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Die Ethik des Kopierens

Veröffentlicht am 29. September 2015, 11:59 Uhr
Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) setzt Auftakt für neue Forschungsgruppe

Das Nachmachen von Dingen oder Verhaltensweisen ist aus dem menschlichen Leben nicht wegzudenken. Kopieren ist unerlässlich für individuelle und gesellschaftliche Lernprozesse, kulturelle Entwicklung und erfolgreiches Wirtschaften. Kopieren ermöglicht Demokratisierungsprozesse, indem es Kulturgüter und relevante Informationen zugänglich macht. Bis ins 20. Jahrhundert war Kopieren eine Sache von Spezialisten. Durch die Entwicklung und Verbreitung digitaler Speicher- und Kommunikationsmedien und computergesteuerter Fertigungstechniken ist das Kopieren von Texten, Bildern, Video- und Tonaufnahmen zu einer alltäglichen, massenweise oder sogar automatisch vollzogenen Praxis geworden. Zugleich haben die Konflikte darum, wer was kopieren darf, zugenommen. Sie sind das Thema der neuen Forschungsgruppe „Ethik des Kopierens“ am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld, die mit ihrer Eröffnungstagung vom 6. bis 9. Oktober ihre Arbeit aufnimmt.


70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich auf der ZiF-Tagung mit der „Ethik des Kopierens“. Foto: Stefan Klatt, Münster
70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich auf der ZiF-Tagung mit der „Ethik des Kopierens“. Foto: Stefan Klatt, Münster
„Es fehlt an einer Ethik des Kopierens, die anzugeben vermöchte, wie eine gerechte Abwägung der Interessen der von Kopierprozessen Betroffenen aussehen könnte“ konstatiert der Münsteraner Philosoph Professor Dr. Reinold Schmücker. Er leitet zusammen mit Professor Dr. Thomas Dreier (Karlsruhe) und Professor Dr. Pavel Zahrádka (Olomuc, Tschechische Republik) die Forschungsgruppe. Denn zum einen seien die bestehenden rechtlichen Regelungen der Konflikte um das ‚Recht des Kopierens‘ der neuen Situation gegenüber teilweise hilflos und unangemessen. Zum anderen fehle im Alltag oft das Unrechtsbewusstsein derjenigen, die Kopierpraktiken wie selbstverständlich in Anspruch nehmen oder als einzelnes, privates Verhalten für rechtlich unerheblich halten.

Diesem doppelten Defizit will die Forschungsgruppe aus Rechtswissenschaftlern, Philosophen, Kunsthistorikern, Literatur-, Musik- und Medienwissenschaftlern sowie Kultur- und Sozialwissenschaftlern abhelfen. Sie zielt auf die Entwicklung der Grundlagen einer Ethik des Kopierens und will konkrete Vorschläge zur Unterscheidung zwischen legitimen und illegitimen Kopierpraktiken ausarbeiten, die auch für die Weiterentwicklung der einschlägigen rechtlichen Normen relevant werden können.

Auf der internationalen Eröffnungstagung „Towards an Ethics of Copying“ werden 70 Forscherinnen und Forscher das Spektrum der Probleme aufzeigen und die Ansprüche der Konfliktparteien untersuchen. Die Tagung beginnt mit dem öffentlichen Vortrag „Vom Ethos des Kopierens“ von Wolfgang Ullrich (Karlsruhe) am Dienstag, den 6. Oktober. Am Donnerstagabend stehen der Film Double Happiness (AT/CN 2014) und eine Diskussion mit der Filmemacherin Ella Raidel (Taipei) auf dem Programm.

Die Tagungssprache ist Englisch.

Tagungszeiten:
Dienstag, 6. Oktober 2015, 18 Uhr bis 21 Uhr
Mittwoch, 7. Oktober 2015, 9.30 Uhr bis 20 Uhr
Donnerstag, 8. Oktober 2015, 9.30 Uhr bis 22 Uhr
Freitag, 9. Oktober 2015, 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr

Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/FG/2015Copying/index.html
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