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BLOG Zentrum für Ästhetik

BLOG Zentrum für Ästhetik - Kategorie Art & Science

Zensur-Podcast: Folge 4

Veröffentlicht am 7. Oktober 2020

Gendergerechte Sprache

In der vierten Folge des Podcasts zur Zensur ist die Soziologin und Genderforscherin Prof. Dr. Heidemarie Winkel bei Thomas Rademacher, Chefredakteur des Campusradios Hertz 87,9 zu Gast. Beide sprechen über gendergerechte Sprache, die von Rechtspopulisten gern als „Zensur“, „Bevormundung“ und Teil des allgemeinen „Genderwahns“ qualifiziert wird. Im Zentrum steht das „generische Maskulinum“ (also „die Busfahrer“, „die Professoren“), das zwar Frauen mit meint, sie sprachlich aber verschwinden lässt. Genau diese Tatsache ist eng verzahnt mit der generellen gesellschaftlichen Ungleichbehandlung der Geschlechter, etwa der schlechteren Bezahlung von Frauen bei gleicher Arbeit. Für Heidemarie Winkel ist klar: Um eine gendergerechte Sprache kommt man nicht herum, und „Zensur“ ist in diesem Zusammenhang ein rechter Kampfbegriff.

Zu hören ist die Folge hier.

Heidemarie Winkel / Foto: Mike-Dennis Müller


Gesendet von CL in Art & Science
Tags: 2020

Zensur-Podcast: Folge 3

Veröffentlicht am 5. Oktober 2020

Wissenschaftsfreiheit und Selbstregulierung der Wissenschaft

In der dritten Episode des Podcasts zur Zensur begrüßt der Chefredakteur des Campusradios Hertz 87,9 Thomas Rademacher den renommierten Bielefelder Wissenschaftsphilosophen Prof. Dr. Martin Carrier. In seinen Forschungen interessiert dieser sich ebenso für frühmoderne physikalische Theorie wie für die Philosophie von Raum und Zeit oder das weite Feld des Verhältnisses von Wissenschaft und Werten. Als herausragender Wissenschaftler wurde er vielfach ausgezeichnet, nicht zuletzt mit dem Leibniz-​Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Martin Carrier ist Mitglied zahlreicher hochkarätiger Wissenschaftsorganisationen wie der European Academy of Sciences oder der Leopoldina, in denen er wichtige Funktionen inne hat.

 

© Universität Bielefeld / Mike-Dennis Müller

Mit Thomas Rademacher unterhält sich Martin Carrier u.a. über die Grenzen der Wissenschaftsfreiheit und die Selbstregulierung der Wissenschaft durch Ethikkommissionen als bessere Alternative zu staatlicher Reglementierung. Und er legt Wert auf die klare Unterscheidung zwischen Zensur, die er als organisierten staatlichen Eingriff versteht, und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die auch darin bestehen können, missliebige Wissenschaftler*innen daran zu hindern, ihre Lehrveranstaltungen ordnungsgemäß durchzuführen. Dafür gibt es leider auch in Deutschland in den letzten Jahren einige Beispiele.

Zu hören ist die Folge hier.

 

Gesendet von WSchüer in Art & Science
Tags: 2020

Zensur-Podcast: Folge 2

Veröffentlicht am 1. Juli 2020

Pressefreiheit, Wissenschaftsfreiheit und Sozialpunktesystem in China

In der zweiten Folge des Podcasts zur Zensur ist beim Chefredakteur von Hertz 87,9 Thomas Rademacher Lutz Leisering, PhD., emeritierter Professor für Soziologie und Sozialpolitik an der Uni Bielefeld, zu Gast. Schon als Student lernte dieser China aus eigenem Erleben kennen, hat später dort auch geforscht und ist ein genauer Kenner der in der neuen Supermacht herrschenden politischen und sozialen Verhältnisse. Das Interview mit ihm dreht sich um die zunehmende politische Unterdrückung seit Xi Jinping 2012 Generalsekretär der Kommunistischen Partei wurde, den Umgang westlicher Intellektueller mit dieser Situation, die zunehmende Angst chinesischer Wissenschaftler*innen, sich mit ausländischen Kolleg*innen offen auszutauschen oder um die kleinen Ansätze von Meinungsfreiheit im Netz, die das Regime gestattet, um ein Ventil für Unzufriedenheit zu schaffen. Und Lutz Leisering warnt vor dem alten Klischee, dass ostasiatische Gesellschaften per se eher kollektivistisch orientiert und damit anfälliger für Totalitarismus seien.

Zu hören ist die Folge hier.