261045 Soziale Mechanismen (S) (WS 2012/2013)

Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Philosophie
Art(en) / SWS
S /
Zeitraum
08.10.2012-01.02.2013
Voraussichtl. Wiederholung

Lehrende

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Klausuren

Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Frauenstudien    
Philosophie / Bachelor (Einschreibung bis SS 2011) Kern- und Nebenfach N5 HM PP PolP; N10 GES-TH Wahlpflicht 3. 4. 5. 6. 2/4  
Philosophie (Gym/Ge als zweites U-Fach) / Master of Education N5 HM PP PolP; N10 GES-TH Wahlpflicht 1. 2. 2/4  
Philosophie (HR) / Master of Education N5 HM PP PolP; N10 GES-TH Wahlpflicht 1. 2. 2/4  
FsB (Studienmodell 2011) Variante Modul Veranstaltung Leistungen
Philosophie / Bachelor of Arts
(Einschreibung ab WS 11/12)
Kernfach (fw) 26-HM_PP4_POL Sem. 1 Studienleistung
Sem. 2 Studienleistung
Nebenfach (fw) 26-HM_PP4_POL Sem. 1 Studienleistung
Sem. 2 Studienleistung
Kernfach (Gymnasium und Gesamtschule) 26-HM_PP4_POL Sem. 1 Studienleistung
Sem. 2 Studienleistung
Nebenfach (Gymnasium und Gesamtschule) 26-HM_PP4_POL Sem. 1 Studienleistung
Sem. 2 Studienleistung
Fach (Haupt-, Real- und Gesamtschule) 26-HM_PP4_POL Sem. 1 Studienleistung
Sem. 2 Studienleistung

Die Angaben in der Tabelle ergeben sich aus der Zuordnung zu einem Modul und der entsprechenden Modulbeschreibung. Bei den angegebenen "Leistungen" können Wahloptionen der Studierenden bestehen; Auskunft hierüber gibt ebenfalls die Modulbeschreibung.

Allgemeine Anforderungen bei Lehrveranstaltungen:

Die Anforderungen an die regelmäßige und aktive Teilnahme (nur gültig für Studienmodell 2002) sind hier erläutert. In den FsB und Modulhandbüchern finden sich Informationen, ob Studienleistungen (nur gültig für Studienmodell 2011)/Einzelleistungen/Modul(teil)prüfungen vorgesehen sind, und welche Anforderungen hierfür bestehen.

Konkretisierung der Anforderungen

Voraussetzung für die Vergabe von 2 Leistungspunkten (Bachelor Einschreibung bis SoSe 11 und Master of Education) ist die regelmäßige und aktive Teilnahme sowie das Erbringen des schriftlichen oder mündlichen Beitrags im Umfang von maximal 1200 Wörtern für das Modulportfolio, auf dem die unbenotete Moduleinzelleistung beruht. Die Anforderungen für den Modulportfolio-Beitrag werden zu Veranstaltungsbeginn bekannt gegeben. Als Modulabschluss kann eine Hausarbeit geschrieben werden.

Inhalt, Kommentar

Gemäß dem zuerst von Max Weber formulierten Grundsatz des methodischen Individualismus haben Erklärungen sozialer Phänomene immer auf der Ebene der Handlungen einzelner Individuen zu beginnen. Diese reduktionistische Forderung richtet sich gegen den Holismus, nach welchem der Bezug auf soziale Entitäten wie z.B. gesellschaftliche Klassen, die bestimmte Interessen haben, entscheidend für die Erklärung sozialer Phänomene (z.B. Revolutionen) ist. Der methodische Individualist hält dem Holisten nun entgegen, dass nur Handlungen von Individuen, nicht aber Gruppeninteressen kausal wirksam sind. Besondere Kraft entfaltet der methodische Individualismus im Rahmen von spieltheoretischen Ansätzen, die oft per Computersimulation analysiert werden. Hierbei stellt sich allerdings heraus, dass der ursprüngliche Grundsatz des methodischen Individualismus zu eng ist, da die Betonung der Handlungen einzelner Individuen der Tatsache nicht gerecht wird, dass die iterierten Wechselwirkungen zwischen sozialen Agenten oft wichtiger sind als die genauen Details Ihrer Handlungsweisen. Diese Lücke schließt die Konzeption sozialer Mechanismen, die mal als Brückenschlag zwischen methodischem Individualismus und Holismus sehen kann.
Im Seminar sollen zunächst die skizzierten theoretischen Hintergründe aufgearbeitet werden. Danach soll der Begriff sozialer Mechanismen genauer untersucht und mit diversen Beispielen veranschaulicht werden, wie etwa dem Zustandekommen ungleicher Verteilungen von Verbrechen und Wohlstand oder dem Entstehen von Finanzmarktcrashs. Schließlich werden wir erörtern, in welchem Verhältnis der Begriff sozialer Mechanismen zum Mechanismusbegriff in den Naturwissenschaften steht.

Literaturangaben

Challet, D./Zhang, Y.-C. (1997): “Emergence of cooperation and organization in an evolutionary game”, Physica A 246: 407.
Elster, J. (2007): Explaining Social Behavior: More Nuts and Bolts for the Social Sciences, Cambridge University Press.
Hedstrom, P., und R. Swedberg (Hg.) (1998): Social Mechanisms: An Analytical Approach to Social Theory, Cambridge: Cambridge University Press.
Kuhlmann, M. (2008): “Reducing complexity in the social sciences“, in: Hieke, A., und H. Leitgeb (Hg.): Reduktion und Elimination in Philosophie und den Wissenschaften, Austrian Ludwig Wittgenstein Society, Kirchberg am Wechsel 2008.
Little, D. (2011): “Causal Mechanisms in the Social Realm,” Causality in the Sciences, in: McKay Illari, P., Russo, F., und J. Williamson (Hg.): Causality in the Sciences, Oxford University Press, Oxford, S. 273-295.
Pickel, A. (2004): “Introduction - Systems and mechanisms: A symposium on Mario Bunge’s philosophy of social sciences”, Philosophy of the Social Sciences (Special Issue) 34/2: 169-181.
Sawyer, R. Keith 2004 “The Mechanisms of Emergence” Philosophy of the Social Sciences 34, 260-282.

Dokumentenablage

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Mittwoch, 1. August 2012 
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