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Stiftungsprofessur für „Führung von Familienunternehmen“ an der Universität Bielefeld vereinbart

Veröffentlicht am 5. Juni 2014, 14:14 Uhr
Regionale Unternehmen und Institutionen ermöglichen Forschung, Lehre und Transfer zum Thema „Familienunternehmen“

Die Universität Bielefeld richtet an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften eine Stiftungsprofessur „Führung von Familienunternehmen“ ein. Finanziert wird diese von 12 ostwestfälischen Unternehmen und Institutionen sowie der Stiftung Familienunternehmen. Initiiert hat die Stiftung die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld. Flankiert wird die Stiftungsprofessur durch ein Institut für Familienunternehmen (iFUn) - Ostwestfalen-Lippe, das an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften gegründet wird und universitätsweit Forschungsaktivitäten im Themenfeld Familienunternehmen bündeln kann. Die Ausschreibung der Professur wird im Laufe des Sommers erfolgen.


Stellten die Stiftungsprofessur vor: Thomas Niehoff, IHK-Hauptgeschäftsführer, Ortwin Goldbeck, IHK-Präsident, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld und Prof. Dr. Fred G. Becker, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (v.l.). Foto: Universität Bielefeld
Stellten die Stiftungsprofessur vor: Thomas Niehoff, IHK-Hauptgeschäftsführer, Ortwin Goldbeck, IHK-Präsident, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld und Prof. Dr. Fred G. Becker, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (v.l.). Foto: Universität Bielefeld
Viele bekannte wie auch noch mehr unbekanntere Unternehmen prägen die Region Ostwestfalen-Lippe – viele sind oft in ihren Branchen oder speziellen „Nischen“ Marktführer, teilweise sogar Weltmarktführer. Bei zahlreichen handelt es sich um Familienunternehmen. Solche Familienunternehmen zu führen, unterliegt in manchen Bereichen anderen „Gesetzmäßigkeiten“ und „Bräuchen“ als bei klassischen Kapitalunternehmen. Hierin liegt häufig das Geheimnis ihrer Erfolge. Die speziellen Herausforderungen dieser Unternehmen geraten zunehmend in den Fokus der Forschung. Zudem sind mit dem Erfolg dieser größtenteils mittelständischen Familienunternehmen und dem damit verbundenen Wachstum ein zunehmender Arbeitskräftebedarf sowie eine verstärkte Akademisierung im Unternehmen verbunden.

Die neue Stiftungsprofessur an der Universität Bielefeld wird sich auf Fragen der Unternehmensführung und der Personalführung konzentrieren. Themen wie beispielsweise „Employer Branding“ von Familienunternehmen, familienfremde Geschäftsleitung, Kapitalbeteiligungen von Familienfremden, Führung von älteren Mitarbeitern oder Ethik und Moral als Erfolgspotenzial können hier in den Blick genommen werden. Über das neue Institut für Familienunternehmen (iFUn) werden darüber hinaus weitere Forschungsfelder wie Unternehmensgeschichte als Basis für eine erfolgskritische Unternehmenskultur, Steuern und Nachfolge, Controlling in mittelständischen Unternehmen, Betriebsklima als Erfolgsautor oder rechtliche Optionen zur Leitungsstruktur bei Unternehmen mit Familienstämmen bearbeitet.

Das Institut für Familienunternehmen an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ist damit ein zentraler Baustein des Konzepts: Mit ihm sollen die unterschiedlichen Forschungsbemühungen zur Thematik in den unterschiedlichen Bereichen der Universität gebündelt sowie der Transfer in Zusammenarbeit mit den Stiftern auch in die regionale Wirtschaft gefördert werden. iFUn wird in Kooperation mit den Stiftern gerade in der Region auch verschiedene Kooperationsformate Wissenschaft-Praxis/Praxis-Wissenschaft schaffen und Transferangebote unterbreiten. Workshops, Tagungen, Gesprächskreise werden institutionalisiert, um die sich abzeichnende enge Verzahnung zwischen Familienunternehmen der Region sowie der Universität Bielefeld weiter zu intensivieren. Das Institut beginnt nicht bei null, sondern kann auf bewährte Transfer-Aktivitäten aufbauen. Beispiele sind bereits mehrfach durchgeführten Formate wie das OWL-Management-Kolloquium (Diskussion strategischer Fragen der Führung von Familienunternehmen), der IUUB-Dialog für Unternehmungsführung (Gesprächskreis Universität/Familienunternehmer), das BU2BU-Programm der Fakultät, vielfältige Masterarbeiten oder Betriebsbesichtigungen in regionalen Unternehmen.

Die Stifter sind: Beckhoff Automation GmbH (Verl), Goldbeck Stiftung (Bielefeld), Hettich Holding GmbH & Co. oHG (Kirchlengern), HorstmannGroup (Bielefeld), Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (Bielefeld), Nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG (Verl), Herbert Kannegießer GmbH (Vlotho), Melitta Bentz GmbH & Co. KG (Minden), Stiftung Familienunternehmen (München), Stiftung der Sparkasse Bielefeld (Bielefeld), Schüco International KG (Bielefeld), HLB Dr. Stückmann & Partner mbB (Bielefeld) und die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft e.V. (Bielefeld), die bei ihren Mitgliedern um weitere Stifter wirbt.

Nach Ablauf der zehnjährigen Förderphase wird die Universität Bielefeld die Finanzierung der Professur sicherstellen.

Die Abwicklung der Stiftungsprofessur erfolgt über den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Die einzelnen Stifter verpflichten sich auf den „Code of conduct – Empfehlungen für die Einrichtung von Stiftungsprofessuren durch private Förderer“, in dem der Stifterverband Fragen der Unabhängigkeit, der Freiheit von Forschung und Lehre, der Transparenz und des Verzichts auf Beeinflussung festgeschrieben hat. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.stifterverband.org/wissenschaft_und_hochschule/stiftungsprofessuren.

„Die besondere Stärke der deutschen Wirtschaft basiert zu einem großen Teil auf der Vielzahl von meist mittelständischen Betrieben, bei denen Eigentümerfamilie und Unternehmensleitung eng miteinander verzahnt sind. Es sind die Familienunternehmen, deren Geschäftsmodell auf Langfristigkeit, Substanzerhalt und Mitarbeiterorientierung ausgelegt ist“, charakterisiert Ortwin Goldbeck, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), diese Unternehmensform. Dabei würden ihre regionale Verwurzelung und die besondere Firmenkultur in der Belegschaft und auch in der Bevölkerung ein hohes Maß an Vertrauen genießen. Goldbeck: „Ostwestfalen ist eine solche, vielleicht die Region der Familienunternehmen in Deutschland.“ Aus diesen Gründen liege es nahe, sich gerade hier mit dieser erfolgreichen Unternehmensform wissenschaftlich zu beschäftigen und dies auch in die Qualifizierung der Studierenden umzusetzen – und damit einen Beitrag zur Zukunft von Familienunternehmen zu leisten. „Dazu ist die IHK auf die Universität Bielefeld mit dem Vorschlag zugegangen, eine Stiftungsprofessur für Familienunternehmen einzurichten und ist dort auf sehr positive Resonanz gestoßen“, freut sich Goldbeck.

„Wir sind hocherfreut, dass sich so renommierte regionale Unternehmen und Institutionen in dieser Form, diesem Umfang und dieser Dauer an der Universität Bielefeld engagieren“, so Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld. „Für mich ist das ein starkes Signal des Vertrauens, für das ich mich herzlich bedanke. Die Universität Bielefeld kann damit wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft leisten.“ Diese Kooperation bei Stiftungsprofessur und Institut sei – neben dem Spitzencluster it’s OWL und dem Bildungscluster – ein weiteres starkes Netzwerk zur intensiven Zusammenarbeit zwischen Region und Universität Bielefeld.

Dr. Fred G. Becker, Professor für Betriebswirtschaftslehre, hat den intensiven Prozess der Vorbereitung und die inhaltliche Ausrichtung für die Universität Bielefeld vorangetrieben. Er betont: „Es ist bislang kaum zu verstehen: Mehr als 1.000 Professorinnen und Professoren in Deutschland forschen zu 80 DAX- und M-DAX-Unternehmen, aber kaum mehr als 50 zu den über drei Millionen Familienunternehmen. Kein Wunder, dass sich hier noch viele offene Forschungsfelder anbieten. Und: Die letzten Jahre zeigen deutlich an, dass unsere Absolventinnen und Absolventen zunehmend in verantwortliche Positionen in mittelständisch-geprägte Familienunternehmen gelangen. Je stärker wir sie auf diese spezielle Unternehmenskultur vorbereiten können, desto erfolgreicher wird die Integration sein.“ Der Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Professor Dr. Thomas Braun ergänzt: „Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ist hoch erfreut über das Engagement der Stifter und die damit verbundenen Möglichkeiten, Forschung und Lehre im Bereich der Familienunternehmen in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft voranzubringen. Sie wird alles daran setzen, das in der Stiftung zum Ausdruck kommende Vertrauen zu rechtfertigen.“

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