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Der Eigen-Sinn der Maschinen

Veröffentlicht am 30. September 2016, 10:51 Uhr

Der Eigen-Sinn der Maschinen

Ausstellung auf dem Campus Nord Bielefeld zu Digitalisierung und Robotik

Die Ausstellung „Ich digi Du“ zeigt Wunschträume und Visionen zur Technik in Vergangenheit und Zukunft. Manche der Maschinen in den Kunstwerken sind rein funktional, andere handeln menschlich oder folgen ihrer ganz eigenen Logik. Die Künstlerinnen haben sich für ihre Installationen, Filme und Bilder auch von der Technikforschung an der Universität Bielefeld inspirieren lassen. Der Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) präsentiert die Ausstellung in seinem Gebäude auf dem Campus Nord in Bielefeld. Eröffnet wird sie am Donnerstag, 6. Oktober, um 18 Uhr im Foyer des CITEC-Gebäudes.


Die Ausstellung „Ich digi du“ fragt nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine. In Antje Löbels Illustrationen geht es um die Macht des Menschen über die Maschine und seine gleich-zeitige Abhängigkeit von der Technik. Bild: Antje Löbel
Die Ausstellung „Ich digi du“ fragt nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine. In Antje Löbels Illustrationen geht es um die Macht des Menschen über die Maschine und seine gleich-zeitige Abhängigkeit von der Technik. Bild: Antje Löbel
Die Ausstellung gehört zum Themenjahr „Körperkultur: Schönheit. Hygiene. Selbstbild“ der Museen in OstWestfalenLippe. Imke Brunzema vom Kunstverein „Die Gestalten“ hat anlässlich des Themenjahres zusammen mit dem „teutolab-robotik“ der Universität Bielefeld Künstlerinnen und Künstler der Region Ostwestfalen-Lippe aufgerufen, ihre Hoffnungen und Ängste zu Robotik und Digitalisierung darzustellen. Eine zentrale Frage: Wie können technische intelligente Systeme wie Roboter den Menschen digital ergänzen? Dabei schwingt mit: Welche Konsequenzen hat das „Zusammenleben“ mit Technik für die eigene Identität? Für die Ausstellung im CITEC-Gebäude wurden Werke von fünf Kunstschaffenden ausgewählt.

„Technische Entwicklungen regen unsere Phantasie an“, sagt Professor Dr. Helge Ritter, Koordinator des Exzellenzclusters CITEC. „Wenn wir uns vorstellen, wie in Zukunft ein Roboter in unserem Zuhause arbeitet, denken wir auch an das Miteinander mit diesem digitalen Diener. Ihn werden wir sicherlich anders behandeln als einen Menschen. Und allein durch seine Anwesenheit würden wir uns vermutlich anders verhalten als wenn wir alleine wären.“ Die Künstlerinnen spielen durch, wie technische Systeme in das alltägliche Leben hineinwirken können. „Die Ausstellung passt zu CITEC, weil sie die Zukunft der Technik in den Blick nimmt. Am CITEC untersuchen wir, was wir von der Interaktion zwischen Menschen für die Interaktion mit Maschinen lernen können, und schaffen mitdenkende Technik. Die Ausstellung spekuliert beispielsweise künstlerisch darüber, welchen Eigen-Sinn Maschinen der Zukunft ausprägen könnten.“ So sehen die Besucherinnen und Besucher die Animation „Ich robo“ von Maria Kübeck einen Roboter, der sich selbst aus Einzelteilen montiert.

Antje Löbel illustriert E.T.A. Hoffmanns Geschichte „Der Sandmann“ aus dem Jahr 1815. Der erste Teil der Illustrationen zeigt die Täuschung der Hauptfigur Nathanael. Der Blick durch sein Perspektiv (ein Beobachtungsfernrohr) beschränkt seinen Blick in die Wirklichkeit, anstatt ihn zu erweitern. Der zweite Teil der Illustrationen spielt in der Gegenwart. Die kulissenhafte und virtuelle Welt, in der Nathanael jetzt erscheint, verschlingt ihn, er wird schließlich zum Androiden. Angelika Högers Objekte spielen mit Gedanken über scheiternde Kommunikation, alternde Technik und Empathie. Ihre Versuchsaufbauten bevölkern Nischen im CITEC-Foyer und reagieren auf vorbeikommende Menschen. Högers Gedanke dahinter: „Vielleicht versuchen technische Apparate ja schon längst, mit uns zu kommunizieren und wir haben es nur nicht bemerkt?“ Die Fotos von Iris Friedrich fokussieren auf die Natur als Ideenfundus für Technik. Sie charakterisieren einen Widerspruch: Zwar gleicht sich Technik in ihren Funktionen der Natur an, sie entfernt sich aber visuell von ihr. Und die Künstlerin Viola Friedrich greift mit ihrer Miniaturbühnenfotografie die Robotertechnologie der 1960er-Jahre auf und inszeniert ein Liebesdrama in einem geheimen Institut.

Die Ausstellung „Ich digi du“ baut auf der gleichnamigen Kunstpräsentation auf, die im Frühjahr 2016 in der Raumstation (Projekt von „Die Gestalten“) in Bielefeld gezeigt wurde. Zu sehen ist sie nun bis Ende Januar 2017, immer montags bis freitags von 8 Uhr bis 19 Uhr, im CITEC-Gebäude. Der Eintritt ist kostenlos. Ab Februar wird in dem Forschungsbau auf dem Campus Nord wieder die Ausstellung „Der Apfel fällt nicht weit“ im präsentiert, in der der Fotograf Janosch Boerckel die Technik und Forschung im CITEC-Gebäude mit Rollfilm-Aufnahmen interpretiert.

Weitere Informationen im Internet:
•    Projektinformationen der Raumstation: http://raumstation.info/projekte/ich-digi-du/Ich-digi-du.html
•    Ausstellungsinformationen des „teutolab-robotik“: http://www.uni-bielefeld.de/teutolab/fachorientiert/robotik/aktionen/aktionen.html
•    CITEC-News zur Ausstellung „Der Apfel fällt nicht weit“: https://cit-ec.de/de/content/news/forschung-als-kunst

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