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Was chinesische Bildungsmigranten hoffen

Veröffentlicht am 3. November 2014, 11:34 Uhr

Universität Bielefeld forscht mit Hochschulen in England und China

Chinesische Studierende sind weltweit am mobilsten: Unter den internationalen Studierenden in den Industrieländern stellen sie die größte Gruppe (20 Prozent). In Deutschland machen sie ebenfalls die Mehrheit aus. Jeder zehnte internationale Studierende kommt aus China. In einem neuen Forschungsprojekt befragt die Universität Bielefeld chinesische Studierende, was sie sich davon versprechen, in Europa zu studieren. Außerdem werden Studierende in China selbst befragt, die für ihr Studium weite Entfernungen von Zuhause sowohl innerhalb Chinas als auch ins Ausland in Kauf nehmen. Für das Projekt „Bright Futures“ (Glänzende Aussichten) arbeitet die Universität mit der University of Essex (England) und der University of Tsinhua (China) zusammen. Es ist weltweit das erste Projekt, das die Einstellungen und Erfahrungen chinesischer Studierender länderübergreifend in Europa und China untersucht.

Professor Thomas Faist leitet ein neues Projekt zu der Frage, was chinesische Studierende antreibt, für ihr Studium weite Entfernungen von der Heimat in Kauf zu nehmen.Foto: Universität Bielefeld/ Thomas Abel
Professor Thomas Faist leitet ein neues Projekt zu der Frage, was chinesische Studierende antreibt, für ihr Studium weite Entfernungen von der Heimat in Kauf zu nehmen.Foto: Universität Bielefeld/ Thomas Abel
„Für China ist die Mobilität von Studierenden ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Studierende machen sich im Ausland mit neuen Techniken und Erkenntnissen vertraut und importieren dieses Wissen in ihr Land“, sagt Professor Thomas Faist von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. „Gleichzeitig erhoffen sie sich durch diese Bildungsmigration blendende Aussichten für ihre berufliche Karriere.“ Faist leitet die deutsche Teilstudie des Projekts zusammen mit Dr. Basak Bilecen, die ebenfalls an der Fakultät für Soziologie forscht.

„Dass junge Menschen ihre Lebenssituation durch Hochschulbildung verbessern wollen, sorgt dafür, dass sie millionenfach zeitweise ins Ausland gehen“, sagt Basak Bilecen. „Die Rückkehrer kommen oft mit alternativen weltanschaulichen Einstellungen nach Hause. Auch pflegen sie ihre Bekanntschaften mit Studienkollegen im Ausland. All das trägt zur Internationalisierung Chinas bei“, erklärt sie.

Auch innerhalb Chinas spiele die Migration von Studierenden eine große Rolle, sagt Thomas Faist. „Heute leben mehr Chinesen in den Städten als auf dem Land. Ein Teil von ihnen sind junge Menschen, die ihr Elternhaus verlassen, um in einer der großen chinesischen Städte zu studieren. Wir schätzen, dass es rund 45 Millionen Studierende sind, die für die Hochschulbildung vom Land in die Stadt umgezogen sind.“

Das neue Projekt vergleicht die Erfahrungen von chinesischen Studierenden in Europa und in China. Die Forscherinnen und Forscher analysieren dafür unter anderem, aus welchen Bevölkerungsschichten die Studierenden kommen. Außerdem untersuchen sie, wie sich die Erlebnisse in der Ferne auf die Lebensplanung der jungen Menschen auswirken. So kann die Bildungsmigration auch dazu führen, dass Studierende ihre ursprünglichen Pläne ändern und sich ganz neue Ziele setzen, ob nun beruflich oder im Hinblick auf den Wohnort. Die Wissenschaftler erfragen auch, was die Studierenden sich von der oft teuren Hochschulbildung erhoffen und wie Bildungsinstitutionen die Erwartungen und die Studienmöglichkeiten der Studierenden prägen.

Das Projekt trägt den vollen Titel „Bright Futures: A comparative Study of internal and international Mobility of Chinese Higher Education Students“ (Glänzende Aussichten: eine vergleichende Studie der Binnenmobilität und der internationalen Mobilität chinesischer Studierender). Es hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird insgesamt mit zwei Millionen Euro gefördert. Davon gehen etwa 600.000 Euro an die Universität Bielefeld. Sie erhält das Geld von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). In China fördert die National Natural Science Foundation of China (NSFC) die Untersuchung, in England kommt die Förderung vom Economic and Social Research Council (ESRC).
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