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Bielefelder Robotik baut Stellung in Europa aus – 4 Mio. Euro EU-Drittmittel fließen an die Universität Bielefeld (Nr. 82/2010)

Veröffentlicht am 7. Mai 2010, 10:43 Uhr

Die Universität Bielefeld ist mit ihrem Forschungsschwerpunkt „Interaktive Intelligente Systeme“ eng in die europäische Spitzenforschung eingebunden und konnte die Summe der eingeworbenen EU-Drittmittel in dem sehr kompetitiven Förderprogramm drastisch steigern.

Das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union legt großes Augenmerk auf Zukunftstechnologien wie Robotersysteme sowie Wissens-, kognitive und lernende Systeme. Die EU fördert dabei internationale Konsortien, die beste und innovativste Lösungen für die zu-künftigen Herausforderungen der europäischen Gesellschaften und Unternehmen anbieten.

Die Universität Bielefeld, vertreten durch den Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) und den Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologien (CITEC), ist aktuell an sieben Projekten des laufenden 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (2007 - 2013) beteiligt.

•    ITALK – Integration and Transfer of Action and Language Knowledge in Robots
•    AMARSI – Adaptive Modular Architectures for Rich Motor Skills
•    HUMAVIPS – Humanoids with auditory and visual abilities in populated spaces
•    MONARCA – Monitoring, treatment and prediction of bipolar disorder episodes
•    MONNET – Multilingual Ontologies for Networked Knowledge
•    RobotDoC Collegium – ROBOTics for Development of Cognition
•    openAIRE – Open Access Infrastructure for Research in Europe

Dabei wird das AMARSI-Projekt mit zehn Projektpartnern aus sechs Ländern und einem Gesamtbudget von sieben Millionen Euro von der Universität Bielefeld koordiniert. Der Projekt-koordinator ist Professor Dr. Jochen Steil vom Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab).

Mit ihren Projektbeteiligungen konnten die Bielefelder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Summe der eingeworbenen EU-Drittmittel vervierfachen. Sind im Vorgängerprogramm, dem 6. EU-Forschungsrahmenprogramm, bereits ca. 1 Million Euro an EU–Forschungsgeldern nach Bielefeld geflossen, so beträgt die Fördersumme zur Halbzeit des noch laufenden 7. EU-Forschungsrahmenprogramms schon jetzt 4 Millionen Euro.

Der Erfolg auf der europäischen Ebene unterstreicht eindrucksvoll die hohe wissenschaftliche Qualität der Bielefelder Forscher, ihre hervorragende internationale Vernetzung und ihre Spitzenstellung im Bereich Intelligente Interaktive Systeme. Neben der Vielzahl europäischer Partner, unter anderen ETH Zürich, Universität Plymouth, Italian Institute of Technology, Universidad Politécnica de Madrid, gehören namhafte außereuropäische Forschungseinrichtungen wie das Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in den USA und das RIKEN Brain Institute in Japan zu den Projektpartnern der Bielefelder.

Zu den Projekten:

AMARSI – Adaptive Modular Architectures for Rich Motor Skills
Das AMARSI Projekt zielt darauf ab, die motorischen Fähigkeiten von Robotern zu verbessern und denen ihrer biologischen Vorbilder ähnlicher zu machen. Dabei gilt es die Antriebe elastisch zu gestalten und neuartige Steuerungstechnik für dynamische und lernende Systeme zu entwickeln. Flexibles Krabbeln, Ball-Spielen, Balancieren, Hochziehen, Sitzen und insgesamt das Erlernen der Körperkoordination des kindhaften Roboters iCub und eines neu zu Entwi-ckelnden vierbeinigen Hunderoboters stehen im Vordergrund. Für diese interdisziplinäre Aufgabe ist es wichtig, menschliche Motorik zu verstehen und als Vorbild für technische Modelle zu nutzen.
Projektleitung: Prof. Dr. Jochen Steil, Prof. Dr. Thomas Schack, Dr.-Ing. Sebastian Wrede

ITALK: Integration and Transfer of Action and Language Knowledge in Robots
Das Projekt ITALK hat das Ziel, künstliche physikalische Agenten - wie die humanoide iCub Plattform - weiter zu entwickeln, die komplexes kognitives und sprachliches Verhalten in sozialer Interaktion lernen. Das heißt, der Roboter darf mit vereinfachtem Verhalten seitens des menschlichen Interaktionspartners rechnen, wenn dieser merkt, dass der Roboter noch nicht viel kann. Hier dient das natürliche Verhalten von Erwachsenen ihren Kindern gegen-über als Vorlage.
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Dr.-Ing. Britta Wrede, PD Dr. Katharina Rohlfing

MONARCA - Monitoring, treatment and prediction of bipolar disorder episodes
Im Projekt MONARCA wird ein technisches System zur permanenten Erfassung zustandsrelevan-ter Informationen von Patienten mit manisch-depressiven Störungen, sogenannte bipolaren Störungen, entwickelt. Sensoren in einem Smartphone, einer Sensorsocke, einem Pulsgurt sowie regelmäßige EEG-Aufnahmen liefern die Daten für das innovative System zur Frühwar-nung, Behandlung und später auch Selbst-Behandlung der Krankheit. Die Gestaltung des MONARCA Systems wird dabei ebenso allen relevanten Sicherheits-, Datenschutz- und medizi-nischen Vorschriften gerecht wie es die Interoperabilität mit vorhandenen medizinischen In-formationssystemen bestehenden medizinischen Workflows gewährleistet.
Projektleitung: Prof. Dr. Helge Ritter, Dr. Thomas Hermann

MONNET – Multilingual Ontologies for Networked Knowledge

Das MONNET Projekt entwickelt Semantik-basierte Dienste und Anwendungen, welche die Suche nach Informationen im Web in einer beliebigen Sprache ermöglichen sollen. Dies ist sowohl für die Industrie wie auch für Regierungen von wachsender Bedeutung. So wird es zum Beispiel möglich, Informationen in der Sprache des jeweiligen Benutzers zu durchsuchen und abzufragen und Berichte der Such- und Abfrage-Ergebnisse in der gewählten Sprache zu präsentieren. Anwendungspartner des Projektes sind SAP AG, XBRL Europe und Be Informed.
Projektleitung: Prof. Dr. Philipp Cimiano

RobotDoC Collegium – ROBOTics for Development of Cognition
Das RobotDoC Kollegium ist ein multi-nationales Trainingsnetzwerk für DoktorandInnen zur interdisziplinären Ausbildung auf Kognitiven Robotikplattformen. Die RobotDoc Fellows erlangen im Rahmen des Programms nicht nur spezifisches Wissen der Robotikforschung sondern werden auch ganz allgemein auf Karrieren in Wissenschaft und Industrie vorbereitet.
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Dr.-Ing. Britta Wrede, PD Dr. Katharina Rohlfing

HUMAVIPS - Humanoids with auditory and visual abilities in populated spaces

Humanoide Roboter, die mit Menschen zusammen arbeiten sollen, müssen in der Lage sein, mit ihnen auf natürliche Art zu interagieren. Dies erfordert das koordinierte Zusammenspiel von Wahrnehmungs-, Kommunikations- und motorischen Prozessen. Hierzu sind soziale Fähigkeiten notwendig. Das Ziel von HUMAVIPS ist es, humanoiden Robotern audiovisuelle Fähigkeiten zu verleihen, um ihre Umgebung erkunden, Menschen erkennen und mit ihnen angemessen interagieren zu können.
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Dr.-Ing. Britta Wrede, Dr.-Ing. Sebastian Wrede

OpenAIRE - Open Access Infrastructure for Research in Europe
Das Projekt OpenAIRE beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie Forschungsergebnisse mög-lichst einfach zugänglich gemacht werden können. Dabei ist es von großer Bedeutung, neue Workflows sowie neue Infrastrukturen für die Veröffentlichung von Forschungsdaten und Forschungsergebnissen zu entwickeln, die über konventionelle Publikationswege (zum Beispiel in einer Zeitschrift) hinausgehen. OpenAire betreibt vielschichtige Initiativen (38 Partner), unter anderem Studien, in denen die speziellen Anforderungen von Forschenden in verschiedenen Fachgebieten untersucht werden. Das CITEC steht Modell für das Feld „Cognitive Systems and Robotics“.
Projektleitung: Dr. Wolfram Horstmann (Universitätsbibliothek), Prof. Dr. Philipp Cimiano



Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen:
Stefan Trockel, Universität Bielefeld
Referent für Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology
Tel.: +49 521 106-6568
Fax: +49 521 106-6560
E-Mail: strockel@cit-ec.uni-bielefeld.de
www.cit-ec.de

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