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Wenn Papa mehr als nur arbeiten will

Veröffentlicht am 23. Februar 2015, 13:46 Uhr

Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld

„In vielen Unternehmen werden Vätermonate noch als mangelndes berufliches Engagement gewertet und bedeuten Karrierenachteile“, sagt Professorin Dr. Mechtild Oechsle von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. Wie reagieren Unternehmen auf berufstätige Väter, die fordern, ihnen eine aktive Vaterschaft zu ermöglichen? Wie werden „working Dads“ diskriminiert und wie werden sie unterstützt? Um die Rolle von Unternehmen bei der Verwirklichung einer aktiven Vaterschaft geht es vom 12. bis zum 14. März auf einer Tagung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. Mechtild Oechsle ist eine der Leiterinnen der Konferenz.

Auf der Tagung diskutieren 60 Forscherinnen und Forscher aus zwölf Nationen, die die Disziplinen Soziologie, Psychologie, Ökonomie, Politikwissenschaft und Geschlechterforschung vertreten.

„Auch Männer müssen sich zwischen Familie und Karriere entscheiden. Und diese Entscheidung wird für immer mehr Männer zu einem Problem, weil Zeit für die Familie und Zeit mit Kindern für viele einen hohen Wert bekommen hat, der für Väter aus früheren Generationen eher unbekannt war“, sagt Professorin Oechsle. „Männer nehmen die Situation von Vätern in unserer Gesellschaft intensiv wahr und wünschen sich, dass aktive Vaterschaft eine größere gesellschaftliche Normalität bekommt. Viele Väter schauen neidvoll nach Skandinavien und wünschen sich eine ,zwangsweise‘ Väterzeit nach schwedischem Vorbild.“ Gleichzeitig sehen laut Oechsle viele Männer aber auch, welche Karrierenachteile Mütter in der Berufswelt in Kauf nehmen müssen, wenn sie ihre Arbeitszeit zugunsten der Familie reduzieren. Männer würden sich deshalb häufig gegen eine aktivere Vaterschaft entscheiden.

Welche Barrieren für aktive Vaterschaft gibt es? Welche Verwirklichungschancen und Handlungsspielräume haben Väter? Welche Akteure sind dabei relevant? Und welchen Einfluss haben Politiken und Programme? Dies sind einige der Fragen, die auf der Konferenz beleuchtet werden sollen.

Die Tagung trägt den Titel „Fathers in Work Organizations: Inequalities and Capabilities, Rationalities and Politics“ (Väter in Arbeitsorganisationen: Ungleichheiten und Potenziale, Rationalitäten und Politik). Kooperationspartner der Tagung ist der Sonderforschungsbereich 882 „Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten“ an der Universität Bielefeld. Die Tagungssprache ist Englisch.

Aus dem Programm:

  • 12. März, 15.00 bis 15.45 Uhr: Mechanisms of Inequality in Organizations – an Overview (Mechanismen der Ungleichheit in Unternehmen – ein Überblick), Prof. Donald Tomaskovic-Devey PhD von der University of Massachusetts Amherst, USA. Der Soziologe ist Träger des Anneliese Maier-Forschungspreises und forscht derzeit auch an der Universität Bielefeld.
  • 13. März, 9.45 bis 10.30 Uhr: Fathers’ Parental Leave and Career in Norwegian Elite Professions (Elternzeit und Karriere von Vätern in norwegischen Eliteberufen), Sigtona Halrynjo PhD vom Institute for Social Research in Oslo, Norwegen.
  • 13. März, 15.15 bis 16.00 Uhr: Top Managers’ Views on Fathers Taking leave (Wie Top-Manager über Väter in Elternzeit denken), Dr. Laura den Dulk von der von der Erasmus-Universität Rotterdam, Niederlande, und Wike Been von der Universität Utrecht, Niederlande.
Weitere Informationen im Internet:
http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2015/03-12-Oechsle.html
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