

Ab sofort haben alle VoIP-Nutzer, die sich im Besitz eines sogenannten UMS-Accounts befinden, die Möglichkeit, ihr Telefon einfach und schnell über eine Webschnittstelle namens CCMUser zu verwalten. Ob Zugriff auf Kurzwahltasten, das Einrichten von Rufumleitungen oder die Suche im Persönlichen Adressbuch - CCMUser ermöglicht den komfortablen Zugriff auf ein oder mehrere Cisco VoIP-Telefone über den PC. Mehr zu den Nutzungsvorraussetzungen, Funktionalitäten und eine ausführliche Bedienungsanleitung unter:
http://www.uni-bielefeld.de/hrz/neu/unser_angebot/voip/#T-6.
Die Verbindung des Telefons mit dem Computer schafft auch für das Personen- und Einrichtungsverzeichnis neue Möglichkeiten: Wer im Besitz eines VoIP-Telefons ist und auf der Suche nach einer Telefonnummer den Eintrag eines Kollegen aufruft, kann jetzt mit einem Klick auf das kleine blaue Telefonsymbol neben der Rufnummer direkt einen Anruf auslösen. Dabei wählt der Computer die verlinkte Telefonnummer selbst, der Anrufer muss dann nur noch zum Telefon greifen, um den Anruf selbst zu übernehmen.
Im Januar 2012 geht es mit der Umstellung auf Voice over IP (VoIP) los. Begleitet wird das Ganze nicht nur von den Projektverantwortlichen im HRZ, sondern auch von Calli. Die freundliche Comicfigur stelllt das zukünftige Standardtelefon der Hochschule dar und taucht dementsprechend überall da auf, wo es um das Thema VoIP geht. Seinen Namen verdankt das Maskottchen der Verschmelzung der beiden Begriffe to Call und Internet. Als Wegweiser will Calli alle Beteiligten durch das Jahr begleiten und mit ausführlichen Anleitungen und Infomaterialien für den nötigen Durchblick sorgen. Bis Calli sein endgültiges Aussehen hatte, bedurfte es einer längeren Entwicklungsphase. Gemeinsam mit seinem Schöpfer, dem Comiczeichner Björn Langhorst (www.rasenvernichter.de), entwickelten die Verantwortlichen des VoIP-Projektes seine jetzige Erscheinung.
Für die Umstellung auf VoIP sind weder neue Datendosen notwendig noch müssen weitere aktiviert werden. Das VoIP-Telefon wird einfach in eine bestehende, aktive Verbindung geschaltet. Es hat viele Diskussionen gegeben, ob dieses Vorgehen sinnvoll und notwendig ist. Das Ergebnis auf allen Ebenen war: Ja, es ist die einzige technisch und wirtschaftliche sinnvolle Lösung. An dieser Stelle sollen die Argumente ein wenig näher beleuchtet werden.
VoIP benötigt eine sehr geringe Bandbreite im Datennetz. So wie es vom HRZ konfiguriert ist, muss für ein Gespräch eine Bandbreite von ca. 100Kbit/s (12,5 KByte/s) zur Verfügung gestellt werden. Diese notwendige Bandbreite verschwindet in den 100MBit/s die der Standardanschluss im Datennetz aktuell hat. Zwischen der verfügbaren Bandbreite des Anschlusses und der notwendigen Bandbreite für ein Gespräch liegt ein Faktor von 1:1000. Die Literatur und sämtliche Erfahrungen zeigen, dass diese Bandbreite vollständig ausreicht. Auch für mehr als ein Gespräch pro Datendose.
Bei Gesprächen, die über Videotelefonie betrieben werden, werden die Bilder mit einer sehr starken Komprimierung übertragen. Es ist dann mit Bandbreiten zwischen 384Kbit/s (48 Byte/s) und 1MBit/s (125MByte/s) zu rechnen. Auch dies ist problemlos über die vorhandenen Anschlüsse zu realisieren. Und wenn alles wie geplant läuft, werden die Anschlüsse 2012/13 in der gesamten Uni auf 1GBit/s erhöht.
Wenn man für ein Telefon einen eigenen Anschluss zur Verfügung stellen wollte, so müsste man dafür sowohl eine Leitung vom Technikraum als auch einen Port auf der Netzwerkelektronik bereitstellen. Dafür würden Kosten in Höhe von etwa 500 € entstehen. Und das für eine Leitung und einen Port die praktisch ungenutzt bleiben. Aber auch im Betrieb entstehen Kosten für den Strom und den Betrieb der Netzwerkelektronik. Dies mag für einen Anschluss als unbedeutend betrachtet werden, aber über das Jahr betrachtet und für alle Telefone gerechnet, ergibt sich eine nicht unbeträchtliche Summe.
Aber auch wenn man alle wirtschaftliche Aspekte vernachlässigt, können keine weiteren Anschlüsse für VoIP geschaltet werden. Die aktuelle Bausubstanz der Universität macht die Installation neuer Leitungen an vielen Stellen so gut wie unmöglich. Und auch die Kapazität der Technikräume ist nicht ausreichend, um für VoIP neue Ports zu schalten. Aus diesen Gründen gibt es keine Kapazität, um für VoIP Telefone weiter Datendosen zu installieren oder zu aktivieren.
Für die Migration auf VoIP wurde eine Bestandaufnahme der alten TK-Anlage durchgeführt. Dabei sind dem VoIP-Team mobile DECT Geräte aufgefallen. Diese Geräte bestehen aus einer Schale und einem mobilen Telefon, das in der Schale liegt. Das Mobilteil kann aus der Schale entnommen werden und es wird dann eine Funkverbindung zwischen Schale (Basisstation) und dem Mobilteil aufgebaut. Über diese Funkverbindung kann telefoniert werden. Technisch wird die Funkverbindung nach dem DECT Standard aufgebaut. Die Schale selbst ist mit der TK-Anlage verbunden. Die Verbindung wird über eine analoge Schnittstelle hergestellt.
Von der Migration auf VoIP sind auch die DECT Geräte betroffen. Wie alle anderen Endgeräte werden auch sie gegen ein Standard VoIP Telefon ausgetauscht. Die Rufnummer von dem DECT Gerät kann übernommen werden und der Nutzer ist weiterhin unter seiner bisherigen Rufnummer erreichbar. Damit kann der Nutzer weiterhin telefonieren und ist an die VoIP Welt angeschlossen – er kann aber nicht mehr mobil telefonieren.
Es wird Nutzer geben, für die ist die Mobilität wichtiger als der Anschluss an die VoIP Welt. Für diese Nutzer ist das Analog Gateway vorgesehen. Sie können statt des Standardtelefons ein solches Gateway erhalten, das auch als ATA (Analog Telephone Adaptor) bezeichnet wird. Das ATA hat auf der einen Seite eine Datenschnittstelle mit der es an die VoIP Welt angeschlossen wird. Auf der anderen Seite besitzt es eine analoge Schnittstelle, an die das DECT Gerät, also die Schale, angeschlossen wird. Das ATA sorgt dann für die Umsetzung zwischen der analogen Welt und der VoIP Welt. Auf diesen Weg kann ein DECT Gerät weiter verwendet werden.
Der Nutzer muss sich entscheiden ob er ein VoIP Telefon oder ein ATA haben möchte. Beides wird nicht gehen. Ein späterer Tausch ist ausgeschlossen. Es ist also nicht möglich ein ATA gegen ein VoIP Standardtelefon zu tauschen oder umgekehrt. Allerdings kann im Rahmen der Neuanschaffung jederzeit ein ATA oder VoIP Telefon bezogen werden. Neuanschaffung bedeutet aber auch immer damit verbundene Kosten.
Das ATA stellt also eine analoge Schnittstelle bereit, über die Geräte wie das DECT Telefon an die VoIP Welt angeschlossen werden können
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