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Prägen Gene Eigenschaften und soziale Ungleichheit?

Veröffentlicht am 14. Oktober 2015, 10:31 Uhr
Neue Forschungsgruppe untersucht Ursachen von Lebenschancen am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld

Der Mensch kommt nicht als unbeschriebenes Blatt auf die Welt. Seine persönlichen Eigenschaften und individuellen Fähigkeiten sind ebenso genetisch beeinflusst wie soziale Ungleichheiten, soziale Mobilität und soziale Integration. Aber wie genau wirken sich genetische und soziale Einflüsse auf die gesellschaftliche Position von Menschen aus? Was sind Vor- und Nachteile moderner Forschungsstrategien wie genomweite Assoziationsstudien oder erweitertes Zwillingsfamiliendesign? Lassen sich die Vorteile verschiedener Ansätze kombinieren? Mit diesen Fragen befasst sich die zweite Forschungsgruppe 2015/2016 des Zentrums für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. Sie startet am 19. Oktober mit ihrer Eröffnungstagung zum Thema „Genetische und soziale Ursachen von Lebenschancen“.


Mit der Entzifferung des menschlichen Genoms kam die Hoffnung auf, alle Fragen der menschlichen Entwicklung seien schon so gut wie beantwortet. Heute ist klar, dass das Zusammenspiel von Genen und Umwelt viel komplexer ist als angenommen. „Aber wenn wir genetische Faktoren aus der Betrachtung ausklammern, verzichten wir auf einen integralen Bestandteil der Erklärung. Das ist umso gravierender, als Anlage- und Umwelteinflüsse eben nicht nur additiv zusammenwirken, sondern einhergehen und vielfältige Interaktionseffekte aufweisen“, erklärt der Bielefelder Soziologe Professor Dr. Martin Diewald, der die Forschungsgruppe zusammen mit dem Psychologen Professor Dr. Rainer Riemann (ebenfalls Bielefeld) leitet. Wer genetische Einflüsse berücksichtigt, übersehe dabei nicht zwangsläufig soziale Bevorzugung und Benachteiligung.

In der ZiF-Forschungsgruppe arbeiten fünfzig international führende Expertinnen und Experten aus Psychologie, Soziologie, Biologie, Genetik, Medizin, Ökonomie, Philosophie und Politikwissenschaft zusammen. Sie werden sich mit Modellen und Methoden befassen, die helfen, Einflüsse und Interaktionen von Anlage- und Umweltfaktoren zu verstehen, aber auch mit den psychologischen, biologischen und gesellschaftlichen Prozessen, die zwischen Genen und Lebenschancen vermitteln. „Um das Zusammenspiel zwischen genetischer Veranlagung und sozialen Bedingungen besser zu verstehen, muss man die biologischen Vererbungsmechanismen einbeziehen, aber auch deren Beeinflussung durch materielle, soziale und kulturelle Bedingungen in Beziehungen, Gruppen, Organisationen und Institutionen“, erklärt Rainer Riemann. Auch um die bisweilen heiklen ethisch-normativen und sozialpolitischen Implikationen von Forschungsergebnissen zu genetischen Einflüssen und ihrem Zusammenhang mit gesellschaftlichen Bedingungen werde die Gruppe keinen Bogen machen, kündigt er an.

Die Tagungssprache ist Englisch.

Tagungszeiten:
Montag, 19. Oktober 2015, 12.30 bis 18 Uhr
Dienstag, 20. Oktober 2015, 9.30 bis 19 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober 2015, 9.30 bis 19 Uhr; 17 Uhr: Podiumsdiskussion: „Moral implications of genetic foundations of inequalities”  
Donnerstag, 22. Oktober 2015, 9.30 bis 17 Uhr

Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/FG/2015LifeChances/index.html

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