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Konflikte im Fußball: Forscher beraten

Veröffentlicht am 19. März 2014, 11:46 Uhr

Institut der Universität Bielefeld gründet bundesweit einmalige Fachstelle

Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld hat die bundesweit erste Fachstelle für Fußball und Konflikt gegründet. Die Fachstelle soll unter anderem Fanprojekte und Fußballclubs beraten, Konflikte rund um den Fußball im Stadion und auf dem Bolzplatz zu verhindern und zu bewältigen. Ebenfalls soll die neue Einrichtung wissenschaftliche Erkenntnisse aus Forschungsprojekten zu Konflikten im Fußball sammeln und auswerten.

„Fußball gilt in Deutschland als Volkssport. Keiner anderen Sportart gelingt es, so viele Menschen zu mobilisieren“, sagt Professor Dr. Andreas Zick, Direktor des IKG. „Fußball ist identitätsstiftend und hat gesellschaftlich integrative Funktionen. Er birgt allerdings auch erhebliche Konfliktpotenziale – etwa wenn Fangruppen sich gegenseitig beschimpfen oder attackieren oder wenn Fans mit Ordnungskräften und der Polizei aneinandergeraten.“
In jüngerer Zeit diskutieren Politiker, Sicherheitsexperten, Vereins- und Fanvertreter öffentlich über Ausschreitungen vor und nach Bundesligaspielen. Auch die Frage, ob Fans im Stadion Feuerwerk zünden dürfen, wird öffentlich kontrovers diskutiert. Die Konflikte im Profifußball kommen auch trotz strenger Regelungen und Kontrollen auf. „Im Vergleich dazu gelten im Amateur- und Breitensport gewöhnlich weniger strenge Auflagen, so dass Konflikte gerade dort mitunter eskalieren und in Gewalt münden“, sagt Andreas Zick.

Die Konfliktlagen im Fußball sind sehr unterschiedlich. „Oft ist es wichtig, die Geschichte eines Konflikts zu kennen: Haben sich Fangruppen in der Vergangenheit von der Polizei unfair behandelt gefühlt? Gibt es eine traditionelle Feindschaft zwischen bestimmten Fangruppen?“, sagt Martin Winands, einer der Wissenschaftler der Fachstelle. „Unsere Fachstelle soll die Akteure unterstützen, die jeweilige Konfliktlage zu verstehen und angemessene Präventions- und Interventionsangebote zu entwickeln“, ergänzt sein Kollege Andreas Grau.

Die Fachstelle beschreibt sich selbst als Forum für den fachbezogenen Austausch und die Beratung in konkreten Konfliktlagen. An die Fachstelle können sich zum Beispiel Fans, Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Fanprojekten, Polizei, Politik und Wissenschaft wenden. Die Einrichtung der neuen Fachstelle schließt an eine lange Fußball- und Jugendforschungstradition am IKG an, die sich durch eine stark handlungsorientierte Perspektive auszeichnet. So unterstützte das IKG schon in den 1980ern in Bielefeld die Gründung eines der ersten Fanprojekte in Deutschland und begleitete es mit wissenschaftlichen Untersuchungen.

Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/ikg/Fachstellen/FussballUndKonflikt/index.htm

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