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Mit Emotionen Roboter sympathisch machen

Veröffentlicht am 4. März 2014, 13:04 Uhr

Die Konferenz „HRI 2014“ befasst sich mit sozial kompetenten Robotern

Roboter, die Gefühle zeigen und Gefühlsregungen beim menschlichen Gegenüber erkennen: Emotionale Roboter sind eines der großen Themen auf der Konferenz zu Mensch-Roboter-Interaktion (Human-Robot Interaction – HRI) in der Universität Bielefeld. Der Kongress mit mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus mehr als 30 Ländern wird bis Donnerstag, 6. März, im CITEC-Gebäude abgehalten.


Prof. Dr. Tony Belpaeme, Prof. Dr. Vanessa Evers, Prof. Dr.-Ing. Britta Wrede und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer (v.l.) mit dem Roboter iCub. Foto: Universität Bielefeld
Prof. Dr. Tony Belpaeme, Prof. Dr. Vanessa Evers, Prof. Dr.-Ing. Britta Wrede und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer (v.l.) mit dem Roboter iCub. Foto: Universität Bielefeld
Als Teil der Konferenz zeigen Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen Roboter, die den sozialen Umgang mit Menschen beherrschen oder erlernen sollen. Eine Reihe von ihnen zeigt Emotionen.

Zu ihnen gehört der humanoide Roboterkopf Furhat, der am KTH Royal Institute of Technology in Schweden konstruiert wurde. Er ist mit einer 3D-Maske ausgestattet, auf die von hinten Augen, Nase und Mund projiziert werden. Auch beim Roboterkopf Flobi spielen emotionale Gesichtsausdrücke eine große Rolle, wenn er sich mit Menschen unterhält. Flobi ist eine Entwicklung des Exzellenzclusters CITEC der Universität Bielefeld. Seine Lippen und Augenbrauen sind aus Gummi und werden mit Magneten an seinem Gesicht befestigt. Kleine Antriebselemente im Innern seines Kopfes bewegen die Magnete, so dass er freundlich, überrascht oder auch verwegen schauen kann. Ebenfalls an der Universität Bielefeld erforscht wird der kleinkindgroße Roboter iCub, der am Italian Institute of Technology entwickelt wurde. Dioden leuchten von hinten durch sein Kunststoffgesicht und lassen darauf Lippen und Augenbrauen erscheinen, die sich je nach Situation verändern.

„Wir bringen Robotern Emotionen bei, damit sie von Menschen besser akzeptiert werden als andere, eher technisch anmutende Systeme“, sagt Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld und Forscher am Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld. „Wenn Roboter wie Flobi, iCub und Furhat nonverbale emotionale Signale einsetzen, kann der Nutzer das Verhalten der Maschine schneller verstehen, als wenn diese nur mit gesprochener Sprache agieren“, erklärt Sagerer. „Deswegen muss der Roboter menschenähnlich gestaltet sein und braucht ein Gesicht. Wir Menschen sind es gewohnt, Emotionen von Gesichtern abzulesen, ohne viel darüber nachdenken zu müssen.“

Das bestätigt seine Kollegin, Professorin Dr.-Ing. Britta Wrede, die ebenfalls am Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld forscht. „Unser Ziel ist es, dass Menschen mit Robotern natürlich kommunizieren können. Deshalb arbeiten wir daran, Roboter sozial kompetent zu machen. Dazu gehört nicht nur, dass sie Emotionen zeigen. Sie sollen auch unsere Mimik und Gebärden zu deuten wissen, um so in unterschiedlichsten Situationen angemessen zu reagieren. Emotionale Roboter machen es uns einfach, mit ihnen zu kommunizieren, weil die Wahrnehmung von Informationen über Gefühlsausdrücke etwas Natürliches für uns ist“, erklärt sie. „Weil sie Gefühle zeigen, wirken sie auf ihre Nutzer oftmals sympathisch, so als hätten sie eine eigene Persönlichkeit.“

Workshops und Vorträge auf der Konferenz befassen sich zum Beispiel mit der Frage, wie das Verhalten und die Emotionen von Robotern an verschiedene Kulturen angepasst werden müssen. Auch werden Untersuchungen dazu vorgestellt, wie Menschen die nichtsprachlichen Äußerungen aktueller Roboter deuten. Darüber hinaus geht es um die Frage, wie Roboter ihre Emotionen anpassen, wenn sie mit Kindern spielen.

Weitere Informationen im Internet:
www.humanrobotinteraction.org/2014

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