesellschaft eine breite öffentliche Resonanz erzeugten. Deutlich wurde, dass die NS-Zwangsarbeit als historische Thematik auf ein reges Interesse stößt. Diese Aufmerksamkeit lässt sich auf den Umstand zurückzuführen, dass die Region nur peripher von der geschichtswissenschaftlichen Aufarbeitung berührt wurde, die in den 2000er Jahren eine ausführliche Erforschung und Aufklärung des sogenannten „Ausländereinsatzes“ im Nationalsozialismus vorantrieb. Es besteht vor Ort nach wie vor ein öffentliches Bedürfnis an geschichtswissenschaftlich fundierter Aufarbeitung.


Abbildung 1: Die Auswertung und Digitalisierung von Archivalien im Lesesaal des Stadtarchivs Iserlohn (Foto: Daniele Toro, 2020).

Die Erforschung der wissenschaftlichen Grundlagen und die Verortung der Archivmaterialien habe ich im Frühjahr im Rahmen eines Aufenthalts am Institut für Soziale Bewegungen und an der Bibliothek des Ruhrgebiets in Bochum abgeschlossen. Nach Ende des Praxisprojekts fasse ich auf dieser Grundlage nun die Ergebnisse meiner Archivrecherche in einem Aufsatz zusammen. Diese Ergebnisse stellen ebenfalls die Grundlage für Sondierungsgespräche und die Vernetzung mit weiteren an der Gestaltung der Ausstellung interessierten institutionellen Akteuren vor Ort dar. In der Hoffnung, dass das Jahr 2021 eine anhaltende Verbesserung und konkretere Aussichten mit sich bringen wird, stehen inzwischen das Ausstellungsprojekt sowie Anträge auf Drittmittelfinanzierung in den Startblöcken.

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