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Research Retreat 2019 - Report

Veröffentlicht am 26. November 2019

:: Research Retreat 2019 ::

Bericht aus Vlotho

Ein Wochenende rauskommen aus dem Alltag und die Gelegenheit, sich intensiv mit anderen Promovierenden der BGHS über Dissertationsprojekte auszutauschen: Das ist der Research Retreat.

Vom 22. bis 23. November fand der Research Retreat 2019 in Vlotho statt. 21 Promovierende nutzten die Gelegenheit, um ihre Dissertationsprojekte vorzustellen und zu diskutieren. Neben den neuen Kolleg*innen nahmen Prof. Dr. Ursula Mense-Petermann, Prof. Dr. Peter Kramper und Prof. Dr. Oliver Flügel-Martinsen an den Diskussionen und Projektvorstellungen teil.


Die Teilnehmer*innen des Research Retreats mit Peter Kramper, Ursula Mense-Petermann und Oliver Flügel-Martinsen. Alle Fotos: Hannah Grüneberg

Das BGHS-spezifische Format dient dazu, Nachwuchswissenschaftler*innen, die in diesem Jahr ihr Promotionsstudium begonnen haben, zu vernetzen und die Entwicklung ihrer Projekte zu unterstützen.

Dabei werden die Gruppen gemischt zusammengesetzt: Soziolog*innen treffen auf Historiker*innen und lernen so gleichzeitig interdisziplinäre Zugänge, theoretische Rahmungen und Methoden der jeweils anderen Fachrichtung kennen.

Wir haben mit Filip Vukusa über seine Erfahrung des Research Retreats gesprochen.

Filip, wie hast du den Research Retreat erlebt?

Für mich war es eine großartige Gelegenheit, mehr über die Projekte von Kolleg*innen aus verschiedenen Disziplinen zu erfahren und wertvolles Feedback und Einblicke aus mir neuen, frischen Perspektiven zu erhalten. Es war interessant zu sehen, dass unabhängig von der Disziplin jede*r von uns zu Beginn mit ähnlichen Hürden konfrontiert zu sein scheint.

Was war für dich das Besondere am Konzept des Research Retreats?

Die Tatsache, dass der Research Retreat über einen Zeitraum von zwei Tagen an einem entfernten Ort stattfindet, ist wirklich wichtig! Allein diese Zeit miteinander zu verbringen, war ein Bonus an sich.

Die offene und freundliche Atmosphäre bot allen die Möglichkeit, nicht nur über Forschung zu diskutieren, sondern sich auch kennenzulernen und über Dinge zu sprechen, die normalerweise in einem formelleren und zeitlich begrenzteren Umfeld selten auftauchen würden. Alles in allem war es eine wirklich tolle Erfahrung.

Danke für deinen Bericht, Filip!

Die Dissertationsprojekte der Teilnehmenden:


  • Aziz Mensah (Soziologie): The Association between Work-Life Balance and Self-Reported Health among Working. Adults in European Welfare States: A gender and Cross-Country Analysis
  • Alice Farneti (Soziologie): The Politics against Sexual Violence in Academia: A Qualitative Study of Institutional Continuity and Change in Quebecer Universities
  • Moynul Haque (Soziologie):Civil Resistance in Bangladesh: A Study on Student Dimension of Protest Movements
  • Ngoc Luong (Soziologie): Moral Struggles and Politics of Care under Market Socialism: Provision welfare for migrant workers in global factories in Vietnam
  • Abdul Rauf (Soziologie):Boundary (un)making by youth refugees in urban spaces
  • Anass Khayati (Soziologie): To see a World in a Grain of Sand: The Geopolitics of Learning at a German Public University
  • Valentina Rivera (Soziologie): Changes in gender role attitudes and female employment: a comparative study in Chile and Germany
  • Aristeidis Myriskos (Soziologie): From inclusive to equal European public spheres: bringing the theories of feminism and agonistic pluralism back in
  • Sinmi Akin-Aina (Soziologie): Claiming ‘gray space’, re-framing rights: Citizenship, Regional Political Intervention, and Urban Refugees in Dar es Salaam
  • Filip Vukusa (Geschichte): (Re)Constructing Urban Medieval Social Networks: A Comparative Study of 14th Century Populations of Zadar and Rab
  • Zhenwei Wang (Soziologie):Patriarchy in Domestic Spaces in Late-Socialist China: An Ethnography on Young Couples’ Family Life during the Festival. Reunions in Yangtze River Delta
  • Yueran Tian (Soziologie): Restructuring welfare and care: an ethnographic study of vocational training and migrant factory workers in post-socialist China
  • Abel Zekarias (Soziologie): Migrants’ Remittances and Rural Livelihood: Concomitant considerately? Evidences from the Rural Ethiopia
  • Olga Olkheft (Geschichte): Re-conception of Russian Avant-Garde art in the context of Cultural Cold War (1960s - 1980s)
  • Priska Cimbal (Soziologie): Transformation von Handlungsräumen
  • Cansu Erdogan (Soziologie): Development of Long-Term Care Policies in Turkey: (Inter)national Actors, Policy Diffusion and Translation
  • Lisa de Vries (Soziologie): Die Arbeitsmarktsituation von Homosexuellen: Benachteiligung und Diskriminierung im Erwerbsverlauf
  • Simon Groß (Geschichte): Helmut Schelsky und das soziologische Feld der Bundesrepublik
  • Anna Grotegut (Geschichte): Besteuerung von städtischen Immobilien. Bewertungs- und Vergleichspraktiken in Deutschland und Großbritannien 1870–1950.
  • Malin Houben (Soziologie): Die gynäkologische Praxis. Eine ethnographische Untersuchung.
  • Nele Weiher (Soziologie): Zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Zur Identitätsherstellung von Trans* im Rahmen von Flucht.

Weitere Informationen zum Programm der BGHS:

Gesendet von HGrüneberg in Allgemein

Let's talk! Praktiker*innen-Gespräch #2

Veröffentlicht am 19. November 2019

:: Außeruniversitäre Karrieren ::

Praktiker*innen im Gespräch #Teil 2

Viele Wege führen aus der BGHS. Aber wohin führen Wege nach der Promotion konkret? Wir sprechen im Wintersemester mit Historiker*innen und Soziolog*innen, die ihren Beruf außerhalb der Universität ergriffen haben. Michael Siedenhans hat mit uns über seine Tätigkeit als Chefredakteur bei TERRITORY Content to Results GmbH gesprochen.


Michael Siedenhans im Interview mit Pelé im Jahr 2004.

Herr Siedenhans, Sie sind Chefredakteur. Wo arbeiten Sie genau?

Michael Siedenhans: Bei der TERRITORY Content to Results GmbH am Standort Gütersloh. Wir sind eine Tochtergesellschaft von Gruner+Jahr und Deutschlands Marktführer im Bereich Content Marketing. Wir entwickeln für Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen Inhalte für verschiedenste Kanäle, damit sie ihre Zielgruppen erreichen – das können Geschäftskunden, Verbraucher, Mitarbeiter, aber auch Sportfans sein. Unsere Kommunikationsdienstleistungen helfen den Unternehmen dabei, diese Klientel von ihren Marken, Leistungen und Produkten zu überzeugen und damit als Kunden zu gewinnen und zu binden. Aktuell wirke ich an Kunden- oder Mitarbeitermagazinen, aber auch Websites für DAX- und Familienunternehmen sowie NGOs mit.

Wie sieht Ihre Arbeit als Chefredakteur aus?

Michael Siedenhans: Es mag Sie überraschen: Es ist vor allem viel Teamarbeit. Gemeinsam mit den Kollegen aus den verschiedensten Disziplinen wie Strategie, Konzeption, Projektmanagement oder Grafik entstehen dabei die Ideen für Medien und Geschichten. So stellen wir uns beispielsweise die Frage: Welches Medium ist eigentlich optimal für unseren Auftraggeber, damit er seine Kunden erreicht? Das klassische Printmagazin oder eher Facebook und Instagram? Wir beschäftigen uns damit, weil unser Kunde seine Marke besser oder vielleicht anders positionieren will, um neue Zielgruppen zu erreichen. Das bedeutet für mich: entwickeln, schreiben, organisieren – und alles in Abstimmung mit den verschiedensten Disziplinen, die bei uns im Haus tätig sind. Es ist also ein Bündel an Aufgaben, die man so vermutlich im klassischen Journalismus nicht kennt.


Während der Olympischen Spiele in Vancouver 2010 arbeitete Michael Siedenhans zusammen mit dem heutigen IOC-Präsidenten Thomas Bach.

Welches Wissen, welche Kompetenzen bringen Sie als Historiker bei Ihrer Arbeit ein?

Michael Siedenhans: Zunächst einmal viel Allgemeinbildung. Sie ist wichtig, um sich in unterschiedliche Themen einzuarbeiten. Die können von der Fußball-WM 2006 in Deutschland über Pharma-, Logistik- oder Technikthemen für Hexal, für die Deutsche Post oder für Miele bis hin zum Fan-Magazin für „Deutschland sucht den Superstar“ reichen. Gerade als Sozialhistoriker*in hat man den Vorteil, dass man sich in der Alltags-, Wirtschafts-, Kultur und Politikgeschichte ein wenig auskennt. Aus diesem Fass kann man immer wieder schöpfen. Aufgrund dieser Themenvielfalt im Studium trainiert man sich eine schnelle Auffassungsgabe an. Ich bringe aus meinem Studium auch eine gewisse Neugierde mit, die in meinem Job ganz wichtig ist. Last but not least, Internationalität: Die Fakultät hat mir damals ermöglicht, ein Jahr in Baltimore zu studieren. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, über den Tellerrand hinaus zu blicken.

Welche Tipps haben Sie für Kolleg*innen aus Soziologie oder Geschichtswissenschaft, die in eine Karriere in Ihrem Beruf einsteigen?

Michael Siedenhans: Erstens, die Neugierde auf Menschen. Sie ist extrem wichtig. Zweitens, Offenheit für völlig neue Dinge, die man im Studium so nie kennengelernt hat. Dazu gehört auch die Interaktion mit Vorgesetzten, Kolleg*innen und Kund*innen. Drittens, eine große Portion Demut. Wenn man von der Uni kommt, denkt man: Man ist der größte Superstar. Das sollte man als Berufseinsteiger schnell vergessen. Mein nächster Tipp: Man sollte als freie*r Mitarbeiter*in für eine Tageszeitung erste Berufserfahrungen sammeln. Das machen heute leider nur noch wenige, die sich für den Journalismus in all seinen Facetten interessieren. Nach wie vor gilt aber: Als freie*r Mitarbeiter*in bei einer Tageszeitung lernt man viele unterschiedliche Menschen kennen und man lernt für die Zielgruppe der Leser zu schreiben. Ein weiterer Tipp: Man sollte gern unterwegs sein. Das ist kein Job für Stubenhocker. So habe ich in den vergangenen 20 Jahren alle fünf Kontinente kennengelernt. Schließlich: Das ist auch kein Nine-to-Five-Job. Natürlich gibt es Phasen, wenn weniger zu tun ist. Dann wiederum gibt es Phasen, wenn man zehn bis zwölf Stunden arbeitet

Herr Siedenhans, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Ulf Ortmann.

Das komplette Gespräch als PDF findet ihr hier:

Komplettversion als PDF

 

Weiterführende Informationen zu dem Projekt "Außeruniversitäre Karriere":

Gesendet von HGrüneberg in Allgemein

Desk Exchange 2019

Veröffentlicht am 14. November 2019

2019 Doctoral Researcher Desk Exchange

:: Lund / York / Bielefeld ::

Peter Eriksson und Cheng Li bei der Bibliotheksführung. Foto Hannah Grüneberg (BGHS).

Vom 4. bis 15. November 2019 haben wir an der BGHS und in der Abteilung Geschichtswissenschaft zwei Promovierende im Rahmen des Desk Exchange mit unseren Partneruniversitäten Lund und York zu Gast: Cheng Li aus York und Peter Eriksson von der Universität Malmö in Kooperation mit der Lund University. Cheng Li untersucht in seinem Dissertationsprojekt, wie Jeremy Bentham zur intellektuellen Leitfigur der britischen Reformer wurde. Peter Eriksson forscht zu Integrationskonzepten für "Fremde" in der schwedischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts, wobei er seinen empirischen Schwerpunkt auf Schulen legt.

Die Teilnehmenden des Kolloquiums. Foto Hannah Grüneberg (BGHS).

In Einzelgesprächen mit erfahrenen Wissenschaftler*innen wurden der Theorierahmen und empirische Besonderheiten der Dissertationsprojekte vertieft besprochen. Als Gesprächspartner*innen zur Verfügung standen Bettina Brandt, Lars Deile, Kay Junge, Martina Kessel, Jörg van Norden und Willibald Steinmetz. Auch die Gespräche mit Promovierenden bereicherten den Aufenthalt, insbesondere das von den Doktoranden Theresa Hornischer und Sisay Megersa organisierte Kolloquium, welches am 8. November stattgefunden hat. Hier konnten spannende inhaltliche Perspektiven sowie das methodische Herangehen an die jeweiligen Dissertationsprojekte diskutiert werden.

Begleitende Freizeitaktivitäten kamen ebenfalls nicht zu kurz: Ein Highlight war die Sparrenburg-Exkursion am Sonntag mit anschließendem Abendessen in einem deutschen Brauhaus.

Peter Eriksson und Cheng Li vor der Sparrenburg. Foto Theresa Hornischer (BGHS).

Über das Programm:

Der Desk-Exchange ist ein Programmpunkt der trilateralen Kooperation der Bielefelder Geschichtswissenschaft und der BGHS mit der National Graduate School of History an der Universität Lund und dem PhD Programm in History an der University of York. Er ermöglicht es Promovierenden aus Lund, York und Bielefeld, die jeweils andere Universität über einen längeren Zeitraum kennenzulernen, sich mit Kolleg*innen vor Ort auszutauschen und sich international zu vernetzen. Die Teilnehmenden haben während ihrer Aufenthalte in Lund, York und Bielefeld die Möglichkeit, Seminare zu besuchen und ihre Dissertationsprojekte zu präsentieren. Zudem wird ihnen die Chance geboten, sich in Einzelgesprächen mit Lehrenden ihrer Gastgeberuniversität auszutauschen.

Die Kooperation der Bielefelder Geschichtswissenschaft und der BGHS mit der National Graduate School of History an der Lund University und dem PhD Program in History an der University of York fördert die europäische Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses und den Austausch über diverse Forschungstraditionen und Theorieperspektiven in der Geschichtswissenschaft. Die Partner veranstalten außerdem seit 2016 eine jährliche International PhD Conference Lund/York/Bielefeld, die abwechselnd an einer der drei Universitäten stattfindet.

Die Teilnehmer und ihre Projekte:

Peter Eriksson: “Social categories and the integration of foreigners in Swedish society during the 20th century with a particular focus on the link between governmental policy and school practice”.

Cheng Li: “Jeremy Bentham and his lawyer friends in changing public attitude towards law reform, 1807-1832”.

Weitere Infos:

Über den Desk Exchange aus dem vergangenen Jahr

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