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Modul 30-MGS-5 Hauptmodul 4: Körper und Gesundheit

Fakultät

Modulverantwortliche/r

Turnus (Beginn)

Jedes Semester

Leistungspunkte und Dauer

12 Leistungspunkte

Die Angaben zur Moduldauer finden Sie bei den Studiengängen, in denen das Modul verwendet wird.

Kompetenzen

In diesem Modul erwerben die Studierenden grundlegende Kenntnisse über Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen hierarchischen Geschlechterverhältnissen und zeitgeschichtlichem und kulturellem Körperwissen und Körperbildern. Aus verschiedenen disziplinären Perspektiven lernen die Studierenden den Einfluss gesellschaftlicher und medial transportierter stereotyper Körperbilder auf die geschlechtsspezifische Körperwahrnehmung und Selbsteinschätzung von Frauen und Männern zu erkennen sowie damit einhergehende potenzielle Konsequenzen für Gesundheit und Wohlbefinden von Frauen und Männern zu bewerten.
Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Körpertheorien werden die Studierenden in die Lage versetzt, das eigene Körperselbstbild und die eigene Körperwahrnehmung kritisch zu betrachten. Nach Abschluss des Moduls wissen die Studierenden um naturwissenschaftliche, soziale und kulturelle Ursachen und Zusammenhänge, die den Unterschieden im Körperverständnis zugrundeliegen und unterschiedliche Gesundheitsbelastungen und -potenziale von Frauen und Männern bedingen. Mit diesem theoretischen Hintergrundwissen werden die Absolventen und Absolventinnen in die Lage versetzt, den noch häufig vernachlässigten Einfluss des Geschlechts auf Gesundheit und Krankheit zu erkennen, aus interdisziplinärer Perspektive zu reflektieren und daraus neue Akzente für geschlechtersensibles Handeln z.B. in gesundheitspolitischen Arbeitsfeldern abzuleiten. Eine kritische Betrachtung der Triade "Körper, Gesundheit und Geschlecht" soll den Studierenden neue Einsichten in die Bedeutung des Körpers als Analysekategorie und Untersuchungsfeld im Bereich der gesundheitsbezogenen Genderforschung bieten.

Lehrinhalte

Der Zusammenhang von Körper, Gesundheit und Geschlecht repräsentiert ein disziplinübergreifendes Forschungs- und Handlungsfeld, das jedoch deutliche Differenzen in der jeweils vertretenen erkenntnistheoretischen Position aufweist. Da Aspekte von Geschlecht und Körper vor allem im Kontext Gesundheit und im Gesundheitswesen eine zentrale Rolle spielen, kommt der gesundheitswissenschaftlichen Perspektive innerhalb des Moduls ein besonderer Stellenwert zu.

Aus der Perspektive der Gesundheitswissenschaften stehen in den Seminaren dieses Moduls gesundheitsbezogene Fragestellungen im Mittelpunkt, die mit dem Thema Körper und Geschlecht verknüpft sind. Begründet durch die interdisziplinäre Ausrichtung der Gesundheitswissenschaften haben die Seminare interdisziplinären Charakter und beziehen die Perspektive anderer Fächer - wie Psychologie, Soziologie, Biologie, Pädagogik und Medizin - mit ein. Im Zentrum steht die lebensweltlich und biografisch orientierte Auseinandersetzung mit den individuellen und strukturellen Determinanten der Gesundheit von Frauen und Männern. Als gesundheitsbeeinflussende Faktoren werden sowohl biologisch-genetische, als auch umwelt-bezogene Faktoren und sozioökonomische Einflussgrößen diskutiert. Daneben werden Unterschiede im Umgang von Frauen und Männern mit ihrem Körper sowie Geschlechtsspezifika im gesundheitsrelevanten Verhalten und in der Nutzung/Inanspruchnahme des Gesundheitswesens in verschiedenen Alters- und Lebensphasen thematisiert. Geschlechtsspezifische Gesundheitsbelastungen und Gesundheitsressourcen sowie Wechselwirkungen von Körper und Gesundheit werden mit Blick auf verschiedene Gesellschaften, Bevölkerungsgruppen und soziokulturell differenzierte Milieus erörtert.
Ausgehend von den Ansätzen einer feministisch ausgerichteten Frauengesundheitsforschung, über die Formierung einer Männergesundheitsbewegung bis hin zum aktuellen Stand der geschlechterdifferenzierten Gender-Medizin erarbeiten sich die Studierenden einen Überblick über die Grundlagen des Gender-Gesundheits-Diskurses. Darüber hinaus werden Konzepte und Methoden gendersensibler Ansätze in der gesundheitswissenschaftlichen Forschung vorgestellt.
Bezugnehmend auf die aktuelle Inklusionsdebatte und vorliegende Disability Studies werden die Studierenden angeleitet, sich kritisch mit geschlechtsspezifischen Auswirkungen körperlicher und seelischer Einschränkungen auseinanderzusetzen und "Behinderung" als Phänomen gesellschaftlicher Reaktionen und Zuschreibungsprozesse zu erkennen bzw. zu bewerten.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden gesundheitsbezogene Fragestellungen im Kontext Migration und Geschlecht. Behandelt werden ferner Grundzüge der Gesundheitsberichterstattung und Erfordernisse einer geschlechtersensiblen und geschlechtergerechten Strukturentwicklung im Gesundheitswesen. Das Modul gewährt den Studierenden weiterhin Einblick in diverse gesundheitsbezogene Praxisfelder in heilenden und helfenden Berufen, im Management von Unternehmen sowie in der Forschung. Abhängig von den Präferenzen der Studierenden stehen weitere Schwerpunktthemen zur Wahl, wie z.B. geschlechtsspezifische Körpersozialisation und Gewalterfahrungen, Körperbilder in sozial benachteiligten Milieus, weibliche und männliche Körperbilder im Kontext der Gesundheitskommunikation etc.

Aus der Perspektive der Soziologie geht es in diesem Modul um die Bedeutung, die der Körper für das Geschlecht einer Person sowie für die Legitimation der hierarchischen Geschlechterverhältnisse hat. Die Studierenden beschäftigen sich mit Körpertheorien, die den Zusammenhang von Körper und Geschlecht auf verschiedene Weisen konzeptualisieren und analysieren. Eine besondere Rolle spielen hier konstruktivistische Ansätze, die die Annahme einer natürlichen Geschlechterordnung hinterfragen und Variationen von Geschlechtskörpern zum Gegenstand sozial-, kultur- und gesellschaftswissenschaftlicher Untersuchungen machen. Aus der dekonstruktivistischen Perspektive wird analysiert, welche Bedeutung die Vorstellung von einem natürlichen Geschlechtskörper für die Geschlechterverhältnisse und die binär hierarchische Geschlechterordnung hat. Es werden schließlich auch Seminare angeboten, die die konstitutive Bedeutung der Heteronormativität für die bestehende Geschlechterordnung beleuchten und sich mit empirischen Studien zur Sexualität beschäftigen.

Aus der Perspektive der Sportwissenschaften geht es in diesem Modul vor allem um Forschungen zur Problematik des Engagements von Frauen in traditionellen Männersportarten sowie von Männern in traditionellen Frauensportarten (Homophobie) und Forschungen zur Intersexualität im Hochleistungssport.

Zu den verschiedenen Themenbereichen und aus den verschiedenen Disziplinen werden abwechselnd Seminare angeboten. Dabei wählen die Studierenden selbst aus, welche disziplinären Perspektiven sie in den Lehrveranstaltungen dieses Moduls kennenlernen wollen.

Empfohlene Vorkenntnisse

keine

Notwendige Voraussetzungen

Erläuterung zu den Modulelementen

Modulstruktur: 2 SL, 1 bPr 1

Veranstaltungen

Titel Art Turnus Workload (Kontaktzeit + Selbststudium) LP2
Seminar 1 Seminar WiSe&SoSe 120h (30 + 90) 4 [SL]
Seminar 2 Seminar WiSe&SoSe 120h (30 + 90) 4 [SL] [Pr]

Studienleistungen

Veranstaltung Workload LP2
Seminar 1 (Seminar)

Beteiligung an Gruppenarbeiten (u.a. Bearbeitung von Übungsaufgaben, Entwicklung von Forschungsdesigns, Datenerhebung und Auswertung), Moderations- oder Protokolltätigkeit und Referate nach Vorgaben der/des Dozent/in. Die Studienleistung dient der kommunikativen (schriftlichen und/oder mündlichen) Einübung und dem Erlernen der zu erwerbenden Kompetenz mit Fokus auf die Interaktionssituation des Seminars. Die Studienleistung ist Teil des Selbststudiums und der Präsenzzeit und entspricht in etwa einem Zeitaufwand 30 Stunden.

siehe oben siehe oben
Diese Leistung kann gemeldet und verbucht werden.
Seminar 2 (Seminar)

Beteiligung an Gruppenarbeiten (u.a. Bearbeitung von Übungsaufgaben, Entwicklung von Forschungsdesigns, Datenerhebung und Auswertung), Moderations- oder Protokolltätigkeit und Referate nach Vorgaben der/des Dozent/in. Die Studienleistung dient der kommunikativen (schriftlichen und/oder mündlichen) Einübung und dem Erlernen der zu erwerbenden Kompetenz mit Fokus auf die Interaktionssituation des Seminars. Die Studienleistung ist Teil des Selbststudiums und der Präsenzzeit und entspricht in etwa einem Zeitaufwand 30 Stunden.

siehe oben siehe oben
Diese Leistung kann gemeldet und verbucht werden.

Prüfungen

Organisatorische Zuordnung Art Gewichtung Workload LP2
Seminar 2 (Seminar)

Die Studierenden können wählen, in welcher Form sie den Erwerb der modulspezifischen Kompetenzen nachweisen. Zur Auswahl für die benotete Modulprüfung stehen die folgenden Erbringungsformen:

  • Mündliche Präsentation (15-20 Minuten) mit einer schriftlichen Ausarbeitung im Um-fang von 8-10 Seiten
  • Schriftliche Hausarbeit im Umfang von 20-25 Seiten

Beide können sich wahlweise mit einem disziplinären Blick auf den Zusammenhang von Körper, Gesundheit und Geschlecht beschäftigt oder aber empirische Fragestellung aus dem Themenfeld des Moduls bearbeitet.

Die Prüfung wird von der Lehrperson von Seminar 2 abgenommen.

Hausarbeit o. Referat mit Ausarbeitung 1 120h 4
Diese Leistung kann gemeldet und verbucht werden.

In diesen Studiengängen wird das Modul verwendet:

Automatische Vollständigkeitsprüfung

In diesem Modul kann eine automatische Vollständigkeitsprüfung vom System durchgeführt werden.

Legende

1
Die Modulstruktur beschreibt die zur Erbringung des Moduls notwendigen Prüfungen und Studienleistungen.
2
LP ist die Abkürzung für Leistungspunkte.
3
Die Zahlen in dieser Spalte sind die Fachsemester, in denen der Beginn des Moduls empfohlen wird. Je nach individueller Studienplanung sind gänzlich andere Studienverläufe möglich und sinnvoll.
4
Erläuterungen zur Bindung: "Pflicht" bedeutet: Dieses Modul muss im Laufe des Studiums verpflichtend absolviert werden; "Wahlpflicht" bedeutet: Dieses Modul gehört einer Anzahl von Modulen an, aus denen unter bestimmten Bedingungen ausgewählt werden kann. Genaueres regeln die "Fächerspezifischen Bestimmungen" (siehe rechtes Menü).
SL
Studienleistung
Pr
Prüfung
bPr
Anzahl benotete Modul(teil)prüfungen
uPr
Anzahl unbenotete Modul(teil)prüfungen
Diese Leistung kann gemeldet und verbucht werden.
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