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Universität ehrt Psychologen Josef Perner mit Konferenz

Veröffentlicht am 22. Januar 2013, 14:39 Uhr

Träger des Bielefelder Wissenschaftspreises tagt mit Forscherkollegen im Zentrum für interdisziplinäre Forschung

Der Bielefelder Wissenschaftspreis 2013 geht an den Psychologen Professor Dr. Josef Perner von der Universität Salzburg. Der Pionier der Erforschung der „Theorie des Geistes“ nimmt den Preis am Dienstagabend, 29. Januar, in der Kunsthalle in Bielefeld entgegen. Zuvor diskutiert Perner auf einem Kolloquium zu seinen Ehren mit Forscherkolleginnen und -kollegen zum Thema „Theorie des Geistes, Simulation und Metakognition“ (Theory of Mind, Simulation and Meta-Cognition). Beginn ist um 9 Uhr im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. Die Stiftung der Sparkasse Bielefeld verleiht den Bielefelder Wissenschaftspreis zweijährlich im Gedenken an den Soziologen Niklas Luhmann. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Josef Perner ist Pionier der „Theorie des Geistes“. Seine Studien zeigen, dass sich schon kleine Kinder als Wesen mit Gedanken, Gefühlen und Absichten wahrnehmen.
Josef Perner ist Pionier der „Theorie des Geistes“. Seine Studien zeigen, dass sich schon kleine Kinder als Wesen mit Gedanken, Gefühlen und Absichten wahrnehmen.
Josef Perner (geboren 1948) hat mit Untersuchungen in den 1980er Jahren ein neues Forschungsfeld begründet: die Erforschung der Theorie des Geistes. In experimentellen Studien ist es ihm gemeinsam mit seinem Salzburger Kollegen Heinz Wimmer gelungen, mit objektiven Methoden nachzuzeichnen, wie Kinder bereits in frühen Lebensjahren eine „Theorie des Geistes“ entwickeln. Diese Studien haben gezeigt, wie sich schon in früher Kindheit die Vor-stellung herausbildet, dass menschliche Individuen geistige Wesen sind, deren Handeln von Gedanken, Gefühlen und Absichten bestimmt wird.

Die Theorie des Geistes ist eine interdisziplinäre Forschungsrichtung der Kognitionswissenschaft. Sie bringt Aspekte und Fragen von vier Forschungsbereichen zusammen: der Philosophie des Geistes („Wie lassen sich Begriffe mentaler Zustände, die wir einander zuschreiben, analysieren?“), der Entwicklungspsychologie („Wie werden solche Begriffe erworben?“), der vergleichenden Psychologie („Wie haben sich solche Fähigkeiten evolutionär entwickelt? Wer verfügt über sie?“) und der Kognitions- und Neuropsychologie („Was sind die kognitiven und neuronalen Grundlagen dieser Fähigkeiten?“). Auf all diesen Gebieten hat Josef Perner wegweisende theoretische und empirische Beiträge geliefert. Perner sei Pionier und Architekt eines weltweiten Forschungsnetzwerkes geworden, sagt Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld und Vorsitzender der Jury für den Wissenschaftspreis. Er erfülle in besonderer Weise ein Kriterium des Bielefelder Wissenschaftspreises: interdisziplinär und problemoffen zu forschen wie Niklas Luhmann.

In dem Kolloquium sollen theoretische und empirische Fragen der derzeitigen Forschung zur Theorie des Geistes mit Bezug zu Perners Arbeiten diskutiert werden. Leiter des Kolloquiums ist der Psychologe Professor Dr. Hannes Rakoczy von der Georg-August-Universität Göttingen. Die Tagung wird auf Englisch abgehalten.

Tagungszeit:
29. Januar, 9 Uhr bis 15.15 Uhr

Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2013/01-29-Rakoczy.html

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