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Bericht - Annual Seminar 2019

Veröffentlicht am 27. August 2019

 Annual Seminar 2019: „The Making of Mankind: Tracing Race & Racism“

:: Gastbeitrag ::

von Lena Gumpert und Malin Wilckens


Gruppenbild am zweiten Tag des Annual Seminar 2019. Foto: Simon Grunert

Einige Zeit nach dem Ende des diesjährigen Annual Seminars möchten wir hier unsere Eindrücke mit euch teilen. Als Mitglieder des Organisationsteams haben wir die Konferenz einerseits mit Freude, aber auch mit Anspannung erwartet. Im Nachhinein können wir sagen, dass gerade eine freundliche Atmosphäre und eine tiefgehende Diskussion das Annual Seminar ausgezeichnet hat. Für uns hat sich die viele Arbeit im Vorfeld ausgezahlt.


Programmflyer und Teilnehmer*innenliste – die Konferenz beginnt. Foto: Rebecca Moltmann

Nikita Dhawan eröffnete mit einer eindrucksvollen Keynote und uns war sofort klar: Das war der richtige Auftakt für die Konferenz. Ihre kritische Auseinandersetzung sowohl mit der deutschen Aufklärung als auch mit dem deutschen Universitätssystem hat für eine feurige Diskussion gesorgt. Direkt im ersten Panel wurde das Thema der Wissensproduktion in der Aufklärung aufgegriffen und mit einer Perspektive auf das moderne Brasilien erweitert. Es wurde sich außerdem mit der naturwissenschaftlichen Konstruktion von ‚race‘ beschäftigt.

Den Abend rundete Demetrius Eudell mit einem Vergleich ab: Wie verhalten sich ‚caste‘ und ‚race‘ zueinander? Durch seinen kenntnisreichen Vortrag konnte er die Konferenz um eine weitere Perspektive erweitern. Wir zitieren hier gerne Mark B. Brown, Politikwissenschaftler an der California State University, Sacramento: „This was a very rich talk.“ (Gedächtnisprotokoll)

Die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen und die leeren Mägen zu füllen, bot das Konferenzdinner am späten Abend. Die Teilnehmer*innen konnten sich und ihre Projekte in einer ungezwungenen Atmosphäre besser kennenlernen und tauschten sich auch abseits von konferenzbezogenen Themen rege miteinander aus.

Nikita Dhawan während ihrer Keynote; Angeregte Diskussion bereits vor dem Vortrag: Demetrius Eudell mit Eleonora Roland und Ulrike Davy; Manuela Boatcă während ihrer Keynote (v.links nach rechts)Fotos: Rebecca Moltmann

Den nächsten Tag eröffnete Manuela Boatcă mit ihrem Beitrag zu einer aktuellen Forschungsdiskussion. Sie stellte die Frage, welche wechselseitigen Einflüsse die weltweite Verteilung von Reichtum sowie der Verkauf von Staatsbürgerschaften und ‚race‘ haben. Für viele von uns war das eine neue Perspektive.

Die beiden folgenden Panel zeigten die Nähe zum mitveranstaltenden SFB: Es ging um den Zusammenhang von ‚race‘ und Vergleichspraktiken. Hier wurde im wahrsten Sinne interdisziplinär diskutiert — von Anthropologie, über Soziologie und Rechtswissenschaft bis hin zur Literaturwissenschaft.

Anschließend wurde die Aktualität unseres Konferenzthemas anhand von Bildungsinstitutionen nochmals deutlich hervorgehoben. Im Fokus stand dabei zum einen, wie in der (deutschen) Schule über Rassismus gesprochen werden sollte, und zum anderen, welche Rassismuserfahrungen Studierende an deutschen Hochschulen erleben.

Ein persönliches Highlight der beiden Autorinnen dieses Beitrags war die Abendveranstaltung im Bunker Ulmenwall. Wir wollten das gesellschaftlich relevante Thema der Konferenz in die städtische Öffentlichkeit tragen und um eine künstlerische Perspektive erweitern, um die Vielfältigkeit der Auseinandersetzung mit ‚race‘ und Rassismus zu repräsentieren. Wir hatten das große Glück, die Sichtweisen des Performancekünstlers Taiwo Jacob Ojudun und von der grafischen Künstlerin Diana Ejaita zu erfahren.

Die Moderatorin des Abends Ouassima Laabich vor einem Ausschnitt der Videoinstallation von Taiwo Jacob Ojudun. Taiwo Jacob Ojudun während der Performance. Fotos: Corinna Mehl

Taiwo Jacob Ojudun hat in seiner Performance und Videoinstallation mit dem Titel WHAT IF? besonders die rohe Gewalt der kolonialen Aufteilung Afrikas durch die Berliner Konferenz (1884-85) und ihrer Nachwirkungen präsentiert.

Diana Ejaita (Bild 2) gab persönlich eine Einführung zu ihrem Werk. Fotos: Corinna Mehl

Diana Ejaita hat mit ihren Drucken, in denen sie sich mit May Ayims "blues in Schwarzweiß" auseinandersetzt, auf eine spezifisch europäische Rassimuserfahrung hingewiesen. Die Reihe trägt den Titel "To May Ayim".

Angeregte Diskussion beim letzten Panel. Foto: Rebecca Moltmann

Im letzten Panel wurde die Verbindung von space und ‚race‘ entlang verschiedenster Disziplinen diskutiert. Ein gelungenes Ende fand das Annual Seminar mit einer anregenden Reflexion über die vergangen Tage in der von Sabine Schäfer moderierten Abschlussdiskussion.

Unser Fazit: Hohes Niveau, inhaltliche Breite und emotionale Erfahrungen. Die viele Arbeit hat sich gelohnt.

Schön war es auch zu erleben, wie produktiv die Arbeit in einem Team sein kann. Wir beide schreiben zwar gerade diesen Beitrag, aber die Organisation und Planung war eine Gemeinschaftsaufgabe. Deswegen möchten wir auch die Namen aller Teammitglieder aufführen: Lisa Baßenhoff, Andreas Becker, Ina Kiel, Julian Gärtner, Lena Gumpert, Malika Mansouri und Malin Sonja Wilckens.

Eine kritische Diskussion fand nicht nur vorher in unserem Team und während der Konferenz statt, sondern dauert an. Nicht nur aus diesem Grund planen wir eine Veröffentlichung, die diese kritischen Gedanken transparent macht. Dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Titel „The Making of Mankind“. In der Zwischenzeit ist uns selbst immer klarer geworden, dass der Titel eine problematische Perspektive eröffnet und sind darauf dankenswerterweise auch mehrmals angesprochen worden. Einerseits scheint der Titel sich nur auf Männer zu beziehen und andererseits verweist er möglicherweise auch auf eine ganz bestimmte Zeitspanne: Die Entstehung des wissenschaftlichen Rassismus im Zuge der Aufklärung. Dabei wollten wir explizit über die historische Verortung hinausgehen und auf keinen Fall rassistische oder geschlechterdiskriminierende Annahmen reproduzieren. All dies spiegelt der Titel so nicht wider. Wir nehmen diese Kritik gerne an und werden an einem überarbeiteten Titel für die Veröffentlichung arbeiten. Es bleibt also produktiv spannend!

Vielen Dank für das Feedback!

Lena Gumpert & Malin Wilckens

 

Mehr Infos zu den Referent*innen und Orten:

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#Teil 3 :: im Job :: in der BGHS :: im Gespräch

Veröffentlicht am 29. Juli 2019

Außeruniversitäre Karrieren #Teil 3

:: im Job :: in der BGHS :: im Gespräch

Viele Wege führen aus der BGHS. Aber wohin führen Wege nach der Promotion konkret? Wir sprechen im Sommersemester mit Promovierenden, die bereits während ihrer Arbeit an der Dissertation Berufserfahrungen außerhalb der Universität sammeln. Tabea Koepp hat mit uns über ihre Tätigkeit für die Organisationsberatung „Metaplan“ gesprochen.


Eindrücke vom Arbeitsplatz Foto: Tabea Koepp

Tabea, Du arbeitest für Metaplan. Wo arbeitest Du genau?

Tabea Koepp: Metaplan ist eine Beratungsagentur, die zum einen Structure & Strategy Consulting anbietet und insbesondere Führungskräfte von Unternehmen berät. Zum anderen gibt es die Leadership & Organization Academy mit einem breiten Seminar- und Trainingsangebot für Führungskräfte, Managerinnen und Berater. Ich habe in beiden Bereichen schon gearbeitet, bin aber zurzeit stärker in der Academy beschäftigt. Denn das lässt sich besser vereinbaren mit einer Promotion nebenher.

In der Struktur- und Strategieberatung muss man relativ spontan und auch viel verfügbar sein. Das ist im Rahmen einer kleinen Stelle, wie ich sie jetzt hab, nicht zu leisten. In der Academy kann ich auch mit einem kleineren Stellenanteil arbeiten. Dort ist es beispielsweise mein Job, neue Seminarinhalte mit zu entwickeln: etwa ein Modul zu „Organisationskultur“. Bei dieser Arbeit geht es darum, soziologische Konzepte zu entwickeln, die intuitiv anwendbar sind für Praktiker*innen.

Wie sieht Deine Arbeit konkret aus?

Tabea Koepp: Bei der Entwicklung von Seminarinhalten zum Beispiel überlege ich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen zunächst, welche Inhalte wichtig sind. Danach recherchiere und entwickle ich die Inhalte und bereite die Postersätze vor. Metaplan arbeitet immer mit einer Posterpräsentationsmethode, die sie erfunden haben: die Metaplan-Methode. Gelegentlich bin ich auch Referentin für diese Module.


Auf dem Bild zu sehen ist ein Seminaraufbau mit der Metaplan-Methode. Typisch dafür ist die Visualisierung mittels großformatiger Poster. Rechts im Bild sind die dazugehörigen Stellwände und Materialien zu erkennen. Foto: Tabea Koepp

Was sind die wesentlichen Aufgaben, die Du bei der Arbeit hast?

Tabea Koepp: Zurzeit habe ich vor allem zwei Aufgaben. Zum einen betreue ich redaktionell das Kundenmagazin von Metaplan: die „Versus“. Die Consultants veröffentlichen dort Texte, die soziologisch informiert und gleichzeitig praxisrelevant sind. Ich redigiere diese Texte und kümmere mich mit einem Grafiker zusammen um das Layout. Kürzere Texte schreibe ich auch selbst. Zum anderen betreue ich das Projektmanagement eines kleinen englischsprachigen Self Publishing Verlags, den ich für Metaplan gegründet habe: „Organizational Dialogue Press“. Ein Teil unserer Consultants schreibt Bücher, auf Deutsch. Ich koordiniere alle Schritte auf dem Weg vom deutschen Manuskript zum fertigen englischen Buch, also z. B. die Übersetzung, Lektorat, Satz oder die Entwicklung eines neuen Buchcovers. Das sind Aufgaben, die ich jetzt neben meiner Promotion und neben meiner Stelle hier an der Uni für Metaplan übernehme.

Welches Wissen und welche Kompetenzen bringst Du als Soziologin bei Deiner Arbeit ein?

Tabea Koepp: Dadurch, dass Metaplan eine dezidiert soziologisch arbeitende Beratung ist, ist mein Fachwissen eine Kernkompetenz. Das Qualifizierungsprogramm der Academy ist zu einem guten Teil im Prinzip eine anwendungsorientierte Einführung in Organisationssoziologie für Praktiker*innen – dort geht es um zentrale soziologische Konzepte wie etwa die „Entscheidungsprämissen“ nach Niklas Luhmann. In den Beratungsprojekten sprechen wir vielleicht nicht von „Entscheidungsprämissen“, sondern übersetzen das in die Sprache der Welt, in der wir uns jeweils bewegen. Wir sagen dann zum Beispiel „robuste Regeln“ – nutzen aber unser analytisches Know How über die Funktionsweise organisationaler Strukturen, um den Anliegen unserer Kund*innen auf die Spur zu kommen.

Welche Tipps hast Du für Kolleg*innen, die in Deiner Branche einen Einstieg suchen?

Tabea Koepp: Auf jeden Fall: ein Praktikum machen. Wer von der Uni kommt und keine Berufserfahrung außerhalb der Wissenschaft hat, hat im Prinzip keine andere Option für den Berufseinstieg. Die Praktikant*innen bei Metaplan sind teilweise schon promoviert. Und natürlich ist es so oder so extrem nützlich, Berufserfahrung außerhalb der Uni zu sammeln und in einer Organisation – egal, welcher Art – zu arbeiten. Selbst wenn man nur kleinere Aushilfstätigkeiten übernommen hat: Man weiß dann zum Beispiel, wie Meetings ablaufen, und verfügt über praktische Arbeitserfahrung in Organisationen. Wenn man bei Metaplan nicht als Praktikant*in, sondern gleich als Consultant anfangen möchte, muss man allerdings Führungserfahrungen in wenigstens einem Konzern vorweisen und auf mindestens zwei Sprachen arbeitsfähig sein.

Tabea, vielen Dank für das Gespräch.

Das komplette Gespräch als PDF findet ihr hier:

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Weiterführende Informationen zu dem Projekt "Außeruniversitäre Karriere":

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Türöffner - Das ABC der BGHS

Veröffentlicht am 17. Juli 2019


Thomas Abel (l.) hat die Ausstellung „Das ABC der Geschichte und Soziologie“ konzipiert. Vorgestellt werden die Forschungsprojekte der BGHS – zum Beispiel von Aanor Roland (m.) oder Marcus Carrier (r.). Foto: Universität Bielefeld

 Das ABC der BGHS - Türöffner in die Welt der Soziologie und Geschichte

Auffällige Buchstaben zwischen den Gebäuden der Universität Bielefeld lösten in den letzten Wochen ein großes Rätselraten aus: Was haben sie zu bedeuten, wer steckt dahinter und was haben restaurierte Türen mit der BGHS zu tun?

Nun lüftet die Uni das Geheimnis um das Projekt, das von Thomas Abel entwickelt wurde, um Einblicke in die Welten der Soziologie und Geschichte zu schaffen. Jeder Buchstabe steht für ein Promotionsprojekt von Promovierenden der BGHS. Aanor Roland steht mit ihrem Buchstaben "N" beispielsweise für den Begriff der "Not", Marcus Carrier bekam das "Z" wie "Zeuge".

Was sich genau dahinter verbirgt, erklären Thomas, Aanor und Marcus hier:

Blogbeitrag der Uni Bielefeld


Aanor Roland (l.) und Marcus Carrier(r.). Foto: Universität Bielefeld


26 Skulpturen - 26 Promotionsprojekte. Foto: Universität Bielefeld

Viel Spaß beim Entdecken!

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#Teil 2 :: im Job :: in der BGHS :: im Gespräch

Veröffentlicht am 4. Juli 2019

Außeruniversitäre Karrieren #Teil 2

:: im Job :: in der BGHS :: im Gespräch

Viele Wege führen aus der BGHS. Aber wohin führen Wege nach der Promotion konkret? Wir sprechen im Sommersemester mit Promovierenden, die bereits während ihrer Zeit an der BGHS Berufserfahrungen außerhalb der Universität sammeln. Stefanie Haupt hat mit uns über ihre Tätigkeit für die Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 – 1945“ gesprochen.


Im Gespräch: Ulf Ortmann (Projektkoordinator) und Stefanie Haupt Foto: BGHS

Stefanie, Du arbeitest für die Edition „Judenverfolgung 1933 – 1945“. Wo arbeitest Du genau?

Stefanie Haupt: Das ist ein Projekt, das eine 16-bändige Quellenedition zum Holocaust herausgibt. Dieses Langzeitprojekt wird seit 2005 von der DFG finanziert und ist angesiedelt an der Universität Freiburg und am Institut für Zeitgeschichte. Das Institut hat seinen Hauptsitz in München und hat zwei Abteilungen in Berlin. Ich arbeite in einer dieser Abteilungen, in Lichterfelde im Projektbüro der Edition. Das ist eine Quellensammlung, die anhand von zeitgenössischen Dokumenten die europaweite Dimension des Holocaust aufzeigt: Über 200 Archive sind mit Dokumenten in der Edition vertreten.

Für die unterschiedlichen geografischen und zeitlichen Schwerpunkte gibt es Bandbearbeiter*innen – größtenteils freiberufliche Historiker*innen – die in den verschiedenen Archiven nach Quellen suchen und diese kommentieren. Darüber hinaus gibt es Übersetzer*innen, die über ganz Europa verteilt sind, wissenschaftliche Lektor*innen, ein Übersetzungslektorat und Korrektorat und Grafiker*innen. Diese verschiedenen Beteiligten werden vom Projektbüro aus koordiniert

Wie sieht Deine Arbeit – Stand: jetzt – aus?

Stefanie Haupt: Naja, ich habe schon als studentische Hilfskraft für die Edition gearbeitet. Und jetzt als wissenschaftliche Projektassistentin mache ich eigentlich weniger Forschungsarbeit als ich es damals als studentische Hilfskraft gemacht habe: Damals habe ich mich auf einen einzelnen Band konzentriert und zum Beispiel in Archiven Dokumente recherchiert oder an Fußnotenkommentierungen gearbeitet. Jetzt als wissenschaftliche Projektassistentin koordiniere ich zusammen mit meiner Kollegin die Arbeit am Gesamtprojekt: Wir vernetzen zum Beispiel die Übersetzer*innen mit den Übersetzungslektor*innen und den Bandbearbeiter*innen. Oder wir kümmern uns um die Verträge der studentischen Hilfskräfte und um die Finanzen. Ich mache jetzt viel mehr administrative Arbeit.

Was sind die wesentlichen Aufgaben, die Du bei der Arbeit hast?

Stefanie Haupt: Es geht darum, das Projekt zu koordinieren: dass Projektplanungen eingehalten werden; dass Texte von A nach B gehen; dass Rechnungen der Freiberuflichen bezahlt werden; oder dass Verträge mit den Übersetzer*innen geschlossen werden. Wir organisieren auch Buchpräsentationen: Für jeden Band der Edition gibt es nach seinem Erscheinen mindestens eine Veranstaltung, in der das Buch öffentlich präsentiert wird. Zwölf von 16 Bänden sind jetzt erschienen – und vier Bände müssen wir noch erscheinen lassen bis zum Projektende im April 2020.


Eindrücke vom Arbeitsplatz Foto: Stefanie Haupt

Welches Wissen und welche Kompetenzen bringst Du als Geschichtswissenschaftlerin bei Deiner Arbeit ein?

Stefanie Haupt: Zum einen sind das alles zeitgenössische Quellen, die durch die Edition aufbereitet, kommentiert und einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden. Das ist die Kernkompetenz als Historikerin: Dass man mit historischen Quellen kritisch arbeiten und sie einordnen kann. Zum anderen kenne ich durch mein Studium und meine studienbegleitenden Tätigkeiten das Thema „Nationalsozialismus“ und die Archivlandschaft dazu.

Wenn mir ein Dokumentenfaksimile durch die Hand geht und da steht „NARA“ auf dem Rücken, und keiner weiß: Wo kommt das denn jetzt her? Dann kann ich sagen: Das ist das National Archives and Records Administration, das US-amerikanische Bundesarchiv. Oder, um ein anderes Beispiel zu nennen: Wir erstellen die Register zur Edition, und das Institutionenregister zum Beispiel ist sehr komplex. Da hilft es, wenn ich weiß, was ein Vernichtungslager und was ein Konzentrationslager ist. Also, was der Unterschied ist; welche Lager ich in welche Kategorien einordne; und wie das Register dann aufgebaut wird.

Was mir allerdings für meine Tätigkeit fehlt: Ich hab nicht gelernt, Ablagen zu machen. Das ist schon eine Herausforderung, wenn sich so viel Schrift ansammelt: Wie ich die so ablege und strukturiere, dass ich die Information auch nach zwei Jahren noch wiederfinde. Das bringe ich nicht mit als Historikerin, und das ist learning by doing.

Welche Tipps hast Du für Kolleg*innen, die in Deiner Branche einen Einstieg suchen?

Stefanie Haupt: Also, zum einen sind praktische Erfahrungen bei der Archivarbeit nützlich. Ich arbeite ja an einem außeruniversitären Forschungsinstitut, in dem ich schon im Studium als Hilfskraft gearbeitet habe. Und damals war ich zum Beispiel mit Archivrecherche oder Bestandsverzeichnung betraut. Als ich dann meine Stelle angetreten habe, brauchte ich keine lange Einarbeitungszeit: weder im Archiv noch im Institut noch im Editionsprojekt. Für diejenigen, die sich für die Arbeit an außeruniversitären Forschungseinrichtungen interessieren, empfehle ich, auch auf die Stellenportale der Dachorganisationen, wie der Leibniz-Gemeinschaft, zu schauen. Da sind immer wieder Jobangebote zu finden.

Stefanie, vielen Dank für das Gespräch!

Das komplette Gespräch als PDF findet ihr hier:

Komplettversion als PDF

 

Weiterführende Informationen zu dem Projekt "Außeruniversitäre Karriere":

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Bericht: Lund-York Konferenz

Veröffentlicht am 2. Juli 2019


Die Teilnehmer*innen der Konferenz. Foto: Greta Darkow

 Konferenz Lund York - Stimmen zur Konferenz

An der BGHS gibt es vielfältige Möglichkeiten des transnationelen Arbeitens. Ein Beispiel dafür ist die Konferenz Bielefeld-Lund-York, die dieses Jahr vom 11.-13. Juni stattfand. Worum es dabei geht und wie Teilnehmende die Konferenz erlebt haben, könnt ihr hier nachlesen.

Seit 2016 kooperieren das Department of History und die BGHS mit der National Graduate School of History an der Lund University, Schweden, und dem PhD Program in History an der University of York, Großbritannien, in der Doktorandenausbildung. Jedes Jahr findet eine gemeinsame Doktorandenkonferenz statt, die wiederum von den Partnerinstitutionen ausgerichtet wird.

Mit der Konferenz wollen die Partner Doktorand*innen beim Aufbau und Erhalt grenzüberschreitender Netzwerke unterstützen und die Kommunikation zwischen jungen Forschern in Europa fördern. Ziel der Konferenz ist es, die kurze und präzise mündliche Präsentation von Projekten auf Englisch zu üben.

Mehran Haji Mohammadian erzählt uns, wie er die Konferenz in Erinnerung hat:

"The conference was great! Absolutely! As a student of sociology, I was really excited by the numerous details that historians discussed. The doctoral projects that for at least three years focus on Medals, Intarsia or under the microscope in the seventeenth century! Research about sleep! Or Social Networks in an Early Modern Town. All of them! Before the conference, I had thought historians and sociologists do the same research. But not actually! We normally do not go into this level of details. Many thanks historians."

Auch Maja-Lisa Müller berichtet von positiven Eindrücken:

"The PhD-Conference Lund/York/Bielefeld has been an overall great experience. As a PhD student in the newly established study programme "Image Science and Art History" it was exciting to connect with other doctoral students in the field and learn about differences and similarities in academic culture. I have profited a lot from the exchange of ideas among the students as well as the valuable advice given by the professors and I'm looking forward to future projects with our partner universities Lund and York."

Und Anastasia Zaplatina ergänzt:

"The conference exceeded all my expectations. I have learned a lot from each panel and received a lot of inspiration from each presentation. In particular, I want to notice the workshop prepared by Dr. Chris Renwick which was dedicated to the interdisciplinary approach in social sciences. During the workshop we discussed the ongoing process of changing of borders between disciplines, the impact of interdisciplinary approach on publishing and searching for funding. I am very grateful to all the organizers and participants for the amazing experience."

Weitere Information:

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Annual Seminar 2019

Veröffentlicht am 1. Juli 2019
Annual Seminar der BGHS: 4-6 Juli 2019

Programm als PDF

In Zusammenarbeit zwischen der BGHS und dem SFB 1288 werden auf der dreitägigen Konferenz Forscher*innen des wissenschaftlichen Nachwuchses ihre Beiträge in einem interdisziplinären Umfeld vorstellen. Dabei geht es um die Konstruktionsweisen von "Race" und Rassismus im Zusammenhang mit der Entstehung wissenschaftlicher Disziplinen als auch mit komplexen Sets von Praktiken, Akteuren, Institutionen und Strukturen. In all dem versucht das diesjährige Annual Seminar, Praktiken des Vergleichens als Schwerpunkt von Rassenkonstruktion und Rassismus hervorzuheben.

Die Keynotes werden gegeben von Nikita Dhawan (Universität Gießen), Manuela Boatcă (Universität Freiburg) und Demetrius L. Eudell (Wesleyan University).

Ein weiterer Höhepunkt ist der vom SFB geförderte kulturelle Abend im Bunker Ulmenwall am Freitag um 19:30 Uhr: Diana Ejaita und Taiwo Jacob Ojudun nähern sich dem Thema der Tagung auf künstlerisch-kritische Weisen in Drucken, einer Performance und Video-Collage.

Keynotes:

Downloads:

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Lecture and debate: Daniel Graff

Veröffentlicht am 18. Juni 2019

 


Am 24. Juni 2019 um 18 Uhr c.t. findet im BGHS-Seminarraum (X-B2-103) eine "Public lecture and debate" mit Prof. Daniel Graff von der University of Notre Dame und Thomas Welskopp von der Universität Bielefeld statt. Das Thema der Veranstaltung lautet: "The Situation of Labor in the United States".

Daniel Graff ist Professor für Geschichtswissenschaft an der University of Notre Dame und forscht vor allem zur Geschichte der Arbeit, der Rasse und "citizenship". Dabei ist ihm die Vermittlung geschichtswissenschaftlicher Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit ein besonderes Anliegen, das er mit Lunchtime Labor RAPS, Blogs und ähnlichen populären Formaten verfolgt.

Wir laden herzlich zur "Public lecture and debate" mit Daniel Graff und Thomas Welskopp und dem anschliessenden Umtrunk ein.

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Bericht: Tagung außeruniversitäre Karriere

Veröffentlicht am 18. Juni 2019


Begrüßung durch Ulf Ortmann (Projektkoordination) und Ursula Mense-Petermann (Direktion BGHS). Fotos: Hannah Grüneberg

Ein Leben nach der Uni ist möglich – aber wie genau kann das aussehen?

Unter dieser Fragestellung diskutierten am 27. Mai Geschichts- und Sozialwissenschaftler*innen aus öffentlichen Einrichtungen und privaten Betrieben mit uns an der BGHS über Anforderungen und Arbeitsbedingungen, die sich promovierten Beschäftigten außerhalb des wissenschaftlichen Universitätsdienstes stellen bzw. bieten.

In der BGHS zu Gast waren Historiker*innen und Soziolog*innen, die außerhalb der Uni arbeiten:

Fotos: Hannah Grüneberg

Insgesamt sieben Geschichts- und Sozialwissenschaftler*innen, die in verschiedensten Berufsfeldern tätig sind, präsentierten ihren Werdegang: Martin Griepentrog (Bundesagentur für Arbeit), Jochen Rath (Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld), Andreas Daniel (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung), Andreas Marquet (Friedrich Ebert Stiftung), Miriam von Maydell (Verlag Barbara Budrich), Armando García Schmidt (Bertelsmann Stiftung) und Dirk Schlinkert (Kommunikationsagentur Birke und Partner).

Fotos: Hannah Grüneberg

Die Veranstaltung war Auftakt zum Projekt „Außeruniversitäre Karriere für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen“, das mit Beginn des Jahres 2019 an der BGHS gestartet ist.

Zwei Programme stehen im Zentrum des Projekts: Ab 2020 vergibt die BGHS 12 Kurzzeitstipendien für Praxisprojekte, die Promovierende aus Soziologie und Geschichtswissenschaft in Kooperation mit privaten oder öffentlichen außeruniversitären Einrichtungen durchführen. Zum anderen organisiert die BGHS für insgesamt zehn Promovierende ein Mentoring-Programm mit Mentor*innen aus außeruniversitären Einrichtungen.

Gegenseitig präsentierten sich die Promovierenden die Ergebnisse der Gesprächsrunden. Fotos: Hannah Grüneberg

Mehr Infos zu den Details des Projekts „Außeruniversitäre Karriere“:

Homepage

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PhD Conference: Lund-York-Bielefeld

Veröffentlicht am 6. Juni 2019

International PhD Conference in History Lund – York – Bielefeld 2019

Vom 11. - 13. Juni 2019 findet die International PhD Conference in History an der Universität Bielefeld statt. Im Rahmen der dreitägigen Konferenz präsentieren und diskutieren die Doktorand*innen der drei Universitäten ihre Forschungsprojekte im internationalen Kontext. Teil des Programms: Sechs spannende Panels, drei Workshops und eine Exkursion ins MARTA Herford.

Das komplette Programm zum Workshop findet Ihr hier:

Programm als PDF

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4th Interdisciplinary Dialogue

Veröffentlicht am 6. Juni 2019

4th Interdisciplinary Dialogue an der BGHS

Am Mittwoch, 3. Juli 2019, um 18 Uhr in X-B2-103 findet an der BGHS der vierte Interdisciplinary Dialogue statt. Das Thema lautet Tracing Racism: Insights from Postcolonial Studies, Global History, Gender Studies, and the Law. Am Vorabend des diesjährigen Annual Seminar zum Thema The Making of Mankind. Tracing Race and Racism stellen Wissenschaftlerinnen aus vier verschiedenen Fakultäten der Universität Bielefeld ihre jeweiligen Sichtweisen auf das Thema Rassismus vor und diskutieren sie miteinander und mit dem Publikum. Es diskutieren: Prof. Dr. Ulrike Davy (Rechtswissenschaft), Prof. Dr. Angelika Epple (Geschichtswissenschaft), Prof. Dr. Julia Roth (Amerikanistik) und Prof. Dr. Heidemarie Winkel (Soziologie). Moderieren wird Dr. Sabine Schäfer (BGHS).

Zum 4. Interdisciplinary Dialogue und dem anschließenden Umtrunk sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

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Across the ocean - 10 Jahre Notre Dame Austausch

Veröffentlicht am 5. Juni 2019

Teilnehmer*innen und Organisator*innen 2019; Foto: Bettina Brandt, Stephan Fasold

Across the ocean – 10 Jahre Notre Dame Austausch

In diesem Jahr wird unser Kooperationsprojekt Notre Dame – Bielefeld 10 Jahre alt. Internationale Perspektiven auf Geschichtswissenschaft und Soziologie, Forschungsprojekte diskutieren und unterwegs sein in der „windy city“. All das macht unseren Austausch so besonders.

Vor diesem erfreulichen Jubiläum wollen wir auf spannende Austauschjahre zurückblicken, Konzepte des Workshops vorstellen - und sind natürlich neugierig: Wie war’s 2019?

Die Idee des Austauschs

Seit 2009 besteht zwischen dem Department of History der University of Notre Dame (USA), der Abteilung Geschichtswissenschaft der Universität Bielefeld und der BGHS ein Austausch unter Promovierenden. Jedes Jahr wird für die Geschichtswissenschaftler*innen und Soziolog*innen aus Bielefeld ein theorie- und methodenorientierter PhD-Workshop veranstaltet, der im jährlichen Wechsel an der Universität Notre Dame oder in der Universität Bielefeld stattfindet

Ziele des Workshops sind die internationale Vernetzung, transkulturelles Lernen und der intensive Austausch zwischen den Promovierenden und Wissenschaftler*innen beider Institutionen.

Was wird gemacht?

Im Zentrum des Workshops stehen die englischsprachigen Forschungspapiere, mit denen die Teilnehmer*innen ein Kapitel, einen methodisch interessanten Aspekt oder das analytische Design ihres Promotionsprojektes vorstellen. Bettina Brandt, wissenschaftliche Geschäftsführerin in der Abteilung Geschichtswissenschaft und Organisatorin des Workshops auf Bielefelder Seite, erklärt uns das Programm: „Die teilnehmenden Promovierenden beider Geschichtsdepartments und der BGHS tauschen ihre research paper aus, und jedes Papier erhält während des Workshops einen ausführlichen Kommentar durch eine*n Promovierende*n der Partnerinstitution. Erst dann folgt eine Plenardiskussion, in der auch erfahrene Wissenschaftler*innen aus Notre Dame und Bielefeld Rückmeldungen geben.“

So üben sich Promovierende zum einen in der Formulierung eines konstruktiven, fachlichen Feedbacks und erweitern außerdem ihr fachliches, englischsprachiges Ausdrucksvermögen sowohl mündlich als auch schriftlich. Bettina Brandt ergänzt: „Dabei lernen sie von den peers in Notre Dame nicht nur sprachlich, sondern auch im Hinblick auf andersartige narrative und argumentative Verfahren. Umgekehrt sorgt die Theorieorientierung der Bielefelder Promovierenden für intensive Diskussionen und neuartige Perspektiven.“

Wie das im Konkreten aussehen kann, hat Theresa Hornischer in diesem Jahr erlebt. Sie berichtet: „Interessant war für mich zu sehen, wie unsere amerikanischen Kolleg*innen als Historiker*innen arbeiten. Man bemerkte den Unterschied zwischen der theoretisch ausgelegten Universität Bielefeld und der amerikanischen katholischen Notre Dame University. Wir Bielefelder konnten alle einen analytischen Bezugsrahmen in unseren Projekten vorweisen – Theorie als wichtiges Handwerkszeug eines Historikers – die Doktoranden der Notre Dame University wussten eher mit der Art des „Geschichte Erzählens“ zu überzeugen.“

Between Skyscrapers, amish farmer’s lifes and Sandwiches – Der Austausch vom 5.-10. Mai 2019

Nach zwei dichten Tagen der Diskussion inmitten des Notre Damer Campuslebens gab es in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die Promovierenden. Besonders eindrucksvoll war die Exkursion nach Chicago mit einer Architecture Boat Tour und dem Besuch der Indiana Dunes. Theresa Hornischer erinnert sich gerne an dieses Highlight zurück: „Uns bot sich eine spektakuläre Skyline unterschiedlicher Baustile mit weltberühmten ausgefallenen Wolkenkratzern. Ein Weltmetropole direkt am Ufer des Lake Michigan gelegen; gerade diese Verbindung zwischen dem Element Wasser und den modernen Skyscrapern beeindruckten mich. Ich kann Frank Sinatra verstehen, dass er dieser „windy city“ ein Lied widmete und seine Liebe zu dieser Riesenstadt gestand.“

Gemeinsam fuhr die Gruppe in diesem Jahr auch zur historischen Stahly–Nissley–Kuhns Farm in Nappanee, Elkhart County, Indiana. Theresa erzählt uns dazu: „Ich konnte nicht nur etwas über das Farmerleben der Amish erfahren, das in einem absoluten Kontrast zur modernen Weltstadt Chicago steht, sondern mir wurde dort in dem wunderschönen verträumten Restaurant auch ein kulinarischer Leckerbissen geboten, fernab von Burger und Deep Dish Pizza: Ein getoastetes Käse Hühnchen Sandwich aus selbstgebackenem Brot mit Nüssen und Cranberrys – ein Gaumenschmaus!“

Viele Teilnehmer*innen schätzen das tolle Gruppengefühl des Austauschs und die gemeinsamen Erlebnisse. Theresa stimmt dem zu und zieht ihr persönliches Resümee: „Für mich war es eine unvergessliche, aufregende und schöne Zeit und die Gelegenheit, das erste Mal in die USA reisen zu können – und genau das schätze ich an der BGHS: die internationale Ausrichtung und Kooperationen, die uns als Doktoranden geboten werden. Ich bin dankbar, dabei gewesen sein zu dürfen.“

Und auch Bettina Brandt zeigte sich beeindruckt von der gastfreundlichen und inspirierenden Atmosphäre: „So wird das das Gespräch schon einmal beim Abendessen im Haus des dortigen Veranstaltungsleiters weitergeführt.“

Das, was als Idee vor 10 Jahren entwickelt wurde, wirkt also heute noch immer. Denn, so Bettina Brandt: „Das direkte Gespräch und die Erfahrung der unterschiedlichen akademischen, gesellschaftlichen und politischen Kulturen sind unersetzbar, und dass sie across the ocean möglich sind, ist eine Besonderheit.“

Teilnehmer*innen aus Bielefeld und ihre Themen in 2019:

  • Lena Gumpert, “Me, Myself and Jerome: Practices of Self-Comparing in the Twelfth Century”
  • Simon Siemianowski, “Like Father, like Son? Generational Succession in 15th and 16th Century Italian Family Book Writing”
  • Stephan Fasold, “Auctions as Practices of Property Valuation and Pricing in Great Britain and German Territories Between 1750 and 1870”
  • Julian Gärtner, “On ‘L’homme’ and ‘Race’: Comparing in Alexis de Tocqueville’s Political Anthropology”
  • Gladys Vásquez Zevallos, “Sovereignty and Representation of Space after Hispanoamerican Independence: The Congress of Panama (1826)”
  • Theresa Hornischer, “‘I am Nonsense’: Maneuver and Intervention Strategies of Female Intellectuals—A Case Study of Léo Wanner”
  • Daniele Toro, “The Complexity of Transnational Fascism: Empirical Challenges and Theoretical-Methodological Responses”

Weitere Infos:

Gesendet von HGrüneberg in Allgemein

Tagung 27. Mai - Ein Leben nach der Uni

Veröffentlicht am 21. Mai 2019
Tagung am 27. Mai - Ein Leben nach der Uni ist möglich

Ein Leben nach der Uni ist möglich: Unter dieser Überschrift diskutieren Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen aus verschiedenen öffentlichen Einrichtungen und privaten Betrieben mit uns am 27. Mai über Anforderungen und Arbeitsbedingungen, die sich promovierten Beschäftigten außerhalb des wissenschaftlichen Universitätsdienstes stellen bzw. bieten.

Thomas Welskopp, stellvertretender Direktor der BGHS, begrüßt Teilnehmende einer Veranstaltung zur außerakademischen Karriere im Frühjahr 2018. Foto: Thomas Abel

Wie bereits im Frühjahr 2018 haben wir an der BGHS Kolleg*innen aus außeruniversitären Organisationen zu Gast, die mit uns über Karrierewege für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen diskutieren.

Die Veranstaltung in diesem Jahr bietet neben dem Erfahrungsaustausch die Gelegenheit, mit den Kolleg*innen Kooperationen auszuloten: Sie ist der Auftakt zum BGHS-Programm „Außeruniversitäre Karriere für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen“, das Promovierenden und assoziierten Mitgliedern der BGHS in den nächsten zweieinhalb Jahren Mentoring mit Kolleg*innen in außeruniversitären Einrichtungen und Stipendien für außeruniversitäre „Praxisprojekte“ bietet.

Das Programm zum Workshop findet Ihr hier.

Komplettversion als PDF

Wir bitten um Anmeldungen an bghs@uni-bielefeld.de.

Projekt Außeruniversitäre Karriere: Homepage

Unsere neue Interview-Reihe: "Promovierende im Gespräch"

Gesendet von HGrüneberg in Allgemein

#Teil 1 :: im Job :: in der BGHS :: im Gespräch

Veröffentlicht am 25. April 2019

Außeruniversitäre Karrieren #Teil 1

:: im Job :: in der BGHS :: im Gespräch

Viele Wege führen aus der BGHS. Aber wohin führen Wege nach der Promotion konkret? Wir sprechen im Sommersemester mit Promovierenden, die bereits während ihrer Zeit an der BGHS Berufserfahrungen außerhalb der Universität sammeln. Susanne Schultz hat mit uns über ihre Tätigkeit für die Bertelsmann Stiftung gesprochen.


Im Gespräch: Ulf Ortmann (Projektkoordinator) und Susanne Schultz (Promovierende der Soziologie) Foto: Hannah Grüneberg

Susanne, wo arbeitest Du jetzt bei der Bertelsmann Stiftung?

Susanne Schultz: Ich bin im Programmbereich "Integration und Bildung". Mit zwei jungen Wissenschaftler*innen, die mir zuarbeiten, mache ich eine Anforschung zum Thema "Migrationspartnerschaften und Afrika". Die Ergebnisse sollen einfließen in die Entwicklung eines Folgeprojekts innerhalb der Stiftung.

Wie sieht Deine Arbeit – Stand: jetzt – aus?

Susanne Schultz: Ich arbeite seit November 2018 bei der Stiftung und habe, zum Beispiel, letzten Monat ein Fachgespräch zu Migrationspartnerschaften organisiert: mit Wissenschaftler/innen sowie mit Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und politischen Institutionen. Zurzeit führen die beiden Wissenschaftler*innen eine Recherche zu Migrationspartnerschaften durch, und auf dieser Grundlage verfasse ich dann ein internes Papier, das Empfehlungen dazu gibt, wie die Stiftung zu diesem Thema tätig werden kann, etwa: Sollen wir Bildungssysteme vor Ort fördern? Oder eine spezifische Bildungsmigration unterstützen? Dieser Projektbeantragungsprozess: Das sind spannende und offene Diskussionen.

Was sind die wesentlichen Aufgaben, die Du bei der Arbeit hast?

Susanne Schultz: Es ist so, dass ich neben meiner Dissertation für die Stiftung zwei Tage in Gütersloh und ein paar Stunden in der Woche von zu Hause arbeite. In dieser Zeit bin ich neben der Verantwortlichkeit im Projektentwicklungsprozess zurzeit Teilnehmerin in einem Einführungsprogramm für neue Mitarbeitende in der Stiftung. Alle Abteilungen stellen sich dort vor. Interne Besprechungen wie mit dem zuständigen Vorstand habe ich natürlich auch. Für mich ist das eine neue Welt, in die ich komme: mit eigener Literatur, mit eigener Sprache und mit eigenen Akteuren, die alle tätig sind im Feld zwischen Wissenschaft und Politikberatung.


Eindrücke vom Arbeitsplatz Foto: Susanne Schultz

Welches Wissen und welche Kompetenzen bringst Du als Sozialwissenschaftlerin bei Deiner Arbeit ein?

Susanne Schultz: Das ist auf der einen Seite inhaltliches Wissen und ist auf der anderen Seite methodisches Wissen, das ich aus der Uni mitbringe, um, zum Beispiel, eine Studie zu konzipieren. Mich freut es, zu sehen, dass ich das Wissen, das ich mir über die Jahre angeeignet hab, auch bei dieser Arbeit nutzen kann – und das auch sehr geschätzt wird. Und ich versuche, meine Kontakte aus der Wissenschaft in meine Arbeit einzubinden.

Welche Tipps hast Du für Kolleg/innen, die in Deiner Branche einen Einstieg suchen?

Susanne Schultz: Es macht sicher Sinn, praktische Erfahrung zu sammeln. Aber es ist auch möglich, in einer Stiftung unterzukommen, wenn man bislang nur an der Uni gearbeitet hat. In diesem Fall ist es sinnvoll, verschiedene Tätigkeiten an der Schnittstelle zur Politik nachzuweisen: Workshops organisiert zu haben, an denen Politikvertreter*innen beteiligt waren, oder auch an anderen Orten als in wissenschaftlichen Journalen publiziert zu haben. Am Wichtigsten ist es natürlich, spezifisches Wissen für die Stelle mitzubringen.

Susanne, vielen Dank für das Gespräch!

Das komplette Gespräch als PDF findet ihr hier:

Komplettversion als PDF

 

Weiterführende Informationen zu dem Projekt "Außeruniversitäre Karriere":

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"How to doctorate"

Veröffentlicht am 17. April 2019

"How to doctorate" - Extra beim Welcome Day

Eine Diss schreiben: Wie geht das eigentlich? Wer bezahlt mir das? Und was ist, wenn ich ins Ausland will? Gerade am Anfang der Promotion stellen sich viele junge Wissenschaftler*innen solche Fragen. Und sie tauchen auch im weiteren Arbeitsprozess immer wieder auf. Wie gut, wenn es dann Expert*innen gibt, die helfen können.

Zur Beantwortung jener Fragen stellten am Mittwoch, 10. April, Vertreterinnen von drei Einrichtungen der Uni Bielefeld solche Unterstützungsangebote in der BGHS vor. Im Anschluss an den Welcome Day, bei dem zunächst die neuen BGHS-Promovierenden begrüßt wurden, gab Swantje Lahm vom Schreiblabor Einblicke in die Höhen und Tiefen des Schreibens einer Dissertation, die nicht nur das konkrete Formulieren von Texten betreffen, sondern den kompletten Entwicklungsprozess in der Promotionsphase umfassen. Annika Schmidtpeter vom Service Center für den wissenschaftlichen Nachwuchs informierte über unterschiedliche Stipendiengeber und gab Tipps für die Bewerbung. Und Karin Kruse vom International Office stellte Fördermöglichkeiten für kürzere und längere Auslandsaufenthalte während der Promotion vor.

Zum ersten Mal fand jene einrichtungsübergreifende Veranstaltung in der BGHS statt. Das große Interesse der Promovierenden, die dabei waren, vor allem jedoch die umfassenden, konkreten und kompetenten Informationen aus den verschiedenen Serviceeinrichtungen der Uni Bielefeld machen jetzt schon klar: Es war rundum gelungen. Und es war nicht das letzte Mal!

Wir bedanken uns bei:

Gesendet von HGrüneberg in Allgemein

Welcome Day SoSe 2019

Veröffentlicht am 11. April 2019

Am Mittwoch, den 10. April, fand an der BGHS der Welcome Day im Sommersemester 2019 statt. Ursula Mense-Petermann, Direktorin der BGHS, begrüßte die neuen Promovierenden. Anschließend informierten Sabine Schäfer, akademische Geschäftsführerin der BGHS und Bettina Brandt (Wissenschaftliche Geschäftsführung der Schule für Historische Forschung) über die BGHS, die Fakultät für Soziologie und die Abteilung Geschichtswissenschaft. Darüber hinaus stellten sich die Doctoral Representatives und der Koordinator des Projekts "Außeruniversitäre Karriere für Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen" Ulf Ortmann vor. Beim anschließenden Coffee Break in der BGHS-Lounge konnten alle Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und sich kennenlernen.

Oben: Akademische Geschäftsführerin der BGHS Sabine Schäfer; Links: Direktorin der BGHS: Ursula Mense-Petermann; Rechts: Wissenschaftliche Geschäftsführung der Schule für Historische Forschung Bettina Brandt

Die neuen Promovierenden an der BGHS

18 neue Promovierende haben zum Sommersemester 2019 an der BGHS mit ihren Dissertationsprojekten begonnen: Fünf Historikerinnen, ein Historiker, sechs Soziologinnen und sechs Soziologen.

Neue BGHS Promovierende und ihre Forschungsprojekte:

  • Paulina Sophie Gennermann (Geschichte): Die unsichtbare Industrie der Aroma- und Duftstoffe zwischen Innovation und Regulierung
  • Anna Grotegut (Geschichte):Besteuerung von städtischen Immobilien. Bewertungs- und Vergleichspraktiken in Deutschland und Großbritannien 1870–1950
  • Olga Olkheft (Geschichte): Re-conception of Russian Avant-Garde art in the context of Cultural Cold War (1960s - 1980s)
  • Helene Schlicht (Geschichte): „California Dreamin'“. Die Gegenkultur, die Cyberkultur und die Rolle regionaler Netzwerke im digitalen Zeitalter
  • Filip Vukusa (Geschichte): (Re)Constructing Urban Medieval Social Networks: A Comparative Study of 14th Century Populations of Zadar and Rab
  • Anastasia Zaplatina (Geschichte): Venereal Diseases in the Red Army: moral standards, sexuality and gender order during 1941-1945
  • Oluwasinmisade Akin-Aina (Soziologie): Claiming ‘gray space’, re-framing rights: Citizenship, Securitization and Urban Refugees in Nairobi
  • Lisa Bonfert (Soziologie): Social positions and social change in transnational South-North migration
  • Priska Cimbal (Soziologie): Transformation von Handlungsräumen
  • Daniel Cuty Ninahualpa (Soziologie): A Gap in the Andes
  • Alice Farneti (Soziologie): Punitive approaches versus survivor-centered approaches to sexual violence in higher education: an ethnography of the Quebecer movement against sexual assault on campus
  • Ivan Logunov (Soziologie): Der herausfordernde Bruch mit Konversationskonventionen - Eine Untersuchung über den Flirt
  • Aziz Mensah (Soziologie):Work-life balance, health and gender disparities among working adults in western Europe and the US
  • Aristeidis Myriskos (Soziologie):From inclusice to equal european public spheres bringing the theories of Feminism and Agonistic Pluralism back in
  • Atefeh Ramsari (Soziologie): Comparative study of experiencing citizenship regimes of Syria and Iraq by Kurdish ethnic people
  • Abdul Rauf (Soziologie): Boundary (un)making by youth refugees in urban spaces
  • Miriam Kathleen Schütte (Soziologie): Der Einfluss internationaler Organisationen auf kindbezogene Policies in Rumänien
  • Matthias Weber (Soziologie): Polizei und Autorität. Eine soziologische Untersuchung über polizeiliche Wissensbestände von Autorität
Weitere Informationen zu den neuen Promovierenden an der BGHS und ihren Forschungsprojekten sowie zu allen Promovierenden unter:
http://www.uni-bielefeld.de/bghs/Personen/Promovierende/
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