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Bielefelder Wissenschaftspreis an den englischen Historiker Quentin Skinner verliehen

Veröffentlicht am 30. Januar 2009, 00:00 Uhr

Weltweit herausragender Kenner der Ideengeschichte und Begründer der Cambridge School of Intellectual History geehrt

Der Bielefelder Wissenschaftspreis 2008 geht an Professor Quentin Skinner. Mit dem Preisträger wurde einer der bedeutendsten zeitgenössischen Historiker geehrt. Der Bielefelder Wissenschaftspreis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Stiftung der Sparkasse Bielefeld im Gedenken an den großen Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann verliehen. Die Übergabe fand im Rahmen einer Feierstunde am 30. Januar im Audimax der Universität Bielefeld statt. Die Laudatio auf Skinner hielt der Frankfurter Sozialphilosoph Professor Dr. Axel Honneth.

Hans-Georg Vogt, Eberhard David, Professor Quentin Skinner, Rektor Professor Dieter Timmermann und Professor Axel Honneth
Hans-Georg Vogt, Eberhard David, Professor Quentin Skinner, Rektor Professor Dieter Timmermann und Professor Axel Honneth

Die Jury unter Vorsitz von Universitätsrektor Professor Dr. Dieter Timmermann begründete ihre Entscheidung mit der grundlegenden Bedeutung von Skinners Forschungen. Skinner habe "die politische Ideengeschichte auf eine neue Grundlage gestellt". Er gilt als weltweit herausragender Kenner und Interpret der politischen Philosophie der frühen Neuzeit von klassischen Autoren wie Macchiavelli, Bodin und insbesondere seines Landsmannes Thomas Hobbes. Mit seinem zweibändigen Werk "The Foundations of Modern Political Thought" ist er zum Begründer der Cambridge School of Intellectual History geworden.

Quentin Skinner (geboren 1940) war von 1979 bis 1996 Professor of Political Science an der Universität Cambridge und wurde dort 1996 Regius Professor (das heißt von der Queen berufener Professor) of Modern History. Nach seinem Ausscheiden hielt er sich 2008 an der Harvard University auf und ist jetzt Barber Beaumont Professor of the Humanities am Queen Mary College der University of London.

Laudator Axel Honneth ist Sozialphilosoph und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Denker aus der Tradition der Frankfurter Schule.

Neben Skinner und Honneth nahmen an der Preisverleihung auch der Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung der Sparkasse Bielefeld Hans-Georg Vogt sowie der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld Eberhard David und Rektor Professor Dr. Dieter Timmermann teil. Der Jury gehörten neben Timmermann der ehemalige Bundesverfassungsrichter und vormalige Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin Professor Dr. Dieter Grimm, der Bielefelder Soziologe Professor Dr. em. Franz-Xaver Kaufmann, der Psychologe Professor Dr. Wolfgang Prinz (Direktor des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig) und der Journalist Thomas Assheuer (DIE ZEIT) an. Alternativtext zum Bild

Zu Ehren des Preisträgers fand vor der Preisverleihung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) ein Preisträgerkolloquium statt. Unter der Leitung der Philosophin Professorin Dr. Véronique Zanetti und Junior- Professorin Dr. Michaela Rehm ging es um die Frage "How much history does philosophy need?".

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