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Stammzellen aus menschlicher Nase heilen Parkinson bei Ratten

Veröffentlicht am 5. Dezember 2014, 15:24 Uhr
Forschungsteam aus Bielefeld und Dresden veröffentlicht Studie

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Bielefeld und Dresden haben zum ersten Mal adulte menschliche Stammzellen verwendet, um die Parkinsonsche Erkrankung bei Ratten zu heilen. Diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung könnten eines Tages dazu führen, eine Zelltherapie für die volle Heilung von Parkinson auch bei Menschen zu entwickeln. Die Studie erscheint heute (05.12.2014) online vorab und im Januar in der Print-Ausgabe von „Stem Cells Translational Medicine“.


Adulte Stammzellen entwickeln sich in dopaminerge Nervenzellen. v.l. Beginn des Experiments, nach 12 Tagen und 20 Tagen der Entwicklung. Diese Stammzellen können dazu verwendet werden, das erkrankte Gehirn zu regenerieren. Foto: Universität Bielefeld
Adulte Stammzellen entwickeln sich in dopaminerge Nervenzellen. v.l. Beginn des Experiments, nach 12 Tagen und 20 Tagen der Entwicklung. Diese Stammzellen können dazu verwendet werden, das erkrankte Gehirn zu regenerieren. Foto: Universität Bielefeld
Parkinson äußert sich beim Menschen anfangs mit Zittern, später werden Bewegungsabläufe immer langsamer und die Muskeln steif. Bei der heute noch unheilbaren Erkrankung geht der dopaminerge Typ von Nervenzellen – also die Zellen, die auf den Botenstoff Dopamin reagieren   zugrunde.

Das Team aus der Universität Bielefeld um Professorin Barbara Kaltschmidt (Abteilung Zellbiologie) und Professor Alexander Storch von der Technischen Universität Dresden zeigt, dass dopaminerge Neuronen im Labor aus den sogenannten „inferior turbinate stem cells“ (ITSCs) gewonnen werden können. Diese Stammzellen werden aus der Nasenmuschel isoliert, die nach einer Operation üblicherweise verworfen wird.

Doktorandin Janine Müller und Prof. Dr. Barbara Kaltschmidt (v. l.) haben die Zellen für die Parkinson-Studie vorbereitet und ausgewertet. Foto: Universität Bielefeld
Doktorandin Janine Müller und Prof. Dr. Barbara Kaltschmidt (v. l.) haben die Zellen für die Parkinson-Studie vorbereitet und ausgewertet. Foto: Universität Bielefeld
Das Team untersuchte dann, wie ITSCs sich verhalten, wenn sie in Ratten transplantiert werden, die zuvor   experimentell erzeugt   Parkinson entwickelten. Vor der Transplantation zeigten die Ratten schwere Motorik- und Verhaltensdefizite, sie liefen zum Beispiel nur noch im Kreis. Zwölf Wochen nach der Injektion von ITSCs sind die Zellen innerhalb des Gehirns gewandert, die Nervenfunktion hatte sich entscheidend verbessert. Das Verhalten der transplantierten Tiere hatte sich ebenfalls positiv verändert, das heißt, sie liefen wieder normal. Außerdem beobachteten die Wissenschaftlerinnen, dass sich nach der Transplantation dieser adulten Stammzellen keine Tumore entwickelten. Wenn embryonale Stammzellen zur Therapie verwendet werden, gilt das bisher als Risiko.

„Weil sie leicht zugänglich sind, eignen sich ITSCs besonders gut für die regenerative Medizin“ sagt Barbara Kaltschmidt. „Ein entscheidender Vorteil ist auch: Es gibt keine ethischen Bedenken wie beim Einsatz von humanen embryonalen Stammzellen.“

Die Erstautorinnen der Studie sind Janine Müller, die in Bielefeld Biologie studiert hat und derzeit in der Abteilung Zellbiologie promoviert, sowie Dr. med. Christiana Ossig von der Technischen Universität Dresden.

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