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Wettbewerb Exzellente Lehre: Universität Bielefeld unter den Siegern

Veröffentlicht am 4. November 2009, 04:16 Uhr

Auszeichnung für eine neue Studien- und Lehrkultur

Die Universität Bielefeld gehört im Wettbewerb „Exzellenzinitiative für die Lehre“ zu den Siegern. Das vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz (KMK) gemeinsam aufgelegte Förderprogramm zeichnet die Hochschule für eine neue Studien- und Lehrkultur aus. Damit ist die Universität Bielefeld eine von sechs Universitäten, die je 1 Million Euro erhalten, um exzellente Konzepte zur Verbesserung von Lehre und Studium zu realisieren. In der Endrunde des Hochschulwettbewerbs hatten dreizehn Universitäten und elf Fachhochschulen die Gelegenheit, ihre Konzepte auszuarbeiten und einer Jury aus deutschen und internationalen Experten zu präsentieren.

Prof. Dr. Sabine Andresen, Dr. Andrea Frank, Leiterin des Servicebereichs SL_K5, Dr. Björn Rüdiger, Wiss. Mitarbeiter und Grotemeyer-Preisträger, Wiebke Esdar, Studentisches Senatsmitglied, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor (v.l.) Foto: Stifterverband/Frank Nürnberger
Prof. Dr. Sabine Andresen, Dr. Andrea Frank, Leiterin des Servicebereichs SL_K5, Dr. Björn Rüdiger, Wiss. Mitarbeiter und Grotemeyer-Preisträger, Wiebke Esdar, Studentisches Senatsmitglied, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor (v.l.) Foto: Stifterverband/Frank Nürnberger
Prof. Dr. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld, zeigte sich hocherfreut über die Entscheidung: „Diese positive Nachricht ist ein großer Erfolg und eine Bestätigung für uns. Vor allem weil unser Konzept auf den bereits bestehenden guten Strukturen aufbaut und unser Selbstverständnis als Forschungs- und Lehruniversität widerspiegelt. Nach den Erfolgen in der Forschungs-Exzellenzinitiative festigt die Universität Bielefeld nun ihren Ruf, eine der forschungs- und ausbildungsstärksten deutschen Hochschulen zu sein.“

Im Wettbewerb mussten die Hochschulen ein Strategiekonzept formulieren, das ihre Ziele in Bezug auf Studium und Lehre auf der Grundlage ihres Selbstverständnisses und ihrer bisherigen Leistungen in der Lehre definiert. Es sollte darlegen, wie die Hochschulen ihre Qualität und Attraktivität als Ausbildungsstätte – insbesondere für grundständige Studierende – steigern wollen. Das Konzept der Universität Bielefeld trägt den Titel „Wege zu einer neuen Studien- und Lehrkultur“. Es greift Ideen auf, die Professorinnen und Professoren gemeinsam mit Studierenden im Auftrag des Rektorats entwickelt haben, um Studiengänge und Lehrqualität nach der formalen Umstellung der Studienstruktur verstärkt qualitativ-inhaltlich weiter zu entwickeln. Ziel ist es, das aktive Studieren vor allem auch in Arbeitsphasen jenseits von Lehrveranstaltungen zum Ausgangspunkt für die Konzeption von Modulen, Lehrveranstaltungen und Prüfungen zu nehmen. Im Zentrum stehen drei Projekte:

1. „Zeit für Lehre“ lädt engagierte Lehrende dazu ein, zentrale Module in Bachelor- und Masterstudiengängen weiterzuentwickeln. Ziel ist es, immer mehr anregende und sinnvoll abgestimmte Studieneinheiten zu schaffen, in denen die Teilnehmenden lernen können, auf eine der jeweiligen Fachdisziplin angemessene Weise mit Wissen umzugehen. „Zeit für Lehre“ stellt Fördermittel bereit, die die Lehrenden in die Lage versetzen sollen, Inhalte und Aktivitäten in gemeinsam unterrichteten Modulen so aufeinander abzustimmen, dass sie den Studierenden hervorragende Arbeits- und Lernbedingungen bieten. Lehre ist eine Gemeinschaftsaufgabe, und das Projekt „Zeit für Lehre“ soll die Kultur der inhaltlich-konzeptionellen Zusammenarbeit von Modulteams fördern.

2. Hinter dem Projekttitel „Forschungsnah lehren lernen“ verbirgt sich die Entwicklung zweier neuartiger Weiterbildungen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Die beiden Weiterbildungen stellen die Arbeitsweisen unterschiedlicher Forschungsdisziplinen ins Zentrum: empirisch-experimentelle Arbeitsweisen die eine, mathematisch-statistische Verfahren die andere. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, die an den Weiterbildungen teilnehmen, reflektieren ihre eigenen Zugänge zu diesen fachlichen Arbeitsweisen und konzipieren auf dieser Basis Aufgaben- und Aufgabensequenzen für Studierende. Diese Aufgaben nutzen sie in eigenen Lehrveranstaltungen, um Studierende in die Praxis der jeweiligen Disziplin einzuführen. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten wertvolle Zertifikate, die sie auf dem akademischen Arbeitsmarkt nutzen können.

3. Im Rahmen des Projekts „Peer Learning und Peer Tutoring fördern“ soll ein Modul für den individuellen Ergänzungsbereich entwickelt und implementiert werden, in dem sich Studierende zu Lernbegleitern in Lehrveranstaltungen und selbstorganisierten Lerninitiativen qualifizieren können. Die Universität Bielefeld will das selbständige Studieren fördern und eine Kultur der Zusammenarbeit unter Studierenden stärken. 

Die Universität Bielefeld wird bei der Projektentwicklung internationale Kontakte nutzen: Expertinnen und Experten für Lehren und Lernen aus den USA und aus Skandinavien werden nach Bielefeld kommen und die Projekte durch ihre Mitarbeit unterstützen.

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